Wasserfloh

Wasserflöhe (Daphnia) gehören zu den Krebstieren und sind wirbellose Tiere. Sie leben vorwiegend in Süßgewässern, nur wenige im Meer und im Brackwasser.

Einige Wasserflöhe reagieren sehr sensibel auf Wasserverschmutzung. Giftstoffe beeinträchtigen ihre Bewegungsfähigkeit. Im sogenannten Daphnientest nutzen Wissenschaftler dieses Phänomen um Aussagen über Giftstoffe im untersuchten Wasser zu machen.

Bau und Lebensweise des Wasserflohs

(Daphnia pulex)
Mithilfe des Mikroskops kann man bei etwa 20-facher Vergrößerung Einzelheiten des Körperbaus des 1 mm bis 2 mm großen Wasserflohs gut erkennen.

Der Körper des Wasserflohs liegt geschützt zwischen zwei durchsichtigen Chitinschalen, aus denen nur der Kopf und die sich ständig bewegenden Antennen herausragen. Wie alle Krebstiere besitzt der Wasserfloh 2 Paar Antennen. Das größere hintere Antennenpaar am Kopf wird als Ruderantenne bezeichnet und dient der Fortbewegung. Das kleinere Antennenpaar sitzt direkt über der Mundöffnung.

Der vordere Rumpfabschnitt trägt 5 Paar Beine mit Filterborsten. Sie sind ständig in Bewegung und erzeugen dadurch einen Wasserstrom, der in einen vorderen Spalt zwischen den Chitinschalenhälften ein- und hinten wieder ausströmt. Dabei wird einerseits den Kiemen in den Kiemensäckchen ständig frisches Wasser zugeführt, um daraus Sauerstoff zu entnehmen und Kohlenstoffdioxid abzugeben. Andererseits filtern die Filterborsten Nahrungsteilchen, z. B. kleine Algen, Bakterien und andere Schwebstoffe aus dem Wasser. Von dort werden sie in die Mundöffnung befördert und anschließend im Darm verdaut. Da der Inhalt des Darms häufig grün gefärbt ist, lässt sich der Weg der Nahrung unter dem Mikroskop gut beobachten. Der Darm zieht sich von der Mundöffnung bogenförmig durch den Körper nach unten zum After.

Im Rücken des Wasserflohs ist das einfache Herz erkennbar, das ca. 4-mal pro Sekunde schlägt und dadurch das Blut im sonst offenen Blutkreislauf in Bewegung hält. Das Komplexauge am Kopfende wird durch Muskeln bewegt und ermöglicht eine Orientierung im Wasser.

Die Eierstöcke des Weibchens verlaufen als lang gestreckte Säcke beidseitig entlang des Darms. Sie sind über Eileiter mit dem Brutraum verbunden. Im Rücken des Weibchens befindet sich der Brutraum, in dem sich im Sommer aus unbefruchteten Eiern nur weibliche Tiere entwickeln. Diese Entwicklung verläuft in sehr kurzen Zeitabständen und führt häufig zu einer Massenvermehrung von Wasserflöhen in einem Gewässer. Im Herbst, also bei schlechten Lebensbedingungen, entwickeln sich aus diesen Eiern auch Männchen, die sich mit den Weibchen paaren. Die befruchteten Eier besitzen eine feste Hülle, mit der sie ungünstige Wintermonate überdauern können. Deshalb bezeichnet man sie als Dauereier. Nach der Befruchtung sterben die Wasserflöhe ab. Im nächsten Frühjahr entwickeln sich aus den befruchteten Dauereiern wieder vor allem weibliche Tiere und der Fortpflanzungskreislauf beginnt von Neuem.
Die Dauereier können Jahrzehnte oder länger überstehen. Im Bodensee fand man in 50 Jahre alten Schichten Dauereier, aus denen sich im Labor Wasserflöhe entwickelt haben. Dieser Fortpflanzungs-Mechanismus gibt den Wasserflöhen die Möglichkeit längere Trocken- und Kälteperioden oder Zeiten von Wasserverschmutzung zu überstehen und sich danach wieder schnell zu verbreiten.
Der Wasserfloh ist Nahrung, z. B. für viele, kleine Fische, und damit auch ein wichtiges Glied in der Nahrungskette eines Gewässers.

Körperbau des Wasserflohs

Körperbau des Wasserflohs

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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