Landeshauptstadt Schwerin

Schwerin ist die Hauptstadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und damit Sitz der Landesregierung. Es ist mit knapp 95  000 Einwohnern die kleinste Landeshauptstadt Deutschlands. Das Stadtwappen zeigt in Blau das goldene Reiterbildnis Herzog Heinrichs des Löwen.

Schwerin liegt im Westen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern unmittelbar am Südwestrand des Schweriner Sees. Dieser hat eine Länge von 23 km und eine Breite von 5,5 km. Damit umfasst er eine Fläche von 62,1 km² und ist nach dem Bodensee und der Müritz der drittgrößte See Deutschlands. Der Schweriner See erreicht eine Tiefe von 51 m. Weitere kleinere Seen liegen um ihn herum, so der Medeweger See, der Lankower See und der Ostorfer See, die zum Stadtgebiet gehören. Die Stadt Schwerin umfasst ein Territorium von 130 km². Ein Viertel davon wird von Seen gebildet.

Der Schweriner See ist ein ehemaliges toteisgefülltes Zungenbecken, das sich beim Abtauen des Innlandeises mit Schmelzwasser gefüllt hat. Er liegt zwischen der Endmoräne des Pommerschen Stadiums am nördlichen Ufer und der Endmoräne der Frankfurter Staffel im Süden. Er liegt damit inmitten einer vielgestaltigen Jungmoränenlandschaft im Westen der Mecklenburgischen Seenplatte, deren landschaftliche Gestalt am Ende der letzten Eiszeit (Weichselkaltzeit) geformt wurde. Geprägt wird diese seenreiche Landschaft durch den Gegensatz zwischen den die Seen umgebenden Moränenhöhen, die vielfach bewaldet sind, und der (Urstromtal-)Niederung der Lewitz im Süden.

Das Stadtbild Schwerins zeugt noch heute von der wechselvollen Geschichte der Stadt. Von der mittelalterlichen Bausubstanz sind allerdings vor allem nur der Dom und einige Reste im Schloss übrig geblieben, da mehrere Stadtbrände – der schwerste fand 1651 statt – die mittelalterliche Stadt zerstörten. In der Innenstadt wird das Bild von der ehemaligen Residenzstadt der Herzöge und ihrer Bauten geprägt, die im wesentlichen im 18./19. Jahrhundert entstanden sind. Das betrifft sowohl die Präsentationsbauten, an denen der Baumeister GEORG ADOLF DEMMLER (1804–1886) maßgeblich beteiligt war, als auch die verschiedenen Stadtteile, wie Altstadt, Paulsstadt, Schelfstadt und Feldstadt, die zusammen von den Straßenzügen Graf-Schack-Allee, Ostorfer Ufer, Obotritenring, Spieltordamm, Knaudtstraße, und Werderstraße eingerahmt werden (Bild 1) und die im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört worden sind. Die Entwicklung zur Großstadt nach 1960 zeigt sich vor allem in den neuen Stadtteilen Lankow nordwestlich und Großer Dreesch im südöstlich der Innenstadt.

Die Ursprünge der Stadt

Die Ursprünge der Stadt befanden sich auf der heutigen Schlossinsel mit dem Schloss. Ursprünglich stand auf dieser Insel im Schweriner See die Inselburg „Zuarin“ (slaw. zuerina = eine tier- und waldreiche Gegend) – eine Bezeichnung, aus der schließlich der Name der heutigen Stadt hervorgegangen ist. Sie war eine Grenzburg der Obotriten nach Süden und ist erstmals 1018 in der Chronik THIETMARS VON MERSEBURG urkundlich erwähnt worden als Burg des Obotritenfürsten MISTIZLAW. Diese Burg ließ der Obotritenfürst NIKLOT 1160 vor dem heranziehenden HEINRICH DEM LÖWEN abbrennen. Die Obotriten (auch Abodriten, Obodriten) waren slawische Stämme im östlichen Holstein und im westlichen Mecklenburg, die im 12. Jh. durch den Sachsenherzog HEINRICH DEN LÖWEN endgültig unterworfen wurden und schließlich in der deutschen Bevölkerung aufgingen.

Die Burg war wichtig genug, um sie sofort wieder aufzubauen. 1167 wird die Burg der Sitz eines Grafen der Grafschaft Schwerin. Auf der heutigen Schlossinsel lag auch der Ursprung der Stadt. Auf Inseln und flachen Moränenrücken, die in den großen See ragten und moorige Strände hatten, lagen die slawischen Siedlungen. Nach der Niederwerfung der Obotriten entstand eine kleine deutsche Kaufmannssiedlung vor der neuen Burg. Dieser Siedlung wurde 1160 durch HEINRICH DEN LÖWEN das Stadtrecht verliehen. Schwerin ist dadurch die zweitälteste deutsche Stadtgründung östlich der Elbe. Gleichzeitig wurde der Bischofssitz von Burg Mecklenburg (bei Wismar) nach Schwerin verlegt. Damit wurde die Stadt, die bis 1648 Bischofssitz war, das geistliche Zentrums Mecklenburgs.

Stadtplan von Schwerin (Ausschnitt)

Stadtplan von Schwerin (Ausschnitt)

Der Wasserreichtum der unmittelbaren Umgebung der Stadt – wegen günstiger Verteidigungsmöglichkeiten für deren Gründung sicherlich ausschlaggebend – wirkte sich nachteilig auf die weitere Entwicklung Schwerins aus. Die Stadt wuchs während des Mittelalters nur langsam. Anfangs war sie zur Sicherheit mit einer Befestigung aus Palisaden umgeben, erst um 1330/40 folgte eine massive Stadtbefestigung mit Mauer, Wall und Graben. Die weitere bauliche Entwicklung – wegen des morastischen Bodens wurde für die deutschen Siedlungen das Gelände um den Alten Garten und um den heutigen Markt gewählt – ist von der geringen Bedeutung der Stadt nachteilig beeinflusst worden, denn sie wurde z. B. von keiner der großen mittelalterlichen Handelsstraßen berührt. Bald schon überflügelten jüngere Stadtgründungen, wie die Küstenstädte Wismar und Rostock, die Stadt Schwerin.

Schwerins Bedeutung im Mittelalter beruhte vor allem darauf, dass hier die Grafen und später die Herzöge von Mecklenburg ihre Residenz errichteten.

Die Residenzstadt

Erst als der herzogliche Hof 1358 Burg Mecklenburg nach Schwerin kam, vergrößerte sich der wirtschaftliche und kulturelle Einfluss der Stadt. Schwerin wurde Sitz des Herzogstums bzw. des Großherzogstums (ab 1815) Mecklenburg-Schwerin, Residenzstadt.

Der Ausbau der mittelalterlichen Burg zum Schloss erfolgte im 16. und 17. Jahrhundert. Das jetzige Schloss auf der Burginsel, ein fünfeckiger, mit vielen Türmen und Türmchen verzierter Bau, weist Stilelemente der Gotik, des Barock und der Renaissance auf. Die heutige Gestalt des Schlosses stammt aus den Jahren 1843 bis 1857. Es wurde umgebaut nach Plänen von DEMMLER unter Verwendung von Ideen GOTTFRIED SEMPERS (1803–1879). Der durch die tiefgreifende Umgestaltung in der Mitte des 19. Jahrhunderts geschaffene Bau ist eine der interessantesten Schöpfungen des Historizismus in Deutschland. Eine besondere Steigerung wird durch die Einbindung in die hervorragende landschaftliche Situation erreicht. Der Burggarten ist eine Parkanlage auf der Schlossinsel nach Gestaltungsplänen LENNÈS (1789–1866) mit wertvollem Baumbestand und einem beeindruckenden Blick von der Orangerie auf den Schweriner See.

Das Schloss ist heute Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorprommern und in seinem musealen Teil auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Der sich südlich an die Schlossinsel anschließende Schlossgarten auf dem Festland mit seinem Barockpark mit dem Kreuzkanal, den Gartenplastiken PERMOSERS (1651–1732) und seinen terrassenartigen Kaskaden stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert nach Anregungen von LENNÈ erweitert.

Die Schlossbucht wird durch die Marstall-Halbinsel begrenzt. Der Marstall mit seiner Reithalle entstand ebenfalls nach Plänen DEMMLERS und beherbergt heute neben Landesministerien auch das Technische Landesmuseum.

Große repräsentative Gebäude prägen das Bild der Innenstadt, die sich nordwestlich der Schlossinsel ausbreitet. Bestimmend dafür war der Wunsch des Großherzogs nach Repräsentanz. Mit großem Kostenaufwand entstanden innerhalb weniger Jahre großartige Bauten, die das Gesicht der Stadt entscheidend veränderten. So entstammen DEMMLERS Feder das Kollegiengebäude in der Schlossstraße (heute Landesregierung), die Fassade des Rathauses am Markt und der Neubau des Hoftheaters. Sein Verdienst ist auch die Einfassung des Pfaffenteichs und der Bau des Arsenals.

Konzentrationspunkt für das Stadtbild ist der Alte Garten, der sich gegenüber der Schlossinsel befindet und einst höfischer Nutzgarten und Exerzierplatz war. An ihm erheben sich bedeutende repräsentative Gebäude. Mecklenburgisches Staatstheater – ein Neubau von 1882 bis 1886 – Staatliches Museum, die hohe Siegessäule und das Alte Palais machen den Alten Garten zu einem der schönsten Plätze Norddeutschlands.

Die heutigen Gebäude der Landesregierung in der Schlossstraße waren früher Regierungsgebäude und Repräsentationsbauten des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin. Sie entstanden nach 1830 mit klassizistischen Formen und waren zunächst noch stark von DEMMLERS Lehrer KARL FRIEDRICH SCHINKEL (1781–1841) geprägt.

Die Altstadt wird repräsentiert durch das architektonisch interessante Gebäudeensemble am Markt. Dazu gehören neben schönen Giebelhäusern das altstädtische barocke Rathaus mit einem Durchgang zum dahinter liegenden Schlachtermarkt, das klassizistische Säulengebäude und der alte Domhof.
Das altstädtische Rathaus, mehrfach durch Brände zerstört, wurde 1835 durch eine Fassade im Tudorstil, ein nach der englischen Dynastie der Tudor benannter Baustil, verblendet. Vom Turm des Doms wird sichtbar, dass sich hinter dieser Fassade mehrere ursprüngliche Giebelhäuser „verstecken“. Das anmutige Säulengebäude, das sogenannte Neue Gebäude, am Markt ist ein Bau zwischen Spätbarock und Klassizismus. Es wurde ursprünglich als Markthalle errichtet und dient heute als Ausstellungsgebäude. Vor dem Neuen Gebäude wurde 1995 im 800. Todesjahr des Domstifters und Stadtgründers HEINRICH DER LÖWE ein Abguss des Braunschweiger Löwen aufgestellt.

Hinter der Nordseite des Marktes ragt der Dom hervor. Der gotische Dom ist eines der prächtigsten Bauwerke norddeutscher Backsteingotik und eine der wenigen erhaltenen Zeugen mittelalterlicher Baukunst in Schwerin. Bereits 1171 wurde in Anwesenheit HEINRICH DES LÖWEN der erste Dom eröffnet. 1228 wurde eine neue romanische Backsteinkirche geweiht. Der heutige Dom wurde schrittweise seit 1270 gebaut. Nach seinem romanischen Vorgänger wurde der 100 m lange gotische Bau bis 1416 als Basilika mit dreischiffigem Querhaus errichtet. Der Hauptturm, ein mächtiger neugotischer Turm, wurde erst 1892 vollendet. Im Innern des Domes sind ein gotischer Kreuzaltar (um 1440), bronzene Grabplatten (Ende 14. Jh.) und gotische Taufbecken besonders wertvoll. Vom Turm des Doms hat man bei gutem Wetter einen eindrucksvollen Rundblick über Schwerin und seine Umgebung.

Die Altstadt wird in starkem Maße auch von der zum Teil zur Fußgängerzone gehörenden Mecklenburgstraße geprägt. Sie ist Einkaufszentrum der Innenstadt und lädt mit vielen Gaststätten zum Verweilen ein. Die Mecklenburgstraße führt nach Norden zum Pfaffenteich. Hier befindet sich u.a. das Gebäude des Arsenals, das im Stil der Tudorgotik errichtet wurde und heute das Innenministerium beherbergt. Der Pfaffenteich trennt die Schelfstadt im Osten von der Paulsstadt im Westen.

Der Aufbau der Schelfstadt begann 1705. Ihr Baubestand geht kaum hinter das 17. Jahrhundert zurück. Die Schelfstadt wird durch ihre unzähligen Fachwerkhäuser charakterisiert, die zum Teil aufwändig restauriert worden sind. Die Schelfkirche am Schelfmarkt wurde ab 1710 errichtet. Sie ist der früheste und bedeutendste barocke Stadtkirchenbau in Mecklenburg. In ihrer barocken Anlage ist sie erhaltenen geblieben.

Nach dem Bau der Schelfstadt folgten wieder Jahre der Stagnation. Mitte des 18. Jh. verlegten die Herzöge für 80 Jahre ihren Hof nach Ludwigslust. 1837 erfolgte die Rückverlegung und erst danach begann die städtebauliche Erweiterung. Die Neuanlage der Paulsstadt begann 1838. In ihr entstand um 1865 die Paulskirche als neugotischer Backsteinbau.

Trotz des Baus von Schelfstadt und Paulsstadt wuchs die Stadt nur langsam über die alten Grenzen hinaus. Ein Wachstumsimpuls für die Stadt ergab sich mit der Eröffnung der Bahnverbindung nach Hagenow-Land im Jahre 1847, wodurch an die bereits bestehende Eisenbahnlinie Hamburg-Berlin angeschlossen werden konnte. Eine direkte Verbindung zu anderen Großstädten ergab sich jedoch während der folgenden Jahrzehnte nicht. Dagegen war die 1842 mit dem Bau des Paulsdamms durch den Schweriner See geschaffene direkte Straßenverbindung in Richtung Güstrow/Rostock für die Stadt von großem Vorteil.

Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden erste kleinere Industriebetriebe und es entwickelten sich typische Mietskasernenviertel. Die Bevölkerungszahl stieg ständig, und 1919 hatte die Stadt 43 000 Einwohner.

Von der Residenzstadt zur Landeshauptstadt

Die Fürstenherrschaft dauerte bis 1918. Der Freistaat Mecklenburg-Schwerin wurde gegründet, Schwerin wurde die Hauptstadt. Es blieb auch Hauptstadt, als 1934 das Land Mecklenburg gebildet wurde. Die Landeshauptstadt vergrößerte sich. Sie erreichte zu Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 ca. 65 000.

Nach 1945 wird die Einwohnerzahl in der vom Krieg unzerstörten Stadt stark erhöht. Sie erreicht im Sommer 1945 200 000 Einwohner. Mit der Bildung der Bezirke in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) entsteht 1952 der Bezirk Schwerin mit der Stadt als Bezirksstadt. Die einstige Residenzstadt hat sich nach 1960 zu einer bedeutenden Industriestadt entwickelt. Neue Wohngebiete entstanden in Lankow und auf dem Großen Dreesch, sodass sich die Stadt über Zippendorf mit dem Strandbad hinaus in südöstliche Richtung entwickeln konnte. Die errichteten Neubaugebiete fügen sich harmonisch in die naturgegebene Landschaft ein.

Bereits vor der Errichtung des Wohngebietes Großer Dreesch war im traditionellen Ausflugsort Schwerin-Zippendorf 1964 der 138,7 m hohe Fernsehturm errichtet worden. Von seiner Aussichtsplattform kann man die Stadt der Seen und Wälder und ihre Umgebung eindrucksvoll wahrnehmen. Seine Gaststätte, die zwischen 1991 und 1999 geschlossen war, befindet sich über der Aussichtsplattform.

Ganz in der Nähe von Zippendorf befindet sich das sehenswerte Freilichtmuseum Schwerin-Muess. Die Gebäude wurden nicht wie anderenorts aus verschiedenen Landesteilen zusammengetragen, sondern das Museum in Schwerin-Muess umfasst einen Teil des alten Ortskerns von Muess, das erstmalig 1304 urkundlich erwähnt worden ist. Das Dorf wurde allerdings im Dreißigjährigen Krieg verwüstet und später wieder aufgebaut. Das ab 1970 eröffnete Museum gibt einen Einblick in die Arbeits- und Lebenswelt eines mecklenburgischen Dorfes vom 18. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, das bis 1820 von der Leibeigenschaft geprägt war.

1972 wird Schwerin mit über 100 000 Einwohnern Großstadt. Der Industriekomplex Schwerin-Süd entsteht. Schnellstraßenbahnen verbinden die Neubaugebiete mit dem in den folgenden Jahren angelegten Industriegebiet im Süden. Die Verkehrsanbindung verbesserte sich durch einen Autobahnzubringer zur heutigen A 24 Berlin–Hamburg. Die Deutsche Reichsbahn richtete mit Schellverkehrszügen die durchgehende Verbindung nach Berlin ein. 1990 erreichte die Stadt die Zahl von 130 000 Einwohnern.

Nach der Wende in der DDR 1989 entstand 1990 das Land Mecklenburg-Vorpommern und Schwerin wurde aufgrund entsprechender Traditionen zur Landeshauptstadt, erhielt so ihre Funktion als Verwaltungszentrum eines Landes zurück. Nach der Herstellung der deutschen Einheit wurden die Straßenverkehrsverhältnisse verbessert. Die A 241 von Schwerin nach Wismar zur A 20 (Ostseeautobahn von Lübeck Richtung Prenzlau) ist bereits teilweise fertiggestellt, eine Autobahnverbindung von Magdeburg nach Schwerin geplant.

Mit Beginn der 90er Jahre hat sich auch in der Landshauptstadt Schwerin wie in allen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns ein tiefgreifender Strukturwandel in der Wirtschaft vollzogen. Das Wirtschaftswachstum stagnierte, die Arbeitslosigkeit erreichte dauerhaft hohe Werte, die Investitionstätigkeit nahm ab und die Exportumsätze gingen zurück. Die Einwohnerzahl sinkt seit 1993 dramatisch. 2003 waren es weniger als 100 000 Einwohner, weniger als die Größenordnung einer Großstadt. Hauptgrund ist der Wegzug aus der Region. Meist sind es Jugendliche oder junge Familien, die nach Hamburg, Schleswig-Holstein sowie Niedersachsen oder Süddeutschland ziehen, wo sie einen Ausbildungsplatz oder eine ihrer Qualifikation entsprechende Beschäftigung und Entlohnung erhalten.

Deshalb wird versucht neue Arbeitsplätze zu schaffen. Doch der stürmische Beginn von Unternehmensgründungen ab 1990 ebbte bis 1999 ab. Gegenwärtig sind in Schwerin rund 6800 Unternehmen ansässig, die meisten sind Klein- und Kleinstbetriebe. 60 % der Unternehmen haben eine Mitarbeiteranzahl bis zu 5 und etwa 10 % bis zu 20 Beschäftigten. Größere Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigen haben nur einen Anteil von 6 %. Zu ihnen gehört das Technologie- und Gewerbezentrum mit insgesamt mehr als 800 Arbeitsplätzen. Seine Firmen befassen sich u. a. mit modernen Branchen, wie Medizintechnik, Umwelttechnik, Wasserstofftechnik und Industrieelektronik.

Eine besondere Rolle in der Wirtschaft spielt auch der Tourismus. Dafür musste die Hotelkapazität erweitert werden. So bot sich an, den Speicher am Ziegelsee, der bis in die frühen 90er Jahre als Getreidespeicher gedient hatte, umzubauen. 1998 wurde in diesem denkmalgeschützten Gebäude ein First-Class-Hotel eröffnet.

Aus der Geschichte

1018: Erstmalige Erwähnung der Obotritenburg Zuarin

1160: Verleihung des Stadtrechts durch HEINRICH DEM LÖWEN

1358: Verlegung des herzoglichen Hofes nach Schwerin

1705: Aufbau der Schelfstadt

1837: Rückverlegung des Hofes aus Ludwigslust

1838: Aufbau der Paulsstadt

1843-1857: Umbau des Schlosses und Errichtung weiterer Repräsentationsbauten

1918: Hauptstadt des Freistaates Mecklenburg-Schwerin

1934: Hauptstadt des Landes Mecklenburg

1952: Bezirksstadt

1972: Schwerin wird durch Überschreiten der Einwohnerzahl von 100 000 Großstadt

1990: Hauptstadt des Landes Mecklenburg-Vorpommern

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