Erregung und Erregungsleitung

An jeder lebenden Zelle kann man eine unterschiedliche Verteilung der elektrischen Ladung über die Zellmembran nachweisen. Die Innenseite der Membran ist negativer geladen als die Außenseite, dadurch entsteht ein elektrischer Spannungsgradient. Dieses Membranpotenzial ist auf Unterschiede in der Ionenzusammensetzung (chemischer Gradient) der intra- und extrazellulären Flüssigkeit und auf die selektive Permeabilität (ausgewählte Durchlässigkeit und Leitfähigkeit der Membran) zurückzuführen. Sie wird durch passive Mechanismen (Struktur der Membran) und durch aktive Mechanismen (Transport gegen das Konzentrationsgefälle unter Einsatz von Stoffwechselenergie) erreicht.

Aktive Transportmechanismen setzen Stoffwechselenergie um. Die Energiebereitstellung erfolgt über die energiereiche Verbindung Adenosintriphosphat (ATP), die in Adenosindiphosphat (ADP) und Phosphat (P) umgewandelt wird.

Nervenzellen

Intra- und extrazelluläre Ionenverteilung (Durchschnittswerte)

innen [mmol1-1]außen [mmol1-1]
tierische
Zellen
Na+K+Cl-HCO3-15
150
10
8
150
5
120
30
pflanzliche
Zellen
K+Na+Mg2+Ca2+NO3-75
8
3
2
28
1
1
0,25
1
2


Im Ruhezustand der Zelle wird das Membranpotenzial als Ruhepotenzial (RP) bezeichnet. An erregten Zellen verändert sich das Membranpotenzial zum Aktionspotenzial (AP). In Rezeptorzellen wird bei Reizung das Rezeptorpotenzial und in Synapsen bei Erregungsübertragung das Synapsenpotenzial aufgebaut. Alle diese Biopotenziale können mit Mikroelektroden abgeleitet und gemessen werden.

Wurzelzelle der Tulpe

Die Mikroelektrode wird in das Cytoplasma oder in die Vakuole eingestochen und eine Bezugselektrode befindet sich außerhalb der Zelle. Das Ruhepotenzial hat bei tierischen Zellen einen Wert von – 50 mV bis –100 mV, bei Algen- und Pflanzenzellen beträgt es – 80 mV bis –200 mV. Im Ruhezustand besteht eine hohe K+-Ionen-Leitfähigkeit der Membran und eine niedrige Na+- Ionen-Leitfähigkeit (tierische Zellen) bzw. eine niedrige H+- Ionen-Leitfähigkeit (pflanzliche Zellen).

Messanordnung zur Ableitung von Biopotenzialen

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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