Landeshauptstadt Potsdam

Die Hauptstadt des Landes Brandenburg und kreisfreie Stadt Potsdam grenzt im Nordosten direkt an Berlin. Potsdam liegt an der Havel, die sich im Nordosten und Südwesten der Stadt zu mehreren Seen erweitert. Die Stadt zählte im Jahr 2010 knapp 157 000 Einwohner.

Potsdam ist Sitz zahlreicher wissenschaftlicher Einrichtungen, die insbesondere im Wissenschaftspark auf dem Telegrafenberg und im Stadtteil Babelsberg konzentriert sind. Darunter befinden sich die Universität und die Hochschule für Film und Fernsehen. Aus der Fülle der Forschungseinrichtungen sind zu nennen: das Astrophysikalische Institut mit dem Einsteinturm, das Geo-Forschungs-Zentrum, der Deutsche Wetterdienst, das Institut für Klimafolgenforschung, zwei Max-Planck-Institute und zwei Fraunhofer Institute.

Potsdam ist neben München ein bedeutender Film- und Medienstandort. Neben Film- und Fernsehstudios beherbergt Potsdam den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB). Auf dem Gelände der Medienstadt Babelsberg haben sich rund 130 Unternehmen aus der Film- und Fernsehbranche sowie der Telekommunikation und Werbung angesiedelt.

Der Filmerlebnispark Babelsberg, der neben Shows auch die Möglichkeit bietet, Filmstudios zu besichtigen, und das Filmmuseum locken zahlreiche Besucher an.
Die Industrie konzentriert sich vor allem in Babelsberg und im Südosten von Potsdam und ist mit Lebensmittel-, Baustoffindustrie, Sicherheitsglasherstellung und Orgelbau vertreten. Es besteht eine gute S-Bahn-Verbindung nach Berlin.
2001 war Potsdam Austragungsort der Bundesgartenschau.

Aus der Geschichte

Die Stadt Potsdam entwickelte sich aus einer ursprünglich slawischen Siedlung namens Poztupimi. Sie wurde 1660 neben Berlin die zweite Residenz der Kurfürsten, seit 1701 der Könige in Preußen. Danach setzte eine rege Bautätigkeit ein. Unter den Königen FRIEDRICH WILHELM I. und FRIEDRICH II., DEM GROSSEN, wurde Potsdam ab 1713 zur Garnisonstadt ausgebaut.

Nach dem Edikt von Potsdam von 1685, das den Hugenotten Glaubensfreiheit gewährte, ließen sich viele von ihnen in Potsdam nieder und förderten nachhaltig die wirtschaftliche Entwicklung. 1939 wurden mehrere Umlandgemeinden, darunter auch Babelsberg, eingemeindet. Am 2.8.1945 schlossen die vier Alliierten im Schloss Cecilienhof das Potsdamer Abkommen. 1945/46–1952 war und seit 1990 ist Potsdam die Hauptstadt von Brandenburg.

Stadtbild

Der historische Stadtkern von Potsdam wurde 1945 durch Bombardements stark zerstört. Dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg fielen zahlreiche Gebäude zum Opfer. Erhalten sind unter anderem das Holländische Viertel, die barocke Französische Kirche, die klassizistische ehemalige Alte Wache, das neugotische Nauener und das Brandenburger Tor.

Ein architektonisches Kuriosum ist der wohl dem Expressionismus zuzuordnende Einsteinturm von 1920/21, der als Sonnenobservatorium genutzt wird. Wiederhergestellt wurden das barocke Rathaus und die klassizistische Nikolaikirche mit ihrer eindrucksvollen Kuppel. Zu den zahlreichen Neubauten gehört das Geschäfts- und Büroquartier „Potsdam-Center“ am Bahnhof.

Schloss Sorgenfrei

Am Rand von Potsdam liegen Schloss und Park Sanssouci (franz.: „sorgenfrei“), die jedes Jahr zahlreiche Touristen anziehen. Das Schloss wurde in einem 280 ha großen Park erbaut, der nach Entwürfen von G. W. VON KNOBELSDORFF angelegt wurde. Das über einem Terrassenhang liegende Schloss ist ein Hauptwerk des deutschen Rokoko. Es wurde nach Skizzen FRIEDRICHS II., DES GROSSEN, errichtet. Dessen Grab befindet sich seit 1991 auf der Gartenterrasse. Östlich vom Schloss liegen die Bildergalerie, westlich die Neuen Kammern. Am Westende des Parks ließ FRIEDRICH DER GROSSE das Neue Palais erbauen. Weitere Bauten des Parks entstanden im 19. Jh., so vor allem im Süden Schloss Charlottenhof und im Norden die Orangerie.

Der Landschaftsarchitekt P. J. LENNÉ verband Anfang des 19. Jh. die verschiedenen Schloss- und Parklandschaften, zu denen auch der Neue Garten, das Marmorpalais und Schloss Babelsberg gehören, zur einzigartigen Potsdamer Kulturlandschaft, die seit 1990 als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuft ist. Vom seit 2001 wieder zugänglichen Belvedere auf dem Pfingstberg bietet sich eine wunderschöne Aussicht auf das Ensemble.

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