Papagei

Papageien bilden eine bunte Familie

Die meisten Papageien-Arten leben im Dschungel, also in tropischen Wäldern. Die überwiegende Zeit verbringen sie auf Bäumen. Das Fliegen ist in ihrem Lebensraum von untergeordneter Bedeutung. Aber es gibt auch zwei Papageienarten, die auf dem Boden leben: die Erd- und Nachtsittiche Australiens.

Viele Papageienarten schließen sich zu großen Schwärmen zusammen. Gemeinsam gehen sie auf Nahrungssuche, verbringen die Nacht auf Schlafbäumen. Durch ihr lautes Pfeifen und Kreischen sind sie schon von Weitem auszumachen.

Ein wichtiges Merkmal dieser Tiere ist vor allem ihr kräftiger und stark gekrümmter Schnabel. Die Vögel benutzen ihn zum Aufknacken von Nüssen und Samen, als Greifwerkzeug oder zur Gefiederpflege.

Ein weiteres Merkmal der Papageien ist ihre „manuelle“ Geschicklichkeit mit den Füßen. Sie benutzen ihre Füße wie Hände. Beim Fressen nehmen sie eine Nuss in „die Hand“ und führen sie so zum Schnabel, um sie aufzuknacken. Deshalb werden sie als „Handfüßler“ bezeichnet. Es gibt im Tierreich keine andere Vogelgruppe, die so findig ihre Füße einsetzen kann wie die Papageien. So kommt bei ihnen, wie beim Menschen, sogar eine Links- und Rechtshändigkeit vor.

Fortpflanzung

Und sie haben noch etwas mit dem Menschen gemeinsam: Die meisten Papageien leben monogam, sie werden auch „Die Unzertrennlichen“ genannt. Das ist sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Papageien bis zu 60 Jahre alt werden können. Das heißt Männchen und Weibchen bilden lebenslange Partnerschaften und festigen ihre Beziehung durch gegenseitiges Füttern und ausgiebige Gefiederpflege.

Papageien legen Eier in Baumhöhlen oder Nester, in denen sie auch ihre Jungen aufziehen. Diese polstern die Papageien mit zerfaserten Zweigen und Halmen aus. Während das Weibchen Eier bebrütet, kümmert sich das Männchen um die Nahrungsbeschaffung. Nach dem Schlüpfen übernehmen beide Elternteile die Aufzucht der Jungen.

Papageien als Haustiere

Da die Papageien leicht zahm werden und sprachbegabt sind, werden sie gerne in Zoos oder als Haustiere gehalten.
Papageien sind sehr gesellige Tiere. Die Einzelhaltung in zu kleinen Käfigen lässt die Tiere abstumpfen. Viele Vögel werden wegen Einsamkeit und Langeweile krank, rupfen sich die Federn aus oder sterben.
Die ideale Unterbringung für Papageien ist eine heizbare Außenvoliere mit anschließendem Schutzraum. Für die Unterbringung innerhalb einer Wohnung kommt ein großer Käfig, eine Zimmervoliere, ein Vogelzimmer oder ein Freisitz in Frage.
Egal welcher Käfig gewählt wird: er sollte so groß sein, dass die Vögel frei fliegen können, um fit und gesund zu bleiben. Der Käfig oder die Voliere sollte an einem hellen und zugfreien Ort stehen. Wichtig: keine direkte Sonneneinstrahlung, dafür aber immer genügend Frischluft.

Als Sitzstangen nimmt man natürliche Äste aus Buche, Nussbaum oder Obstbäumen. Verschiedene Durchmesser dienen dem Vogel als Fuß-Gymnastik. Zusätzlich werden mit der Rinde Mineralien aufgenommen und Beschäftigung geboten. Abwechslung bietet man dem Papagei durch frische Zweige, Seile und Schaukeln. Wenn der Vogel frei in der Wohnung fliegen darf, müssen Stromkabel, Lichtschalter und Steckdosen geschützt werden, damit der Papagei nicht daran knabbern kann.

Das Schneiden überlanger Krallen und Schnäbel sollte nur vom Tierarzt durchgeführt werden.

Der Graupapagei

Der Lebensraum des Graupapageis (Psittacus erithacus), auch „Jako“ genannt, erstreckt sich über Mittelafrika. Dort bewohnt er die Waldgebiete zwischen Guinea, Angola und dem Viktoriasee.
Der Graupapagei ist etwa 35 cm groß, hat einen kräftigen Rumpf mit einem kurzen stumpfen Schwanz. Der schwarze Schnabel ist groß und kräftig. Das Gefieder ist mittelgrau. Der Schwanz ist leuchtend rot gefärbt. Die Partie um die Augen ist nackt und weiß.
Wie alle Papageien sind Graupapageien ausgezeichnete Kletterer. Dabei setzen sie ihren Schnabel geschickt ein. Auf dem Speisezettel der Graupapageien stehen Früchte, Beeren, Knospen, Blüten und Samen.

Die größte Gefahr für frei lebende Papageien ist die Zerstörung der tropischen und subtropischen Wälder. Seltene Arten werden außerdem vom illegalen Schmuggel und Verkauf an sogenannte „Tierliebhaber“ bedroht.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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