Syntax

Definition

Syntax ist ein Teilbereich der Semiotik und sie ist ein Teilbereich der Grammatik natürlicher Sprachen. Das heißt, der Begriff der Syntax lässt sich in zweierlei Hinsicht definieren:

– Als Teilbereich der Semiotik beschäftigt sich Syntax (oder auch Syntaktik) mit der Anordnung und Beziehung von Zeichen. Dabei wird sowohl von den Beziehungen des Sprechers zu den Zeichen wie auch von der Relation der Zeichen zu ihrer Bedeutung und zur außersprachlichen Wirklichkeit abstrahiert.

– Als Teilbereich der Grammatik natürlicher Sprachen beschäftigt sich die Syntax mit dem Bau und der Gliederung des Satzes. In diesem Sinn ist Syntax die Satzlehre. Dabei geht es um ein System von Regeln, die beschreiben, wie aus einem Inventar von Grundelementen (Morphemen, Wörtern, Satzgliedern) durch spezifische syntaktische Mittel (morphologische Markierung, Intonation, Reihenfolge) alle wohlgeformten Sätze einer Sprache abgeleitet werden können (nach Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft, 1990).

Die syntaktische Beschreibung beruht auf spezifischen Methoden der Satzanalyse. Die Grenzen zu anderen Beschreibungsebenen, insbesondere zur Morphologie (Morphosyntax) und Semantik sind fließend.

Beschreibung syntaktischer Strukturen

Um die Struktur eines gesprochenen oder gelesenen Textes zu ermitteln, wird er in kleinere Einheiten zerlegt (segmentiert). Die allgemeine wissenschaftliche Untersuchung der Sprachstruktur hat eine genauere Liste von sprachlichen Einheiten ergeben, denen man grammatische Bereiche zuordnen kann.

Sprachliche EinheitenGrammatischer Bereich
Text 
AbsatzTextgrammatik
Satz 
SatzgliedSyntax
Phrase 
Wort 
MorphemMorphologie
PhonemPhonemik
LautPhonetik/Phonologie

Bei der Beschreibung einer Textstruktur kann man deszendent („herabsteigend“, also von größeren zu kleineren Einheiten) oder aszendent („aufsteigend“, also von kleineren zu größeren Einheiten) vorgehen. Wenn man sich zunächst mit der phonologischen, morphologischen oder syntaktischen Seite eines Textes beschäftigt, nimmt man den aszendenten Weg.

Die syntaktische Beschreibung beruht auf spezifischen Methoden:

– der Satzanalyse; hierzu gehören operationale Verfahren wie die Umstellprobe, die Ersatzprobe und die Weglassprobe;

– der Kategorienbildung (z. B. Satztypisierung, Satzgliedklassifizierung).

Testverfahren, die beim Erkennen von Gruppen und akzeptablen Strukturen helfen, sind:

1. Verschiebetest: er arbeitet – arbeitet er

2. Ersetzungsprobe: Peter arbeitet – Klaus arbeitet

3. Fragetest: Wer oder was arbeitet?

4. Pronominalisierungstest: er arbeitet – sie arbeitet – es arbeitet

5. Koordinationstest: er arbeitet und er schmollt

Grundbegriffe der Satzlehre sind:

– Satzarten (Aussagesatz, Aufforderungssatz, Fragesatz, Wunschsatz, Ausrufesatz)

– Bestandteile des Satzes (Subjekt, Prädikat, Objekt, adverbiale Bestimmung);

– Satzformen (einfacher Satz, zusammengesetzter Satz aus a. mehreren einfachen Sätzen oder b. Haupt- und Nebensatz)

Beispiel: Zusammensetzung eines Satzes

Stand: 2010
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