Parasitismus

Eine weit verbreitete Form von Wechselbeziehungen zwischen Organismen verschiedener Arten ist der Parasitismus. In dieser Beziehung lebt ein Organismus, der Parasit, auf Kosten eines anderen Organismus. Diesen anderen Organismus bezeichnet man als Wirt.
Diese Form der Beziehungen ist im Pflanzenreich wie im Tierreich weit verbreitet.

Parasiten sind Organismen, die sowohl außen an anderen Lebewesen als auch in anderen Organismen leben, sich dort fortpflanzen und sich von diesen anderen Lebewesen direkt oder indirekt ernähren. Leben sie außen an anderen Lebewesen, werden sie Außenparasiten (Bild 1) genannt, leben sie im Körper von anderen Lebewesen, heißen sie Innenparasiten (Bild 2).

Der Holzbock (die Zecke) - ein Außenparasit

Wirtswechsel und Übertragungswege

Ein Lebewesen, dass einen Parasiten beherbergt, wird als Wirt bezeichnet. Viele Parasiten schmarotzen im Verlaufe ihres Lebens an verschiedenen, aber immer ganz bestimmten Wirten, sie vollziehen einen Wirtswechsel.
Den Wirt des erwachsenen Parasiten nennt man Endwirt, den des Parasiten im Jugendstadium Zwischenwirt. Der Endwirt beherbergt den geschlechtsreifen Parasiten, der Zwischenwirt die Larve. Oft wird der Wirt in seinen Lebensfunktionen kaum gestört. Manche Parasiten sind aber sehr gefährlich und können ihrem Wirt gesundheitliche Schäden zufügen oder ihn auch töten. Viele Parasiten ernähren sich vom Blut, andere von Körperteilen ihres Opfers, z. B. Muskeln, Haaren oder Haut, sowie vom nährstoffreichen Darminhalt des Wirtes (Bild 3).

Der Schweinefinnenbandwurm - ein Innenparasit

Die Übertragung auf die Wirte erfolgt beispielsweise durch unsaubere Nahrung, durch mit Parasiteneiern verschmutzte Luft, infolge mangelnder Körperpflege oder durch die aktive Fortbewegung der Schmarotzer selber.

Zu den Parasiten, die auf der Oberfläche ihrer Wirte leben, gehören beispielsweise Blutegel, Zecken, Läuse und Flöhe. Ihre Beute sind Körpersubstanzen, die durch eine stechend saugende Nahrungsaufnahme aufgesaugt werden. Andere Parasiten schmarotzen im Körperinneren der Wirte. Sie leben in Geweben, Körperhöhlen und im Darm.
An diese parasitische Lebensweise sind Schmarotzer wie Bandwürmer (z.B. Schweinefinnenbandwurm) durch gesteigerte Vermehrungsfähigkeit, Rückbildung von Bewegungs- und Sinnesorganen, Vereinfachung des Verdauungssystems, Ausbildung von Haftorganen sehr gut angepasst.

Entwicklung des Rinderfinnenbandwurms

Weitere Bespiele


Die parasitische Lebensweise von Organismen kann man u.a. zur biologischen Schädlingsbekämpfung nutzen. Die Schlupfwespe (Parasit) legt ihre Eier in eine Kohlweißlingsraupe (Wirt). Dort erfolgt die weitere Entwicklung der Schlupfwespenlarven zu den Schlupfwespenpuppen. Dies hat das Absterben der Kohlweißlingsraupe zur Folge (biologische Schädlingsbekämpfung, Bilder 4 und 5).

Raupe mit Schlupfwespenpuppen

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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