Gottlieb Daimler

GOTTLIEB DAIMLER lebte in einer Zeit, die durch tiefgreifende technische Umwälzungen und schnelle technische Entwicklungen gekennzeichnet war. Um 1840 war der Energieerhaltungssatz formuliert und allgemein anerkannt worden. WERNER VON SIEMENS (1816–1892) fand mit dem dynamoelektrischen Prinzip die Grundlagen für die Erzeugung von Elektroenergie in großem Maßstab. Telegrafie und Eisenbahnwesen entwickelten sich stürmisch. Dampfmaschinen wurden als Antriebsmaschinen in vielen Bereichen genutzt. Erste Verbrennungsmotoren wurden entwickelt.

Leben und Wirken

GOTTLIEB DAIMLER wurde am 17. März 1834 in Schorndorf (Württemberg) als Sohn eines Bäckermeister geboren. Ab 1848 absolvierte er eine vierjährige Lehre bei einem Büchsenmacher. Dort erlangte er Fertigkeiten in feinmechanischen Arbeiten, was für seine spätere Tätigkeit von erheblicher Bedeutung sein sollte.

Nach der Lehre arbeitet er in einer Fabrik in der Nähe von Straßburg, in der Maschinen, Lokomotiven und Eisenbahnwaggons hergestellt wurden. Aus der Erkenntnis heraus, dass man für anspruchvollere Arbeiten tieferes theoretisches Wissen benötigt, begann DAIMLER 1857 am Polytechnikum Stuttgart ein Studium des Maschinenbaus.
Nach dem Studium unternahm er ab 1859 Reisen nach Frankreich und England. Insbesondere in England - der damals technisch führenden Nation - lernte er den modernsten Stand der Technik kennen. Nach einem Besuch der Weltausstellung, die 1862 in London stattfand, kehrte er nach Deutschland zurück und war als Techniker in verschiedenen Werken tätig.

1872 wurde er technischer Direktor in der von NIKOLAUS AUGUST OTTO (1832–1891) und EUGEN LANGEN (1833–1895) gegründeten „Gasmotorenfabrik Deutz AG“. Persönliche Auseinandersetzungen mit OTTO und LANGEN führten schließlich dazu, dass DAIMLER 1881 den Betrieb verließ und sich zusammen mit WILHELM MAYBACH (1846–1929) selbständig machte.

In den nachfolgenden Jahren entwickelten die beiden gemeinsam in Bad Cannstatt bei Stuttgart den ersten für Fahrzeuge geeigneten Verbrennungsmotor. 1890 gründete DAIMLER die Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürckheim. Durch die Vereinigung mit der Benz & Cie., Rheinische Gasmotorenfabrik Mannheim entstand 1926 die Daimler-Benz AG.

In seinen letzten Lebensjahren beschäftigte sich DAIMLER mit der weiteren Verbesserung von Motoren und versuchte insbesondere, leichtere Motoren größerer Leistung zu konstruieren.
Er starb am 6. März 1900 in Bad Cannstatt bei Stuttgart.

Wissenschaftliche und technische Leistungen

DAIMLERs erste bedeutende technische Leistung war die Verbesserung des von OTTO und LANGEN entwickelten Gasmotors mit vier Takten. Größere Fortschritte erzielte er aber erst, nachdem er sich 1881/82 selbständig gemacht und gemeinsam mit WILHELM MAYBACH die Aufgabe gestellt hatte, einen schnell laufenden, für Fahrzeuge geeigneten Motor zu entwickeln. Dazu musste vor allem das Zündsystem für höhere Drehzahlen geeignet sein. Die Lösung sahen DAIMLER und MAYBACH in der Glührohrzündung. Das war ein Rohr, das hellrot glühte und in den Zylinder ragte. Immerhin ermöglichte die Art der Zündung Drehzahlen bis zu 900 je Minute. Als Kraftstoff wurde Benzin verwendet. Der Motor arbeitete nach dem Viertakt-Prinzip. DAIMLER erhielt für seine Erfindungen 1883 zwei Patente und schuf 1885 gemeinsam mit MAYBACH einen Motor mit einem Hubraum von 164 cm 3 , der eine Masse von etwa 40 kg hatte und bei 700 Umdrehungen in der Minute eine Leistung von 0,5 PS erreichte. Seine Funktionsprobe absolvierte er 1885 in einem zweirädrigen Holzgestell. Diese Anordnung wird als erstes Motorrad der Welt bezeichnet. 1886 wurde auch ein Motorwagen entwickelt.

1889 stellten DAIMLER und MAYBACH einen verbesserten Motor vor, der für Kraftwagen geeignet war. MAYBACH führte nach dem Tod von DAIMLER die gemeinsam begonnenen Arbeiten überaus erfolgreich fort.
Ab 1902, also nach dem Tode von DAIMLER, begann in den Daimler-Werken die Produktion einer PKW-Serie. Benannt wurde die Serie nach der Tochter von EMIL JELINEK, dem österreichisch-ungarischen Honorarkonsul in Nizza, der auch Chef der dortigen Daimler-Vertretung war. Es ging um einen attraktiven Namen für den französischen Markt. Die Tochter von JELINEK hieß Mercedes.

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