Direkt zum Inhalt

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Deutsch
  3. 2 Sprachgeschichte und Kommunikation
  4. 2.3 Deutsche Schriftsprache
  5. 2.3.2 Mittelhochdeutsch
  6. Überregionale Dichtersprache

Überregionale Dichtersprache

Literaturproduktion und -verbreitung führte u. a. zur Herausbildung einer relativ homogenen überregionalen Dichtersprache.
Im „Älteren Physiologus“ sind, neben bairischen (Kärnten) auch rheinfränkische und alemannische Spracheinflüsse nachweisbar. Dieses Phänomen deutet, anders als etwa althochdeutsche Texte, eher auf eine Aufnahme der mittelhochdeutschen Literatur in verschiedenen Teilen des Reichs. Dafür sprechen auch verschiedene sprachliche Varianten eines Textes.
Charakteristische Genres für die frühmittelhochdeutsche Dichtung sind die Legendendichtung und Mariendichtung.

Thema nicht verstanden?

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich

  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Jetzt kostenlos mit Kim üben

Die überregionale Dichtersprache ist auf das Zusammentreffen verschiedener Phänomene im 13. Jahrhundert im ober- und mitteldeutschen Raum zurückzuführen.

Die Literaturproduktion und -verbreitung führte im 13. Jahrhundert zur Herausbildung einer relativ homogenen überregionalen Dichtersprache. Dieser Prozess ging einerseits von den Rittern und Hofleuten aus, die sich ihrer Volkssprachigkeit bewusst wurden und versuchten, ein vom Umgangssprachlichen abgehobenenes Deutsch zu sprechen, andererseits beeinflussten die Dichter und fahrenden Sänger mit ihrem Stilbewusstsein die mittelhochdeutsche Sprache.

Die Städte

Einen weiteren Aspekt bei der Herausbildung einer überregionalen Sprache stellt das Anwachsen des Handels zwischen den Kaufleuten der Städte dar. Man brachte von Fernreisen nicht nur neue Begriffe aus fremden Sprachen mit, sondern von Reisen innerhalb Deutschlands auch neue sprachliche Varianten deutscher Begriffe. Langsam setzte sich so eine überregionale Begrifflichkeit durch.
Ähnliche Tendenzen zeigten sich im niederdeutschen Raum, als die deutschen Kaufleute der Hansestädte Lübeck, Rostock, Wismar und Stralsund das Niederdeutsche (Platt) zur Kaufmannssprache der gesamten Hanse machten. Demnach wurde Platt sowohl in Nowgorod (Kiewer Rus) als auch in Bergen (Norwegen) und Brügge (Niederlande) verstanden und gesprochen.

Standessprache

Die überregionale Dichtersprache wurde die Standessprache der Ritter und Hofleute, während das „einfache Volk“ weiterhin die normale Umgangssprache sprach, die sich regional teilweise erheblich voneinander unterschied. Das ist in heutiger Zeit immer noch ablesbar, denkt man z. B. an die regionalen Varianten „chind / kind“, also an die Abtrennung von Allemannischem / Bairischem.

Literaturaustausch

Sehr früh bereits ist ein Literaturaustausch zwischen einzelnen Regionen Deutschlands zu beobachten. Bereits im „Älteren Physiologus“ (um 1070) sind, neben bairischen (Kärnten) auch rheinfränkische und alemannische Spracheinflüsse nachweisbar. Dieses Phänomen deutet, anders als etwa althochdeutsche Texte, eher auf eine Aufnahme der mittelhochdeutschen Literatur in verschiedenen Teilen des Reichs. Dafür sprechen auch verschiedene sprachliche Varianten eines Textes.

Charakteristische Genres für die frühmittelhochdeutsche Dichtung sind

  • die Legendendichtung und
  • Mariendichtung.
Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Überregionale Dichtersprache." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch/artikel/ueberregionale-dichtersprache (Abgerufen: 02. June 2026, 03:34 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Literaturaustausch
  • Hanse
  • Dichtersprache
  • Umgangssprache
  • Literaturproduktion und -verbreitung
  • Standessprache
  • charakteristische Genres
Jetzt mit Kim üben

Überregionale Dichtersprache nicht verstanden?

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich
  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Verwandte Artikel

Herausbildung des Buchmarktes bis zur Spätaufklärung

Von der Vervielfältigung von Texten in den klösterlichen Schreibstuben bis zum Druck mit beweglichen Lettern war es ein großer technologischer Schritt, der das Zeitalter der Gutenberg-Galaxis (MARSHALL MACLUHAN) einleitete. Das Lesen von Büchern war nicht länger ein Privileg der höheren Stände, sondern wurde ein Massenphänomen. Mit der Aufklärung bildeten sich die Berufsbilder des Verlegers, des Buchhändlers und des freien Autors heraus. Angebot und Nachfrage bestimmten die Buchproduktion. Wichtige Regelungen zur Etablierung des modernen Buchgewerbes wurden in damaliger Zeit getroffen, die zum Teil heute noch Bestand haben.

Spielleute im Mittelalter

Als Spielleute (Spielmann, Spielfrau, Spielweib) wurden im Mittelalter die für die Unterhaltung und die Tanzmusik zuständigen Berufsmusiker bezeichnet. Sie waren Instrumentalmusiker und Sänger, Schauspieler und Tänzer. Der Begriff war ursprünglich sehr weit und umfasste alle „spielenden“ Künstler, was auch die „Heilkunst“ einschließen konnte. Erst im 13. Jh. setzte sich mit Bezug auf die „Kunst der Unterhaltung“ die dominant musikalische Bedeutung des Begriffs durch. Allerdings war damit zugleich eine soziale Herabsetzung ausgedrückt, denn die Spielleute gehörten im Unterschied zu den Musikern bei Hof und den städtischen Ratsmusikern zu den „Fahrenden“ und galten als recht- und ehrlos. Im 18. Jh. verschwand der Begriff. Stattdessen wurde nun vom „Musikanten“ gesprochen.

Die Geschichte von Messer, Gabel und Löffel

Das Essen ist wie das Schlafen eines der wichtigsten Grundbedürfnisse des Menschen und dem entsprechend auch in primitiven Kulturen bereits ritualisiert. Löffel und Messer gehören zweifelsohne zu den ältesten Werkzeugen der menschlichen Gesellschaft. Besteck als einheitlich gestalteten Satz von Messer, Gabel und Löffel gab es jedoch nicht vor 1600.

Wernher der Gartenaere

* 13. Jahrhundert
† nicht bekannt

WERNHER DER GARTENAERE war ein mittelhochdeutscher Dichter, der wahrscheinlich im 2. Drittel des 13. Jahrhunderts geboren wurde. Er ist durch die Verserzählung „Meier Helmbrecht“, die etwa um 1280 entstanden ist und heute noch in zwei Handschriften vorliegt, bekannt. Sein Name ist den Schlussversen der Erzählung entnommen.

Anton Koberger

* um 1440 in Nürnberg
† 03.10. 1513 in Nürnberg

ANTON KOBERGER war ein bedeutender Buchdrucker, Buchhändler und Verleger. Er gründete 1470 eine eigene Druckerei und schuf in den folgenden Jahren den überregional leistungsstärksten und marktbeherrschenden Branchenbetrieb des 15. Jahrhunderts. KOBERGER arbeitete mit der großen Malerwerkstatt des MICHAEL WOLGEMUT/ PLEYDENWURFF und mit ALBRECHT DÜRER, seinem Patenkind, zusammen. Seine Produktion war sehr umfangreich. Man schätzt, dass KOBERGER bis zum Jahr 1500 rund 250 Titel gedruckt hat.
Zu den berühmtesten Werken, die aus seiner Werkstatt hervorgingen, gehören die 1493 gedruckte SCHEDELsche Weltchronik und die zweibändige deutsche Bibelausgabe von 1483, die auch Koberger-Bibel oder Koburger-Bibel genannt wird. Es handelt sich dabei um einen der wichtigsten deutschen Bibeldrucke vor LUTHER.

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2026