Joseph Henry

JOSEPH HENRY war ein bedeutender amerikanischer Physiker. Er lebte in einer Zeit, in der sich insbesondere der Erkenntnisse in der Elektrizitätslehre schnell entwickelten. ALESSANDRO VOLTA (1745–1827) hatte die ersten brauchbaren elektrischen Quellen entwickelt. AMPÈRE (1775–1836) und OERSTED (1777–1851) fanden und untersuchten die magnetische Wirkung des elektrischen Stromes. OHM (1789–1854) fand einen grundlegenden Zusammenhang zwischen der Spannung und der Stromstärke. M. FARADAY (1791–1867) entdeckte die elektromagnetische Induktion und deren Gesetze.

Leben und Wirken

JOSEPH HENRY wurde am 17. Dezember 1797 in Albany im Staat Ney York geboren. Nach dem Schulbesuch und einer Uhrmacherlehre war er zunächst in diesem Beruf tätig, bildete sich aber nebenbei ständig weiter.
Bereits 1826, also im Alter von 28 Jahren, wurde HENRY Mathematik-Professor an der Akademie in Albany und 1832 Professor für Physik an der Universität von Princeton, also an einem Ort, an dem später der deutsche Physik-Nobelpreisträger ALBERT EINSTEIN (1879–1955) wirkte.

1836–1837 unternahm HENRY eine Europareise mit dem Ziel, Fachleute der Elektrotechnik zu treffen und mit ihnen in Erfahrungsaustausch zu treten. So begegnete er in England dem Physiker und Techniker WILLIAM STURGEON (1783–1850), der sich mit dem Bau von Elektromagneten beschäftigte. Er traf auch solche bedeutenden Physiker und Techniker wie MICHAEL FARADAY (1791–1867) und CHARLES WHEATSTONE (1802–1875).
1846 wurde HENRY Sekretär der „Smithonian Institution“ in Washington, einer führenden nordamerikanischen Akademie. Diese Einrichtung war u. a. für den weltweiten Austausch von wissenschaftlichen Informationen zwischen Forschungseinrichtungen zuständig.
Ab 1868 war HENRY Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Vereinigten Staaten von Nordamerika.

HENRY ist auch aus anderen Gründen von historischem Interesse: Er hinterließ so viele Aufzeichnungen über das Leben seiner Zeit wie kaum ein anderer Wissenschaftler. Seine umfangreichen Aufzeichnungen sind z.T. ausgewertet und in mehreren Bänden veröffentlicht worden.
JOSEPH HENRY starb am 13. Mai 1878 in New York.

Joseph Henry (1779 bis 1878)

Wissenschaftliche Leistungen

Als Physiker beschäftigte sich HENRY vor allem mit Erscheinungen des Elektromagnetismus. Insbesondere untersuchte er den Elektromagnetismus und beschäftigte sich mit dem Bau leistungsstarker Elektromagnete, für die er in der Industrie vielfältige Anwendungsmöglichkeiten voraussah. Bild 2 zeigt die Skizze eines solchen Elektromagneten. Seinen größten Elektromagneten baute HENRY 1851. Dieser Magnet hatte eine Masse von 50 kg und konnte Lasten bis zu etwa 2 Tonnen heben.

Große Verdienst erwarb sich HENRY auch auf dem Gebiet der Meteorologie. Er begründete die amerikanische Wetterberichterstattung und entwickelte Wetterkarten, die später überall gebräuchlich wurden und die man heute täglich im Fernsehen und in Zeitungen sehen kann.

Zu Ehren von JOSEPH HENRY wurde die Einheit für die Induktivität Henry genannt (Abkürzung: 1 H). Für diese Einheit der Induktivität gilt:
1 H = 1VsA= 1 WbA=1kgm2A2s2
Genauere Hinweise zur physikalischen Bedeutung dieser Größe findet man unter dem Stichwort „Induktivität“.

Technische Ausführung eines Lasthebemagneten, so wie er von JOSEPH HENRY gebaut wurde.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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