Landwirtschaftsraum Uckermark

Die Uckermark - eine reizvolle Landschaft im Nordosten Deutschlands

Der Landkreis Uckermark befindet sich im äußersten Nordosten des Landes Brandenburg und hat knapp 130 000 Einwohner. Er ist mit etwa 3 Mio. km² flächenmäßig der größte Landkreis Deutschlands.

Neben der zentral gelegenen Kreisstadt Prenzlau gibt es mit Ausnahme der Industriestadt Schwedt an der Oder nur einige kleinere Landstädte und viele Dörfer. Die Uckermark liegt im Nördlichen Landrücken und im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte, also imTiefland. Ihr Charakter wird aber durch ein sehr bewegtes Relief mit z. T. für Tiefland außergewöhnlichen Höhenunterschieden geprägt.

Versumpfte Niederungen an den Flüssen, die mit Wäldern bedeckten eiszeitlichen Endmoränenzüge und Sanderflächen mit dazwischen liegenden Seen und flachhüglige weite Grundmoränenflächen machen den großen Reiz der Landschaft aus. Mit Anteilen an mehreren großen landschaftlichen Schutzgebieten, am Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, am Naturpark Uckermärkische Seen und am Nationalpark Unteres Odertal, hat der Landkreis große Bedeutung für den Landschafts- und Naturschutz sowie für den Tourismus.

Die agrarisch geprägte Uckermark

Der Kreis Uckermark besitzt landwirtschaftliche Prägung. Jahrzehnte galt die Uckermark sogar als die „Kornkammer“ Berlins. Knapp zwei Drittel der Bodenfläche der Uckermark werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Der überwiegende Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird von großen Landwirtschaftsbetrieben bearbeitet, die aus den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) hervorgegangen und zum Teil über 1000 ha groß sind.

Die Ursachen

Einer der Gründe für diese landwirtschaftliche Prägung der Uckermark sind die Böden, die nach der eiszeitlichen Überformung in der Weichseleiszeit entstanden sind:
Die Uckermark ist ein typisches Jungmoränengebiet (Bild 2) mit bis über 100 m aus dem Tiefland aufsteigenden und mit Laub- und Mischwäldern bedeckten Endmoränenzügen. Südlich davor befinden sich die mit lichten Kiefernwäldern bestandenen Sanderflächen. Nördlich der Endmoränen liegen weite Grundmoränen, die zunächst recht kuppig sind, weiter nördlich aber immer flacher werden. Auf den Geschiebelehmen der Grundmoränen hat sich der Bodentyp der ertragreichen Parabraunerde entwickelt. Die Talauen, die die Moränen durchbrechen, werden vorwiegend als Grünland genutzt.

Strukturwandel in der Landwirtschaft nach 1990

In der Landwirtschaft der Uckermark vollzog sich ab 1990 ein schwerwiegender Strukturwandel. Als infolge der Vereinigung der beiden deutschen Staaten die EU-Regelungen auch hier Geltung bekamen, musste die Anbaustruktur stark verändert werden. Der Rapsanbau verdoppelte sich beinahe, während der bis dahin dominierende Kartoffelanbau nahezu bedeutungslos wurde. Außerdem mussten umfangreiche Nutzflächen stillgelegt werden, was bis zur Deutschen Einigung in der Uckermark gänzlich unbekannt war. Auch dadurch ging die Anzahl der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft gravierend zurück.

Profil durch die eiszeitlich überformte Uckermark

Profil durch die eiszeitlich überformte Uckermark

Eine zweite Veränderung betrifft die Anbaumethoden. Im Landkreis Uckermark wird derzeit der mit Abstand größte Teil der landwirtschaftlichen Fläche konventionell bzw. nach den Prinzipien des integrierten Pflanzenbaus bewirtschaftet. Letzterer berücksichtigt noch stärker als der konventionelle Pflanzenbau die biologischen Grundlagen der Pflanzenproduktion.

Der deutlich kleinere Teil der landwirtschaftlichen Fläche wird nach den Regeln des ökologischen Landbaus bearbeitet – allerdings mehr als im Bundesdurchschnitt (ca. 5 %).
Dennoch zieht diese Entwicklung eine spürbare Veränderung der Anbaustruktur im Kreis nach sich. Die Erträge pro Fläche liegen bei ökologischem Landbau etwa 30% niedriger als bei der Anwendung konventioneller Methoden. Da im ökologischen Landbau kein Stickstoffdünger verwendet werden darf, müssen erhebliche Flächen für den Leguminosenanbau vorgesehen werden. Zu den Leguminosen zählen Lupinen, Erbsen und Ackerbohnen, die die Düngung mit Stickstoff überflüssig machen. Zusätzlich müssen auch mehr Flächen zur Tierfuttererzeugung (Lupinen, Erbsen, Ackerbohnen, Silomais und Getreide) genutzt werden, weil im ökologischen Landbau auch der Zukauf von Tierfutter vermieden wird.

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