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Phonetik

Phonetik ist die Wissenschaft vom Sprachschall, seiner Erzeugung durch den Sprecher und seiner Verarbeitung durch den Hörer, wobei die Gesamtheit der physikalischen, physiologischen und psychischen Prozesse der menschlichen Kommunikation mittels gesprochener Sprache zu berücksichtigen ist. Die traditionelle Bestimmung der Phonetik als der Wissenschaft von den Sprachlauten ist im Hinblick auf die moderne phonetische Forschung zu eng.

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Definition

Phonetik ist die Wissenschaft vom Sprachschall, seiner Erzeugung durch den Sprecher und seiner Verarbeitung durch den Hörer, wobei die Gesamtheit der physikalischen, physiologischen und psychischen Prozesse der menschlichen Kommunikation mittels gesprochener Sprache zu berücksichtigen ist. Die traditionelle Bestimmung der Phonetik als der Wissenschaft von den Sprachlauten ist im Hinblick auf die moderne phonetische Forschung zu eng.

Es werden folgende Phonetikzweige unterschieden:

  1. artikulatorische Phonetik,
  2. akustische Phonetik,
  3. perzeptive Phonetik,
  4. physiologische Phonetik,
  5. funktionale Phonetik.

Artikulatorische Phonetik

Grundlage für die Arbeitsweisen im Rahmen der artikulatorischen Phonetik ist der Umgang mit der so genannten IPA-Tabelle (Internationales Phonetisches Alphabet).

Die Bildung von Lauten nennt man Artikulation. Von daher hat diese Richtung der Phonetik ihren Namen. Folgende Bereiche des Körpers sind bei der Lautbildung wichtig:

  • der Mund- und Rachenraum (Zähne, Lippen, Zunge),
  • die Nase,
  • die Stimmbänder,
  • die Lungen.

Die Stimmbänder erzeugen durch Schwingung Laute. Sie befinden sich im Kehlkopf, der eine Ventilfunktion für den Luftstrom besitzt. Die Lungen tragen zur Lautbildung bei, indem sie einen Luftstrom erzeugen. Bei Vokalen schwingen die Stimmbänder immer. Eine Ausnahme bildet das Flüstern, hierbei tendiert die Schwingung der Stimmbänder gegen Null.

Um einen Laut vollständig klassifizieren zu können, sind Angaben zur Artikulationsstelle, Art und Weise der Artikulation sowie zur Sonorität (Klangfülle eines Lautes, Grad der Stimmhaftigkeit) notwendig.

Akustische Phonetik

Die akustische Phonetik untersucht Sprachlaute unter dem Aspekt der Lautübertragung. Ihr Gegenstand ist die physikalisch-akustische Struktur von Sprachlauten. Im Vergleich zur artikulatorischen Phonetik ist die akustische Phonetik eine relativ junge Disziplin. Das liegt an der Tatsache, dass die für dieses Fach notwendigen technischen Hilfsmittel, wie z. B. Spektrographen, auch erst in neuerer Zeit entwickelt wurden. In diesem Bereich werden Laute über ihre physikalischen Eigenschaften, unter anderem ihre Frequenz, klassifiziert. Hinsichtlich der maschinellen Verarbeitung gesprochener Sprache gewinnt die akustische Phonetik zunehmend an Bedeutung. Da Maschinen weder über die Sprechwerkzeuge (Kehlkopf, Zunge, Zähne usw.) noch über ein menschliches Gehör und die mit der Wahrnehmung von Lauten verbundenen Empfindungen verfügen (Zischlaut, Schnalzlaut usw.), ist die physische Seite der Lautschallwellen in diesem Zusammenhang besonders wichtig.

Perzeptive Phonetik

Die perzeptive Phonetik untersucht die anatomischen und neuro-physiologischen Prozesse bei der Wahrnehmung von Sprachlauten. Dieses Teilgebiet der Phonetik beschäftigt sich zum einen mit der für die Lautwahrnehmung relevanten Anatomie des Gehörs, zum anderen mit der Dekodierung oder dem Verstehen und Verarbeiten des Wahrgenommenen im Gehirn. Individuelle Wahrnehmung und subjektive Lautempfindung bestimmter Laute sind keine gute Basis für die Klassifikation von Sprachlauten.

Physiologische Phonetik

Die physiologische Phonetik untersucht vor allem die Vorgänge, die die Artikulationsorgane steuern (sofern sie einer Untersuchung überhaupt zugänglich sind), sowie die Vorgänge, die der Signalverarbeitung beim Hören dienen. In diesen Bereich fallen auch Untersuchungen über die Atmung und die Stimmlippen, soweit sie unmittelbar mit der Schallerzeugung zusammenhängen, und über den Mechanismus des Mittel- und Innenohres, soweit das phonetisch von Belang ist. Wenn Störungen des Sprech- oder Hörvorganges Gegenstand der Untersuchung sind, wird auch auf Kenntnisse der Biologie und Kybernetik, der Psychoakustik, Anatomie, aber auch der Pathologie zugegriffen.

Funktionale Phonetik

Die funktionale Phonetik (auch Phonologie genannt) untersucht die Gliederung des Sprachschalls und der Sprachwahrnehmung, soweit sie für die einzelnen Sprachen spezifisch ist. In erster Linie ist dabei an das System der Phoneme und eine Funktion in einer einzelnen Sprache, aber beispielsweise auch an Sprechpausen, Wortbetonung, Satzmelodie, Verschleifen von Silben, Frageintonation und vieles andere mehr zu denken. Solche Gliederungen rühren her von der sprachlichen oder kommunikativen Funktion, die der Sprechschall und seine Wahrnehmung im System einer Sprache zu erfüllen haben. Die funktionalen Zusammenhänge im phonetischen Material und die Systeme funktionaler Einrichtungen sind daher nicht rein aus akustischen Analysen oder aus qualitativen Untersuchungen des wahrgenommenen Schalls ableitbar. Sie sind Ergebnisse der Erforschung der einzelsprachlichen, systemgebundenen Eigenschaften in den phonetischen Erscheinungen.

Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Phonetik." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/index.php/schuelerlexikon/deutsch/artikel/phonetik (Abgerufen: 25. February 2026, 13:22 UTC)

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