Robert Brown

1773, im Geburtsjahr von ROBERT BROWN, wurde auch der österreichische Staatsmann FÜRST VON METTERNICH geboren. GOETHE veröffentlichte den „Götz von Berlichingen“. SCHILLER wurde Schüler an der Karlsschule bei Stuttgart und MOZART komponierte sein 1. Klavierkonzert. England und Schottland gehörten in dieser Zeit zu den naturwissenschaftlich und technisch am weitesten entwickelten Ländern. Verbunden war das mit Namen wie JAMES WATT (1736-1819), dem Erfinder der Dampfmaschine, dem in Großbritannien wirkenden Astronomen FRIEDRICH WILHELM HERSCHEL (1738-1822) oder dem Physiker und Chemiker HUMPHRY DAVY (1778-1829), der nicht nur die elektrische Bogenlampe erfand, sondern auch einige neue chemische Elemente entdeckte.

Ausbildung und erste wissenschaftliche Tätigkeit

ROBERT BROWN wurde am 21.12.1773 in Montrose (Schottland) geboren. Er studierte an der Universität Edinburgh Medizin und Botanik und war nach seinem Studium zunächst als Militärarzt in Irland tätig. Bereits dort beschäftigte er sich viel mit Botanik, sammelte zahlreiche Pflanzen und führte erste botanische Untersuchungen durch. Während dieser Zeit als Arzt in Irland begegnete er dem Londoner Botaniker SIR JOSEPH BANKS (1744-1820), der von den botanischen Arbeiten von R. BROWN so angetan war, dass er ihm die Teilnahme einer Reise nach Australien an Bord eines britischen Vermessungsschiffs ermöglichte. In Australien, das in dieser Zeit englische Sträflingskolonie war und erst 1814 den Namen Australien erhielt, sammelte und studierte BROWN von 1801 bis 1805 fast 4 000 bis dahin weitgehend unbekannte Pflanzenarten.

Tätigkeit in England

Nach seiner Rückkehr nach England im Jahre 1805 war BROWN als Bibliothekar bei der Linuean Society und am Britischen Museum in London tätig. Dort war er verantwortlich für die botanischen Sammlungen. Von 1849 bis 1853 war er Präsident der Linuean Society. In dieser Zeit veröffentlichte er auch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten. ROBERT BROWN starb am 10.06.1858 in London.

Die wissenschaftlichen Leistungen

ROBERT BROWN befasste sich in seinen ersten Arbeiten mit Untersuchungen zu Moosen, die damals erst wenig erforscht waren. Er analysierte auch die Samenanlagen vieler Pflanzen und führte dabei viele mikroskopische Forschungen durch. Dabei entdeckte er in den Zellen immer wieder einen kleinen Körper, den er „Nucleus“ nannte. Er hatte damit den Zellkern entdeckt und damit eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Zelltheorie geschaffen.

Die Entdeckung, die ihn berühmt machte, gelang ihm 1827 und liegt außerhalb der Botanik. Bei der Untersuchung von Blütenstaub, der sich in Wasser befand, bemerkte BROWN unter dem Mikroskop, dass sich die Staubkörnchen völlig unregelmäßig und zufällig bewegen. Die unregelmäßige Bewegung der mikroskopisch beobachtbaren Körperchen wurde ihm zu Ehren als brownsche Bewegung bezeichnet. Die brownsche Bewegung kommt zustande, weil mikroskopisch nicht sichtbare Teilchen (Atome, Moleküle), die sich in ständiger Bewegung befinden, die im Mikroskop sichtbaren Körperchen anstoßen und zu deren unregelmäßiger Bewegung führen. Damit ist die brownsche Bewegung ein Beleg für die Existenz kleinster, nicht sichtbarer Teilchen (Atome, Moleküle). BROWN selbst fand und beschrieb nur die Erscheinung. Eine Erklärung dafür wurde erst 1905 – also etwa 80 Jahre später – durch den berühmten deutschen Physiker ALBERT EINSTEIN (1879-1955) gegeben.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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