Direkt zum Inhalt

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Geschichte
  3. 8 Das Zeitalter bürgerlicher Revolutionen
  4. 8.3 Gesellschaftliche und politische Veränderungen in Europa
  5. 8.3.1 Napoleon verändert die Landkarte Mitteleuropas
  6. Napoleon I. Bonaparte

Napoleon I. Bonaparte

Die Familie BONAPARTE, ursprünglich BUONAPARTE, war eine korsische Patrizierfamilie. Eigentlich aus Italien stammend, ließ sich die Familie 1529 in Ajaccio auf Korsika nieder. Der Vater von NAPOLEON war Jurist und kämpfte zunächst gegen Frankreich für die Unabhängigkeit Korsikas, unterwarf sich aber dann. NAPOLEON stieg vom Offizier der französischen Revolutionsarmee zum General und Ersten Konsul des Landes mit nahezu uneingeschränkten Machtbefugnissen auf. Am 2. Dezember 1804 krönte er sich im Beisein des Papstes in der Kathedrale Notre-Dame in Paris selbst zum Kaiser NAPOLEON I., womit er den Zenit seines grandiosen Aufstiegs in Frankreich erreichte. Von da an konzentrierte er sich auf die Ausdehnung seiner Macht auf den europäischen Kontinent.
Das von NAPOLEON in Frankreich eingeführte Herrschaftssystem wird allgemein als Bonapartismus bezeichnet. Darunter ist eine Diktatur zu verstehen, in der das Volk dem Namen nach Träger der Staatsgewalt bleibt. Das Volk überträgt die Ausübung der Staatsgewalt durch Akklamation oder Wahlentscheid einem Alleinherrscher, der über diktatorische Vollmachten verfügt.

Schule wird easy mit KI-Tutor Kim und Duden Learnattack

  • Kim hat in Deutsch, Mathe, Englisch und 6 weiteren Schulfächern immer eine von Lehrkräften geprüfte Erklärung, Video oder Übung parat.
  • 24/7 auf Learnattack.de und WhatsApp mit Bildupload und Sprachnachrichten verfügbar. Ideal, um bei den Hausaufgaben und beim Lernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
  • Viel günstiger als andere Nachhilfe und schützt deine Daten.
Jetzt 30 Tage risikofrei testen
Your browser does not support the video tag.

Der General BONAPARTE

Eigentlich aus Sarzana in der italienischen Provinz La Spezia stammend, ließ sich die Familie 1529 in Ajaccio auf Korsika nieder. Der Vater von NAPOLEON, CARLO MARIA (1746–1785), war Jurist und kämpfte zunächst gegen Frankreich für die Unabhängigkeit Korsikas. Er unterwarf sich aber dann und erlangte 1771 eine französische Adelsanerkennung und wurde 1773 Königlicher Rat.

NAPOLEON BONAPARTE wurde nach dem Willen des Vaters französisch erzogen und besuchte Militärschulen. 1785 wurde er Leutnant der Artillerie. 1793 schloss er sich ganz der in Paris herrschenden Bergpartei an. Bei der Belagerung der von den Engländern besetzten Hafenstadt Toulon zeigte dann schon der Hauptmann BONAPARTE seinem General, wo man die Kanonen aufstellen müsse, um Erfolg zu haben. Auch wegen dieses Fingerzeigs konnte die englische Flotte vertrieben werden. BONAPARTE wurde daraufhin zum Generalmajor ernannt.
Nach dem Sturz ROBESPIERRES 1795 wurde er für kurze Zeit verhaftet und war danach wegen Auseinandersetzungen mit der Regierung General ohne Kommando.

Retter der Republik

Die Wende brachte für ihn ein Aufstand der Monarchisten und Konservativen am 5. Oktober 1795 in Paris, zu dessen Niederschlagung er herangezogen wurde. NAPOLEON ließ die Aufständischen mit Kanonen zusammenschießen. Als Retter der Republik wurde er daraufhin mit 26 Jahren zum Divisionsgeneral und Befehlshaber der Heimatarmee ernannt. Im März des Folgejahrs wurde er dann Befehlshaber der Italienarmee, der mit 38 000 Mann kleinsten der drei französischen Armeen.

Erfolge in Italien

Während die beiden großen Rheinarmeen von den anrückenden Preußen und Österreichern im 1. Koalitionskrieg bald geschlagen wurden, begann BONAPARTE in Oberitalien einen atemberaubenden Siegeslauf. Nach mehreren Siegen über die zahlenmäßig weit überlegenen Österreicher eroberte er Mailand und Mantua. Er verfolgte den Gegner bis nach Klagenfurt und erzwang im April 1797 den Vorfrieden von Leoben.
Sein Selbstbewusstsein gegenüber der Pariser Regierung wuchs mit seinen Siegen: Eigenmächtig schloss er am 17. Oktober 1797 mit Österreich den Frieden von Campoformio. Österreich musste auf die Lombardei und die Niederlande verzichten. Die Republik Venedig wurde zwischen Österreich und der französisch beherrschten Cisalpinen Republik aufgeteilt. Auch musste der Kaiser von Österreich den Rhein als die Ostgrenze Frankreichs anerkennen. Der triumphale Italienfeldzug 1796/97 begründete den Aufstieg NAPOLEONS.

Gegen England

Nachdem Österreich besiegt und vertraglich eingebunden war, konzentrierte sich das Interesse Frankreichs auf den Erzfeind England. Eine direkte Invasion in Englands war wegen der Überlegenheit der englischen Flotte ausgeschlossen. Deshalb sollte der Sieger von Italien das unter englischem Einfluss stehende Ägypten angreifen. Für das Direktorium in Paris brachte der Ägypten-Feldzug zudem den Vorteil, dass er BONAPARTE für mehr als ein Jahr von Frankreich fern hielt.
Am 19. Mai 1798 verließ die französische Flotte mit 35 000 Soldaten an Bord den Hafen von Toulon und erreichte unbemerkt von der englischen Flotte unter Admiral NELSON Ende Juni die Bucht von Alexandria. Am 21. Juli besiegte NAPOLEON in der Schlacht bei den Pyramiden die Truppen des ägyptischen Mamelucken-Königs.
Doch während der Sieger in Kairo einzog, vernichtete Admiral NELSON die französische Flotte auf der Reede von Abukir. Damit waren alle weiteren Expansionspläne hinfällig geworden. NAPOLEON überließ seinen Soldaten die weitere Verteidigung ihrer schwierig gewordenen Position in Ägypten und schlug sich selbst auf einem kleinen Schiff über Malta nach Frankreich durch.

Der Konsul BONAPARTE (1799–1804)

Trotz der Niederlage in Ägypten wurde BONAPARTE bei seiner Rückkehr am 9. Oktober 1799 vom Volk als Held gefeiert. Da sich Frankreich außen- wie innenpolitisch in einer äußerst schwierigen Situation befand, erschien vielen Franzosen NAPOLEON als der ideale Retter. Vor diesem Hintergrund putschte dieser am 9. November 1799 gegen das Direktorium und schwang sich mit einem Trick zum neuen Herrn Frankreichs auf:
Unter dem Vorwand einer drohenden Verschwörung der Jakobiner war die Versammlung des Parlaments, der Rat der Fünfhundert, nach außerhalb von Paris verlegt worden. NAPOLEON versuchte, die Versammlung zunächst von seinen Plänen zu überzeugen, wurde aber von der Mehrheit der Deputierten massiv am Reden gehindert. Sein Bruder LUCIEN rettete ihn, indem er als Präsident der Versammlung die Sitzung schloss. NAPOLEON ließ daraufhin den Saal mit Truppengewalt räumen. Die oppositionellen Deputierten flüchteten durch die offen stehenden Sitzungsfenster, womit das Schicksal des Rates besiegelt war.
An seine Stelle wurde eine vorläufige Konsularregierung mit BONAPARTE an der Spitze eingesetzt. Im ganzen Land wurde der Staatsstreich als der Beginn einer neuen Ära mit Beifall begrüßt. Wenige Wochen später genehmigte das Land mit überwältigender Stimmenmehrheit die neue Konsularverfassung. Sie gab NAPOLEON als dem Ersten unter den drei an der Spitze des Landes stehenden Konsulen für die nächsten 10 Jahre die volle Gewalt über das Schicksal Frankreichs.
Als Erster Konsul besaß NAPOLEON die alleinige Gesetzesinitiative, und er konnte alle staatlichen Funktionsträger sowie die 80 Mitglieder des Senats ernennen. Der von ihm ernannte Senat wiederum wählte dann die Repräsentanten des Volkes für die beiden anderen Körperschaften aus, die gesetzgebende Körperschaft und das Tribunat. Das wichtigste Organ des Konsulats war der Staatsrat, eine äußerst leistungsfähige Versammlung von Sachverständigen. Deren Mitglieder wurden ebenfalls von den Konsulen ernannt.

Bei seinem Amtsantritt als Erster Konsul verkündete NAPOLEON:

„Bürger, die Revolution ist verewigt in ihren Prinzipien, die sie eingeläutet haben: sie ist beendet.“

Neben dem klaren Bekenntnis zu den Errungenschaften der Revolution bedeutete dies auch eine Kriegserklärung an alle seine Widersacher im Lande. Gegen seine Gegner ging er alsbald auch militärisch vor. Diese wiederum versuchten, NAPOLEON durch Komplotte, Attentate und Intrigen zu stürzen, scheiterten aber. 1802 ließ NAPOLEON durch eine erneute Volksbefragung sein Konsulat auf Lebenszeit verlängern.
NAPOLEON setzte zu Beginn seiner Herrschaft noch auf den inneren Frieden im Lande. Im Vordergrund seiner Konsulatszeit stand der soziale Ausgleich im Inneren, den er durch den Aufbau einer fundierten zivilrechtlichen Verwaltung zu erreichen suchte. Dabei betrachtete er die soziale Gleichberechtigung für den neuen Staat als lebenswichtig; wurden doch vom Staat Tugenden bei seinen Bürgern gefordert und belohnt, wie sie NAPOLEON mit seiner Person wie kein anderer verkörperte. Jedem Talent sollte der Weg nach oben offenstehen. Ein 1802 erlassenes Amnestiegesetz erlaubte es außerdem den Emigranten zurückzukehren, wenn sie den Treueeid auf die Verfassung leisteten. Schließlich gelang NAPOLEON mit dem am 15. Juli 1801 unterzeichneten Konkordat auch der Ausgleich mit dem Papst und der katholischen Kirche im Lande.

Das Kaiserreich

Am 18. Mai 1804 reagierte NAPOLEON auf eine Reihe royalistischer Umsturzversuche, Attentate und Verschwörungen. Er führte die erbliche Kaiserwürde ein und gab damit seiner Herrschaft eine neue Grundlage, mit der er die Sicherheit seines Regimes im Inneren verstärken und seine territorialen Eroberungen auf Dauer schützen wollte.
Am 2. Dezember 1804 krönte er sich im Beisein des Papstes in der Kathedrale Notre-Dame in Paris selbst zum Kaiser. Einige Jahre später führte NAPOLEON I., wie er sich nun nannte, auch den erblichen Verdienstadel ein. Die von ihm ernannten Adligen machte er durch die Ausstattung mit Titeln und Ländereien persönlich von sich abhängig. Damit versuchte er eine neue führende Gesellschaftsklasse zu schaffen, die republikanische Aristokratie. Nach seinen Vorstellungen sollten sich deren Privilegien jedoch nicht wie beim Adel auf Geburt und Herkunft gründen. Vielmehr sollten politischer Einfluss, wirtschaftliche Macht und Reichtum deren Basis sein.
In dem Maße, wie die Verwaltung des Landes immer reibungsloser funktionierte, nahm das Kaiserregime zunehmend diktatorische Züge an. Die neue Monarchie regierte autokratisch mit den Mitteln des Zentralismus und der Bürokratie und hatte ihre Bürger fest im Griff. Pressefreiheit gab es schon bald nicht mehr. Die Wirklichkeit des Kaiserreichs bestand vielmehr aus Pressezensur und Einschränkung der persönlichen Freiheiten durch ein landesweit operierendes System von Polizeispitzeln.
NAPOLEON hatte damit den Zenit seines grandiosen Aufstiegs in Frankreich erreicht. Von nun an konzentrierte er sich auf die Ausdehnung seiner Macht auf dem europäischen Kontinent.

Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Napoleon I. Bonaparte." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/index.php/schuelerlexikon/geschichte/artikel/napoleon-i-bonaparte (Abgerufen: 20. May 2025, 18:00 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Italienfeldzug
  • Konsulat
  • Bonaparte
  • Erster Konsul
  • Brumaire
  • Bonapartismus
  • Kaiser
  • General
  • Konsularverfassung
  • Friede von Campoformio
  • Ägypten
  • NAPOLEON
Jetzt durchstarten

Lernblockade und Hausaufgabenstress?

Entspannt durch die Schule mit KI-Tutor Kim und Duden Learnattack.

  • Kim hat in Deutsch, Mathe, Englisch und 6 weiteren Schulfächern immer eine von Lehrkräften geprüfte Erklärung, Video oder Übung parat.
  • 24/7 auf Learnattack.de und WhatsApp mit Bildupload und Sprachnachrichten verfügbar. Ideal, um bei den Hausaufgaben und beim Lernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
  • Viel günstiger als andere Nachhilfe und schützt deine Daten.

Verwandte Artikel

Die Mainzer Republik

In der deutschen politischen Öffentlichkeit wurde der Ausbruch der Französischen Revolution zunächst begeistert aufgenommen. Doch der Begeisterung folgte bald die Enttäuschung. Die allgemeine Sympathie nahm nach den Septembermorden 1792 und der Hinrichtung des französischen Königs 1793 spürbar ab. Spätestens mit der Errichtung der Schreckensherrschaft der Jakobiner wich die Begeisterung einem tiefen Abscheu gegenüber den Gräueltaten. So blieb in Deutschland nur eine Minderheit von Sympathisanten mit der Französischen Revolution übrig, und nur die Mainzer Republik erlangte 1792/93 kurzfristig überregionale Bedeutung. Trotz ihres Scheiterns war die Mainzer Republik, die erste Republik auf deutschem Boden, für die frühe Geschichte der Demokratie in Deutschland von Bedeutung.

Der Revolutionskalender

Der französische Revolutionskalender wurde am 5. Oktober 1793 von der Revolutionsregierung beschlossen. Mit dem 22. September 1792 (des gregorianischen Kalenders) begann das "Jahr 1" des republikanischen Kalenders. Das Jahr hatte 12 Monate. Der Monat wurde in drei Dekaden (Zeitraum von zehn Tagen) aufgeteilt. „Überschüssige Tage“ wurden zu Feiertagen erklärt.

Erklärung des Kaisers Franz II. von 1806

FRANZ II. (1768–1835) war der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (1792–1806). Am 6. August 1806 legte er die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder. Seine Beweggründe dafür legte er in einem Schreiben dar. Als FRANZ I. war er seit 1804 erster Kaiser von Österreich.

Friede von Pressburg

Der dritte Koalitionskrieg zwischen dem napoleonischen Frankreich und einer Koalition europäischer Großmächte endete für Österreich nach der Dreikaiserschlacht von Austerlitz mit dem demütigendem Frieden von Pressburg. Eine unmittelbare Folge dieses Friedensdiktats war, dass 16 napoleontreue süd- und westdeutsche Reichsfürsten, deren Fürstentümer etwa ein Drittel des Reichsgebietes umfassten, aus dem Verband des Deutschen Reiches austraten. Sie schlossen sich am 12. Juli 1806 mit weiteren 20 Fürstentümern zum Rheinbund zusammen, der unter französischem Protektorat (Schutzherrschaft) stand. Für NAPOLEON war der Rheinbund die Sicherheitszone Frankreichs nach Osten. Die Rheinbundstaaten erklärten am 1. August 1806 ihren Austritt aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, dessen wechselvolle Geschichte damit nach über 900 Jahren endete.

Zerfall der europäischen Heiligen Allianz

Nach dem Wiener Kongress von 1814, der sich mit der Neuordnung Europas nach dem Sieg über NAPOLEON befasste, legte Zar ALEXANDER I. seinen Verbündeten Kaiser FRANZ I. von Österreich und König FRIEDRICH WILHELM III. von Preußen 1815 ein Manifest vor, nach dem künftig der Politik religiöse und moralische Grundsätze als Richtschnur dienen sollten. Der vom österreichischen Staatskanzler METTERNICH überarbeitete Vertragsentwurf gab diesem Bündnisvertrag eine restaurativ-konservative Zielrichtung. Sie war auf die Absicherung des durch den Wiener Kongress erreichten politischen Zustands in Europa gerichtet, der dem vor der Französischen Revolution weitgehend glich. Der Heiligen Allianz traten in der Folgezeit fast alle europäischen Staaten bei.
Das Bündnis zerbrach in den Revolutionsjahren Mitte des 19. Jahrhunderts wieder an den sich verstärkenden Interessengegensätzen der europäischen Großmächte.

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2025