Tetanus (Wundstarrkrampf)

Besonders in Entwicklungsländern ist die Sterberate bei Tetanus noch sehr hoch. In Deutschland gibt es im Durchschnitt knapp 15 Fälle pro Jahr.

Das Bakterium kann in aeroben (Sauerstoff haltigen) Bereichen nicht wachsen, daher bildet es unter solchen Bedingungen seine Sporenform (resistente Überdauerungsform) aus. Die Sporen können so überall, z. B. im Straßenstaub, in der Erde, im Holz usw. über lange Zeit existieren. Ihre Verbreitung ist weltweit. Tetanusbakterien finden sich auch im Verdauungstrakt vieler Tiere, vor allem bei Pflanzenfressern (Pferde, Schafe). Mit den Ausscheidungen gelangen die Erreger in Staub und Boden.

Übertragung: Die Krankheitserreger (Bakterien) findet man im Straßenstaub oder in der Erde, auch im Darminhalt von Pflanzenfressern (deshalb stellen auch Tierbisse eine erhöhte Tetanusinfektionsgefahr dar). Die Bakterien können durch kleine oder große Wunden in die Haut gelangen. Dort setzen sie ein Gift frei, das erst nach ein bis zwei Wochen wirkt.

Inkubationszeit: 4 bis 14 (bis 28) Tage, in einigen Fällen mehrere Monate

Krankheitszeichen und Krankheitsverlauf: Meist über tiefe Wunden, in einigen Fällen aber auch über sehr kleine Wunden, Stiche (von Dornen, Holzsplittern), Schürfwunden usw. kann eine Infektion mit den Erregern erfolgen. Herrscht in der Wunde ein anaerobes Milieu, entwickelt sich das Bakterium und vermehrt sich. Es sondert Giftstoffe (Tetanospasmin und Tetanolysin) ab, die die Erkrankung auslösen. Tetanolysin ist herzschädigend. Tetanospasmin gelangt in das Zentralnervensystem und greift die muskelsteuernden Nervenzellen an. Dies führt zu den typischen Symptomen der Tetanuskrankheit. Schmerzen der Kau-, Bauch- und Rückenmuskulatur mit Kiefersperre und Krämpfen der Kaumuskulatur. Es folgen entstellende Kontraktionen der Gesichtsmuskulatur (das sogenannte Teufelsgrinsen), Schluck- und Atemstörungen. Danach folgen Muskelanspannung der langen Rückenmuskulatur später auch in Armen, Beinen, Kehlkopf und Zwerchfell. Unbehandelt folgt der sichere Tod durch Ersticken.

Vorbeugende Maßnahmen: Wichtig ist es, jede Wunde, auch den kleinsten Kratzer, gut zu säubern, um ein sauerstoffreiches Milieu zu schaffen. Dies verhindert die Vermehrung der Bakterien. Liegt kein Impfschutz vor, wird zur Sicherheit eine passive Impfung (besteht aus Antikörpern gegen das Toxin) verabreicht. Empfehlenswert ist eine aktive Grundimmunisierung (Aktive Impfung) in der Kindheit und eine regelmäßige Auffrischung alle 10 Jahre im Erwachsenenalter. Die aktive Immunisierung besteht aus dem abgschwächten Gift des Bakteriums. Die Immunität sollte – auch unabhängig von Reisen – überprüft und alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Behandlung: Ist die Krankheit ausgebrochen, so gibt es keine echte Behandlungsmöglichkeit mehr, da sich die Toxine schon über Blut- und Nervenbahnen im Körper ausgebreitet haben. (Eine passive Impfung ist in diesem Stadium umstritten.) Durch Ausschneiden der Wunde oder Amputation kann versucht werden die Vermehrung der Bakterien zu stoppen, um eine weitere Toxinbildung zu verhindern. Mit muskelentspannenden Medikamenten und künstlicher Beatmung kann dann in einigen Fällen die Zeit bis zum Erreichen eines ausreichenden Antikörperspiegels überbrückt werden. Danach klingen die Symptome wieder ab. Es können jedoch Folgeschäden zurückbleiben.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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