Sprachebene, Analyse

Die Analyse der Sprachebene

Unter der Sprachebene versteht man die von der Gesprächssituation oder Textsorte abhägige Sprachverwendung, d. h. die charakteristische Wortwahl, Satzstruktur und Ausdrucksweise. Die Sprachebene wird von den Kommunikationspartnern, dem Kommunikationszweck sowie dem Kommunikationsinhalt bestimmt.

Handlungsrahmen
(relationship between the persons who communicate)
Kommunikations-zweck (purpose of communication)Kommunikations-inhalt
(subject matter)
eng, vertraut, freundlich, distanziert, formell, feindlich (close, familiar, friendly, distant, official, hostile…)Unterhaltung, Weitergabe von Informationen, Argumentation, Instruktion, Überzeugung (enter-tainment, providing information, instruction, argumentation,persu-asion)Werbung, Handel, Wirtschaft, Rechtssprechung, Literatur, Religion, Wissenschaft (advertisement, commerce
economy, jurisdiction, literature, religion, science)


Die formelle Sprachebene


Die formelle Sprachebene (formal register/style) findet Anwendung in Gesetzestexten, Urkunden, Nachschlagewerken oder Schriftstücken an bzw. von Behörden oder Institutionen. Sie wird auch bei offiziellen Anlässen, wie Ansprachen von Regierungschefs, eingesetzt. Oft liegen diese Texte in geschriebener Form vor. Sie zeichnen sich durch spezielle Begriffe und Wortwahl aus. Manchmal werden Redewendungen gebraucht, die nur einem begrenzten Kreis von Empfängern verständlich sind. Zudem beherrschen komplexe Strukturen die Satzbauweise der Mitteilungen, sodass ihr Verständnis bei dem Leser oder Hörer einen hohen Grad an Sprachbeherrschung voraussetzt. Auf den Gebrauch von verkürzten Verbformen wird ebenso verzichtet wie auf emotionale Ausdrücke. Das verleiht den Texten zwar eine korrekte, jedoch gleichzeitig sehr distanzierte und kühle Ausdrucksweise.

Die neutrale Sprachebene


Im alltäglichen Sprachgebrauch treffen wir kaum auf formelle Texte. Aber es gibt Situationen, in denen ein ziemlich förmlicher Grad der Sprachverwendung notwendig ist, z. B. in offiziellen Briefen bzw. Mitteilungen an staatliche Behörden oder öffentliche Institutionen. Dann wird die neutrale Sprachebene (neutral register/style) verwendet. Die Wortwahl orientiert sich am gebräuchlichen Wortschatz der modernen Alltagssprache und wird grammatikalisch sowie syntaktisch korrekt gebraucht. Dadurch wird gewährleistet, dass der Textgegenstand bzw. die Fakten verständlich, präzise und eindeutig mitgeteilt werden. Anwendungsbeispiele sind Bewerbungsschreiben, Leser- und Beschwerdebriefe.

Die informelle Sprachebene


In Alltagssituationen trifft man häufig auf Sachtexte, die der informellen Sprachebene (informal register/style) zuzuordnen sind.
Die informelle Sprachebene umfasst folgende Stufen:

 –  vertraute Sprachebene, die im persönlichen Gespräch mit Familienangehöigen, Freunden und Kollegen verwendet wird;
 –  alltägliche Sprachebene, die im täglichen Gespräh, sowie in umgangssprachlich verfassten, schriftlichen Texten z. B. Beiträgen in Jugendzeitschriften gebraucht wird;
 –  Slang, eine Art der Alltagssprache, die über lexikalische, grammatikalische oder andere Besonderheiten verfügt, die für den Sprachgebrauch einer Gruppe, z. B. Jugendlicher, typisch ist;
 
formelle Sprachebene neutrale Sprachebene informelle Sprachebene

äußerst förmlicher Sprachgebrauch unter Verwendung eines besonderen, gehobenen Wortschatzes, mit Begriffen aus Spezialgebieten oder Wörtern lateinischen Ursprungs;

komplexe Strukturen im Satzbau unterstützen die präzise, aber gleichzeitig distanziert wirkende Mitteilungsform;

offizielle, unpersönliche Beziehung zwischen den Kommunikations-partnern

der neutrale Sprachgebrauch unter Verwendung von Wortschatz, der dem durchschnittlich gebildeten (muttersprachlichen) Leser oder Hörer verständlich ist;

in der Regel einfach strukturierte Sätze; typisch sind Satzreihen, die übersichtlich und daher gut zu erfassen sind;

gehobene Umgangssprache, lockere Kommunikations-situation

im Allgemeinen korrekter Sprachgebrauch, ergänzt mit z. T. umgangssprachli-chen Begriffen oder besonderem Vokabular, das nur Sprechern der selben regionalen und sozialen Herkunft verständlich ist;

einfach strukturierte Sätze mit verkürzten Verbformen, Frageanhängsel und Verb-Präposition/Adverb - Verbindungen;

enge Beziehung zwischen Kommunikations-partnern


Vorgehen bei der Analyse der Sprachebene

 –  Wortwahl und Wortfelder: In einem Sachtext, z. B. aus einer englischsprachigen Tageszeitung oder Zeitschrift wird in der Regel die Hochsprache verwendet. Das bedeutet, dass keine Verstöße gegen die Regeln der englischen Sprache, etwa Schreib- oder Grammatikfehler, vorkommen. Da die Wörter im Allgemeinen dem englischen Grundwortschatz entnommen werden, kommen keine komplizierten Begriffe oder Fachwörter vor, die von einem durchschnittlichen, englischen Muttersprachler nachgeschlagen werden müssten.
 –  Satzbau: Die Verwendung einfacher oder komplexer Satzstrukturen hängt vom Textgegenstand und der kommunikativen Situation bzw. der Textsorte sowie dem Stil des Verfassers ab. Sollen komplizierte Gedanken mitgeteilt werden, verwendet der Autor dazu in der Regel komplexe syntaktische Strukturen. Diese bestehen aus mindestens einem Hauptsatz und einem Nebensatz.
 – 

Die Ausdrucksweise zeigt die Haltung des Verfassers zum Textgegenstand und zum Leser oder Hörer. Sie wird durch das Zusammenspiel der oben untersuchten sprachlichen Elemente in jedem Text aufs Neue geschaffen. Der Autor kann ein Thema z. B. tiefgründig oder oberflächlich, ernst oder humorvoll, komplex oder einseitig darstellen. Darüber hinaus kann er dem Empfänger seriös oder unseriös, aufmunternd oder belehrend gegenüber treten.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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