Krümmungsbewegungen bei Pflanzen

Gerichtete Krümmungsbewegungen

Bei gerichteten Krümmungsbewegungen (Tropismen) wird die Richtung der Krümmung durch den auslösenden Reiz bestimmt. Die Pflanzen bzw. ihre Organe bewegen sich dem Reiz entgegen (positiver Tropismus) oder wenden sich ab (negativer Tropismus).

Gerichtete Krümmungsbewegungen sind Wachstumsbewegungen. Sie beruhen auf dem verstärkten Transport von Wuchsstoffen (Auxinen) in eine Seite der Pflanzen bzw. ihrer Organe. Diese Seite zeigt ein verstärktes Wachstum.

Die Reaktion von Samenpflanzen auf einseitige Lichtreize z. B. heißt Lichtwendigkeit (Fototropismus). Dabei entsteht durch einseitiges Wachstum eine Krümmungsbewegung des Getreidesprosses zum Licht. Auch die Krümmung einer Zimmerpflanze zum Fenster ist ein Beispiel für Lichtwendigkeit. Deshalb sollte man Pflanzen regelmäßig drehen.

Reaktion auf Licht – Lichtwendigkeit (Fototropismus) einer Sprossspitze

Reaktion auf Licht – Lichtwendigkeit (Fototropismus) einer Sprossspitze

Die Reaktion der Samenpflanzen auf die Erdanziehungskraft heißt Erdwendigkeit (Geotropismus). Dabei entsteht durch einseitiges Wachstum von Spross (nach oben) bzw. Wurzel (nach unten) deren Krümmung.

Ungerichtete Krümmungsbewegungen

Bei ungerichteten Krümmungsbewegungen (Nastien) ist die Richtung der Krümmung vom auslösenden Reiz unabhängig.

Ungerichtete Krümmungsbewegungen auf die Reize Temperatur und Licht sind Wachstumsbewegungen, auf Berührungsreize sind es z. B. Turgorbewegungen (Veränderung des Zellinnendrucks durch osmotische Aufnahme und Abgabe von Wasser aus Geweben).

Nastien sind Bewegungen einer Pflanze oder ihrer Organe, die nicht in Beziehung stehen zu der Richtung, aus der ein auslösender Reiz einwirkt. Diese Bewegungen werden allein vom Bau der Organe gelenkt:

Reaktion auf Temperatur (Thermonastie) – Öffnungs- und Schließbewegungen von Blüten (z. B. Tulpe): Eine höhere Temperatur bewirkt ein verstärktes Wachstum der Oberseite (Innenseite) der Blütenblätter, die Blüten öffnen sich. Eine niedrigere Temperatur dagegen bewirkt ein verstärktes Wachstum der Unterseite (Außenseite) der Blütenblätter, die Blüten beginnen sich zu schließen.

Reaktion auf Erdanziehungskraft – Erdwendigkeit (Geotropismus) einer Keimpflanze

Reaktion auf Erdanziehungskraft – Erdwendigkeit (Geotropismus) einer Keimpflanze

Reaktion auf Licht (Fotonastie) – Öffnungs- und Schließbewegungen von Blütenkörben und Einzelblüten (z. B. Löwenzahn, Seerose): Licht bewirkt beim Löwenzahn ein verstärktes Wachstum der Oberseite (Innenseite) der Blütenblätter, die Blütenkörbe öffnen sich. Dunkelheit bewirkt dagegen ein verstärktes Wachstum der Unterseite (Außenseite) der Blütenblätter, die Blütenkörbe schließen sich. Bei der Seerose führt intensiveres Licht zu verstärktem Wachstum der Oberseite (Innenseite) der Blütenblätter und die Blüte öffnet sich. Mangelndes Licht dagegen führt zu verstärktem Wachstum der Unterseite (Außenseite) der Blütenblätter, die Blüten schließen sich.

Turgorbewegungen b eruhen auf plötzlicher Veränderung des Zellinnendrucks (Turgor) durch osmotische Vorgänge der Wasserabgabe oder -aufnahme in bestimmten Pflanzenteilen (z. B. Gelenke des Blattstiels).

Turgorbewegungen werden durch Berührungsreize ausgelöst, verlaufen relativ schnell und sind umkehrbar.

Reaktion auf Berührung (Seismonastie) – Bewegung von Blättern, z. B. Mimose: Erschütterung, Stoß, Berührung bewirken eine Veränderung des Zellinnendrucks (Turgor) in den Gelenken durch osmotische Aufnahme und Abgabe von Wasser. Dies bewirkt ein Zusammenklappen der Fiederblättchen und das Senken der Blattstiele. Nach einiger Zeit richten sich die Blättchen wieder auf.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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