Kurt Alder

1. Die Zeit, in der er lebte

KURT ALDER lebte in einem sehr bewegten Jahrhundert, das von zwei Weltkriegen, Revolutionen, aber auch unzähligen wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften geprägt wurde.
In den Naturwissenschaften wurden vielfältige Entdeckungen gemacht, die auch für die Forschungen von KURT ALDER bedeutsam waren, wie z. B.:
(in chronologischer Reihenfolge vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts an)

  • Zusammenhang zwischen Katalyse, Reaktionsgeschwindigkeit und chemischem Gleichgewicht (WILHELM OSTWALD)
  • Entdeckung der Elemente Radium und Polonium, durch die Charakterisierung des Radiums (MARIE CURIE)
  • Synthese von Ammoniak aus den Elementen (FRITZ HABER)
  • Quantentheorie (MAX PLANCK)
  • Relativitätstheorie (ALBERT EINSTEIN)
  • Entdeckung des Neutrons (JAMES CHADWICK)
  • Synthesen von neuen radioaktiven Elementen (FREDERIC JOLIOT-CURIE und IRENE JOLIOT-CURIE)
  • Kernspaltung von Atomen (OTTO HAHN)
  • Vorhersage der Existenz der Mesonen (HIDEKI YUKAWA)
  • Entdeckung der Mesonen ( CECIL FRANK POWER)
  • Entdeckung des Zitronensäurezyklus (HANS ADOLF KREBS)
  • Natur der chemischen Bindung (LINUS PAULING)

Die deutsche Wirtschaft erfuhr in den zwanziger Jahren einen deutlichen Aufschwung. Katastrophale Folgen hatte dagegen der Börsenkrach vom 24. Oktober 1929 in New York, der sogenannte „Schwarze Freitag“, der eine Weltwirtschaftskrise auslöste.

Um den Druck auf das Krieg führende Japan zu erhöhen, warfen die USA am 06. August 1945 auf Hiroshima und drei Tage später auf Nagasaki jeweils eine Atombombe. Dabei kamen Millionen Menschen ums Leben und noch heute leiden viele unter den Folgen der atomaren Strahlung.

Sowohl die USA als auch die UdSSR befanden sich in einem Wettlauf um die Eroberung des Weltalls. Als erstes gelang es der UdSSR 1957 einen künstlichen Erdsatelliten, Sputnik 1, ins All zu schicken.
Lunik 3 sendete ein Jahr später die ersten Bilder von der Rückseite des Mondes zur Erde.
1969 betrat der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch den Mond.

2. Lebenslauf

KURT ALDER wurde in Königshütte am 10.07.1902 geboren.
Seine Kindheit und die ersten Jahre der Schulzeit verbrachte er in Schlesien. Gezwungen durch die Wirren des ersten Weltkrieges und die politischen Umstände, musste die Familie am Ende des ersten Weltkrieges Schlesien verlassen.

1922 begann KURT ALDER in Berlin Chemie zu studieren und setzte seine Studien in Kiel fort.
Dort promovierte er 1926 über die Veresterung von Azoverbindungen. Sein Lehrer war OTTO PAUL HERMANN DIELS.

Ab 1930 hielt ALDER Vorlesungen in Philosophie und Chemie an der Universität zu Kiel. Im Jahre 1934 wurde er zum Professor ernannt.
ALDER verließ Kiel 1936, um als der Abteilungsleiter in den Wissenschaftslabors der IG Farben im Werk Leverkusen zu arbeiten.
Dort befasste er sich vor allem mit der Herstellung synthetischen Kautschuks aus Butadien. Dieser Synthesekautschuk wurde anschließend zu Gummi weiterverarbeitet, indem man ihn in einer sogenannten Vulkanisation mit Schwefel reagieren ließ.

Diese Forschungen führten zu einer erneuten Beschäftigung mit dem Thema der Polymere, mit dem sich ALDER schon bei seinem Studium unter OTTO DIELS befaßt hatte. Schon in den Jahren 1927-1928 hatten ALDER und DIELS die organische Chemie ungesättigter Verbindungen, insbesondere die Reaktion von einfachen Kohlenwasserstoffen mit Mehrfachbindungen studiert.
Gemeinsam analysierten sie die Reaktion mehrfach ungesättigter einfacher Kohlenwasserstoffe miteinander.
Monomere mit je zwei Doppelbindungen, sogenannte Diene, können sich in Polymerisationsreaktionen zu langen Ketten verknüpfen.
ALDER und DIELS fanden die Grundregeln der Dien-Synthese, die seitdem als „DIELS-ALDER-Reaktion“ bekannt ist.
Gemeinsam erhielten sie 1950 für diese Forschungen zur Polymerisation auch den Nobelpreis.

1940 wurde ALDER als Professor für experimentelle Chemie an die Universität nach Köln berufen. Gleichzeitig wurde er Direktor des Chemischen Instituts.
Gleichzeitig arbeitete ALDER auch mit jüngeren Kollegen auf dem umfangreichen Gebiet der Stereochemie organischer Verbindungen, besonders in ungesättigten Systemen.
Obgleich die Bedingungen in Köln während der vierziger Jahre nicht besonders günstig für wissenschaftliche Forschung waren, setzte ALDER dennoch seine Arbeiten systematisch fort. Besonderes Augenmerk richtete er auf den Übergang von reinen Additionsreaktionen zu Substitutionsreaktionen.
Als Ergebnis seiner umfangreichen Forschungen zu organischen Stoffen fand ALDER auch heraus, dass einige der synthetisierten Verbindungen insektizid (insektentötend) wirken. Ein damals weitläufig eingesetztes Insektizid wurde sogar nach ihm benannt, das „Aldrin“.
Die Giftigkeit für die gesamte Umwelt und die Anreicherung in der Nahrungskette führten dazu, dass dieses Insektizid später in Deutschland verboten wurde.

KURT ALDER veröffentlichte über 150 wissenschaftliche Arbeiten, die hauptsächlich in den Annalen der Chemie (gegründet von JUSTUS VON LIEBIG), in den Berichten der Deutschen Chemischen Gesellschaft und in den Veröffentlichungen „Angewandte Chemie“ erschienen.

KURT ALDER starb am 20.06.1958 in Köln.

3. Bedeutende Leistungen

  • Entwicklung der Dien-Synthese, „DIELS-ALDER-Reaktion“
  • Insektizid „Aldrin“ (heute in Deutschland verboten)
  • Herstellung synthetischen Kautschuks aus Butadien
  • Erforschung der Stereochemie organischer Verbindungen

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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