National- und Naturparks in Deutschland

In Deutschland werden folgende Arten von Schutzgebieten unterschieden, die insgesamt knapp ein Drittel der Landesfläche einnehmen (Stand 12/2009):

  • Nationalparks (Anzahl:14),
  • Naturparks (103),
  • Naturschutzgebiete (8481),
  • Landschaftsschutzgebiete (7409),
  • Biosphärenreservate (16).

Nationalparks sind großräumige Naturlandschaften internationalen Ranges, z. B. das Niedersächsisches Wattenmeer, der Müritz-Nationalpark, der Nationalpark Berchtesgaden. Sie dürfen vom Menschen weitestgehend nicht beeinflusst werden. Der Schutz der natürlichen Lebensräume hat in ihnen Vorrang gegenüber der wirtschaftlichen Nutzung und Erholung. Nationalparke sind nur in beschränktem Umfang für den Fremdenverkehr zugängig. Der Nationalpark Berchtesgaden ist dabei Deutschlands einziger Hochgebirgspark außerdem Biosphärenreservat.

Gesamtfläche der deutschen Nationalparks mit Nord- und Ostseeflächen beträgt 1.029.496 ha – an terrestrischer Fläche 194.362 ha – was etwa 0,54 % des Bundesgebietes entspricht.

Naturparks sollen die Eigenart und die Schönheit der von der Natur und den Menschen geprägten Kulturlandschaft erhalten. Sie sollen in erster Linie der Erholung der Menschen dienen. Zu den bekanntesten deutschen Naturparken gehören die Lüneburger Heide, die Holsteinische Schweiz oder die Märkische Schweiz. Mit einer Gesamtfläche von über 9,5 Mio. ha decken die Naturparke etwa 27 % der Landesfläche Deutschlands ab.

Der Flächenanteil an Naturparks hat von 1998 bis Ende 2010 um ein Drittel (dies entspricht ca. 2,4 Mio. ha) zugenommen. Innerhalb der Naturparke liegt der Flächenanteil der Schutzgebiete bei ca. 56 %. Der Naturschutzgebiets-Flächenanteil in den Naturparken beträgt deutschlandweit knapp 5 %, wobei bundesweit Unterschiede bestehen.

Außerdem gibt es eine Reihe von grenzüberschreitenden Naturparks. Dazu gehört z.B. der Naturpark Schwalm-Nette an der deutsch- niederländischen Grenze zwischen Rhein und Maas. Man findet dort Wälder, Seen, Moore, Heidelandschaften, Feuchtgebiete und viele seltene Tiere. Deshalb ist mehr als die Hälfte des Naturparks besonders geschützt und als Naturschutz- bzw. Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

In Naturschutzgebieten ist zumeist jedwede Nutzung durch den Menschen und z. T. auch das Betreten verboten. Naturschutzgebiete haben im Allgemeinen wesentlich geringere Ausmaße als beispielsweise die Landschaftsschutzgebiete. Bekannte Naturschutzgebiete sind z. B. der Feldberg im Schwarzwald, das Ammergebirge, der Stadtwald von Augsburg, der Gülper See, die Peitzer Teiche in der Lausitz, das Siebengebirge im Rheinischen Schiefergebirge oder das Vessertal im Thüringer Wald. Die Naturschutzgebietsfläche in Deutschland beträgt 1.301.420 ha. Dies entspricht 3,6 % der Gesamtfläche.

In Landschaftsschutzgebieten wird zwar die Natur auch durch spezielle Reglungen geschützt. Aber auch die wirtschaftliche Nutzung beispielsweise durch die Landwirtschaft ist erlaubt. Die große Zahl der Landschaftsschutzgebiete umfasst in Deutschland eine Gesamtfläche von 10,2 Mio. ha, was 28,5 % des Bundesgebiets entspricht.

Biosphärenreservate schließlich sind Natur- und Kulturlandschaften, in denen der Schutz vorhandener Ökosysteme untersucht bzw. erforscht wird und umweltschonende Nutzungsformen entwickelt und erprobt werden. Zu den größten und bekanntesten Biosphärenreservaten Deutschlands gehören u. a. die Flusslandschaft der Elbe, der Pfälzer Wald, das Reservat Schorfheide-Chorin nordöstlich von Berlin und der Spreewald. Die Reservate nehmen eine Gesamtfläche von knapp 1,9 Mio. ha (3,7 % der Landesfläche) ein.

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