Bodenarten

Als Boden (Pedosphäre) bezeichnet man die belebte, oberste Verwitterungsschicht der Erdkruste. Er entsteht durch physikalische und chemische Verwitterung von Gestein, durch Anreicherung toten organischen Materials, der Umwandlungs- und Durchmischungstätigkeit der Bodenorganismen und des Menschen sowie durch Klimaeinwirkung. Boden wird ständig verändert, umgelagert oder auch durch menschliche Einwirkungen zerstört. Darum gleicht sich an zwei oder mehreren Stellen entnommener Boden in der Regel kaum und es ist schwierig, eine einheitliche Einteilung vorzunehmen.

Gleichartige Bodengürtel auf der Erde werden unter der Bezeichnung Bodenzonen zusammengefasst. Sie entsprechen weitgehend den Klima- und Vegetationszonen. Ihre Namensgebung und Einteilung erfolgt nach den vorherrschenden Leitböden. Es zählen dazu:

  • Tundrenböden, Moore, Gleypodsole,
  • Podsole, Moore,
  • Braunerden, schwache Podsole,
  • Parabraunerden, Pseudogleye, Gleye,
  • Schwarzerden,
  • Salzböden, kastanienfarbene Steppenböden,
  • Kalksteinrotlehmböden und
  • Gesteinsrohböden der Gebirge.

Eine weitere Einteilung gleichartiger Böden erfolgt in bestimmte Bodentypen. Die Kennzeichnung Bodentypen gilt für Böden mit gleicher Kombination von Bodenhorizonten bzw. vergleichbarem Bodenprofil. Sie werden benannt nach der Bodenfarbe (Braunerde, Schwarzerde usw.), nach dem Vorkommen in einer charakteristischen Landschaft (z. B. Marschböden, Auenböden, Moorböden) oder nach fremdsprachigen Originalbezeichnung wie Gley (russ. glína = Ton und klej = Leim), Lessivé (franz. Parabraunerde) u. a. Andere Unterscheidungen beruhen auf Gesichtspunkten wie die Entstehungsgeschichte der Böden, Bodeneigenschaften oder Nutzungsfähigkeit. Dabei wurden auch neue Kunstnamen für Bodentypen erfunden, z. B. Latosole oder Arenosole für Bodentypen auf Gesteinen mit sandreichem Verwitterungsmaterial.
In der BRD wird das von W.L. KUBIENA entworfene und von E: MÜCKENHAUSEN modifizierte „natürliche System“ bevorzugt. Dabei werden die Einflüsse des Wassers auf die Bodenentwicklung an oberster Stelle berücksichtigt. Es erfolgt eine Grobklassifizierung in Landböden (terrestrische Böden), in Grund- und Stauwasserböden (hydromorphe Böden), Unterwasserböden (subhydrische Böden) und anthropogene Böden.

Für die Landwirtschaft wichtig ist die Einteilung nach Bodenarten. Sie basiert auf der unterschiedlichen Größe (Durchmesser) der Körner-Partikel (Körnungsklassen). Das Bodengefüge hängt von der Verteilung der Korngrößen ab. Die Korngrößen teilt man in Kies (2 bis 63 Millimeter), Sand (0,063 bis 2,0 Millimeter), Schluff (0,002 bis 0,063 Millimeter) und Ton (kleiner als 0,002 Millimeter) ein. Lehm besteht aus den drei Kornfraktionen Sand, Schluff und Ton. Im allgemeinen kann man Sandteilchen mit bloßem Auge gut erkennen. Sie fühlen sich bei Berührung ausgesprochen rau und fest an. Schluffteilchen kann man ohne Mikroskop kaum erkennen. Sie fühlen sich wie Mehl an, das man zwischen den Fingern reibt. Tonpartikel sind mit dem bloßen Auge unsichtbar und bilden in feuchtem Zustand eine klebrige Masse. Man unterscheidet:

1. Sand (S)
Korngröße: 2 - 0,063 mm
Grobsand: 2000 - 630 mm
Mittelsand: 630 - 200 mm
Feinsand: 200 - 63 mm
2. Schluff (U)
Korngröße 0,063 - 0,002 mm
Grobschluff: 63 - 20 mm
Mittelschluff: 20 - 6,3 mm
Feinschluff: 6,3 - 2 mm
3. Ton (T)
(Korngröße < 0,002 mm)
Grobton: 2 - 0,63 mm
Mittelton: 0,63 - 0,2 mm
Feinton: > 0,2 mm

Das Gefüge eines Bodens wirkt sich stark auf seine Ergiebigkeit aus. Böden mit einem hohen Prozentsatz an Sand sind oft nicht in der Lage, ausreichend Wasser für die Pflanzenversorgung zu speichern. Sie verlieren dadurch auch pflanzliche Nährstoffe, die mit dem Wasser in den Untergrund sickern. Böden mit einem größeren Anteil an feineren Teilchen, beispielsweise Tone und Lehme, sind ausgezeichnete Wasserspeicher und können Nährstoffe gut halten. Schwere Tonböden neigen jedoch zur Vernässung. Diese Böden sind schwer zu bearbeiten und häufig schlecht durchlüftet.

Eigen-schaftenSandbodenLehmbodenTonboden
KörnungEinseitige Körnungs-struktur (Sand, kaum Feinerdeanteil)Ausgeglichene Körnungs-struktur (Sand-Schluff-Ton-Anteile)Einseitige Körnungs-struktur (Ton-Schluff-Anteile)
Wasserdurch-lässigkeitGutGutSchlecht
Wasser-haltungGeringHochSehr hoch, bedingt verfügbar
DurchlüftungSehr gut durch hohes PorenvolumenGut: optimales Porenvolumen bei KrümelgefügeSchlecht
Humus- und Nährstoff-gehaltHumusanteil oft hoch,
aber schlechte Humusqualität; Nährstoffgehalt oft gering
Meist hoher Nährstoff-gehaltMeist hoher Nährstoff-gehalt
Bearbeit-
barkeit
Leicht bearbeitbar für Maschinen und HandLeicht bearbeitbarSchwer bearbeitbar, mit Maschinen oft nicht befahrbar
WachstumGute Durchwurzel-barkeit, aber nur Standort für anspruchslose Arten (wenig Mineralien)Gute Durchwurzel-barkeit, guter Standort für Kulturpflanzen
(Weizen, Hackfrüchte)
Schlechte Durchwurzel-barkeit, meist
Wiesen und Weiden (Flachwurzler)

Die Bodenart gibt Auskunft über den Nährstoff- und Wasserhaushalt eines Bodens. Ihre Bestimmung ist Voraussetzung für die richtige Bodenbearbeitung und -nutzung. Schluff- und Lehmböden, deren Tongehalt unter 50 % liegt, haben die besten Voraussetzungen für den Ackerbau. Für die Bewertung wurde von den Ämtern für Bodenforschung ein Dreiecksdiagramm entwickelt.

Bezeichnung der Bodenarten

Die Anteile und Mischung von Sand, Schluff und Ton bestimmen die Bodenart, neben den fast reinen Kornfraktionen sind dies mit steigendem Ton- und Schluffgehalt: toniger Sand, sandiger Ton, schluffiger Sand, lehmiger Sand, sandiger Lehm, toniger Lehm, lehmiger Ton, sandiger Schluff, schluffiger Lehm und lehmiger Schluff. Gekennzeichnet werden sie durch eine Buchstabenkombination, die sich aus folgenden Abkürzungen ergibt:

S =Sand
s =sandig
U =Schluff
u =schluffig
L =Lehm
l =lehmig
T =Ton
t =tonig

Beispiele für die Körnung einiger Böden

Die meisten Böden sind aus mehr als zwei Fraktionen zusammengesetzt. Hier einige Beispiele für die Anteiligkeit der einzelnen Fraktionen an unterschiedlichen Böden:

  • Lößboden (75% U, 15% T, 10% S)
  • Sandboden (80% S, 10% U 10% T)
  • Marschboden (50% T, 40% U, 10% S)
  • Marschboden (50% S, 30% U, 20% T)
  • Auenlehm (60% U, 30% T, 10% S)

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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