Peking

Peking, oder Beijing, liegt im Norden des Landes am nördlichen Rand der Großen Ebene (Bild 1).
Das Stadtgebiet mit den angrenzenden Vorstädten besitzt eine Fläche von 16 807 km² Größe (Rügen 926 km²). In diesem Großraum Peking leben 11,8 Mio. Menschen. Auf die eigentliche Stadt Peking entfallen davon 7,7 Mio. Einwohner.

Peking ist als Sitz der Regierung des Landes und der obersten Justiz- und Militärbehörden das politische Zentrum Chinas.
Außerdem befinden sich in der Stadt mehrere Universitäten, Akademien der Wissenschaften, viele Hoch- und Fachschulen sowie Forschungsinstitute und eine Vielzahl bedeutender Museen und Bibliotheken.

Im Zusammenhang mit der nach 1949, dem Gründungsjahr der Volksrepublik China, einsetzenden industriellen Entwicklung ist Peking um ein Drittel seiner Fläche gewachsen. Vor allem die sich entwickelnde vielseitige Industrie benötigte Platz, u. a. die neuen Betriebe der Textil- und Porzellanindustrie, der Eisen- und Stahlindustrie, der chemischen und petrolchemischen Industrie sowie des Maschinenbaus.
Mit diesem gewaltigen industriellen Potenzial gehört Peking zu den größten Industriestädten des Landes.

Die Lage Pekings in China

Die Lage Pekings in China

Der Umwandlung der alten Kaiserstadt in eine moderne Großstadt sind viele historische Baudenkmäler, beispielsweise die 1000-jährige Stadtmauer und mehrere ihrer Tore, zum Opfer gefallen.
Entlang riesiger neuer Straßenzüge entstanden Hochhäuser nach westlichem Vorbild. Der Verkehr der Stadt nimmt allerdings weiter explosionsartig zu. Die Ringstraßen können den Autoverkehr kaum noch bewältigen.
Da immer mehr Arbeitersiedlungen und Industrieanlagen entstehen, wächst das neue Peking unaufhaltsam sowohl in das Umland als auch in die historische Altstadt hinein.

Stadtentwicklung

Die alte Stadt

Die archäologische Forschung belegt die Entstehung der Siedlung im 12. vorchristlichen Jahrhundert. Sie wurde im 10. Jh. n. Chr. Kaiserstadt. Während des 12. und 13. Jh. wurde die Innere Stadt angelegt, in der der Kaiserpalast mit der Verbotenen Stadt liegt.

Die Anlage der Altstadt gleicht der anderer chinesischer Städte: Dem alten chinesischen Weltbild entsprechend ist die Welt viereckig. Die Städte sollten diese Weltordnung abbilden. Die Stadtmauern wurden dementsprechend exakt nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet quadratisch angelegt.
Diesem quadratischen Grundriss entsprechend, bildeten die Straßen der Städte ein regelmäßiges Schachbrettmuster. Die Hauptachsen jeder Stadt verliefen exakt in Nord-Süd-Richtung.

Die Altstadt von Peking wurde genau nach diesem Muster quadratisch angelegt. Sie war von einer 22 km langen und 6 m hohen Mauer mit elf mächtigen Toren umgeben, welche die Innere- oder Mandschustadt einschloss. In ihr befindet sich im Norden die ehemalige Kaiserstadt.

Eigentliches Zentrum Pekings war die von einer roten Mauer umschlossene einstige Verbotene oder Rote Stadt mit dem Kaiserpalast. Hier regierten die „Söhne des Himmels“, wie die chinesischen Kaiser bezeichnet wurden, in völliger Abgeschiedenheit. Die Verbotene Stadt ist eine riesige Palastanlage mit über 9000 Räumen. Einst war es jedem normalen Sterblichen bei Todesstrafe untersagt, den Kaiserpalast zu betreten. Tausende von Besuchern aus aller Welt betreten heutzutage täglich die Verbotene Stadt und den Kaiserpalast, in dem sich die größte Sammlung chinesischer Kunst befindet.

Der Kaiserpalast ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden. Von großer Attraktivität sind in der Kaiserstadt u. a. der künstliche Jingshan, der sogenannte Kohlehügel mit einer Höhe von 50 m, von dem sich ein phantastischer Blick in die vier Himmelsrichtungen auf die geradlinigen Straßen bietet. Aber auch künstliche Seen, der Winterpalast, Tempel, Paläste und Pagoden prägen das Bild.

Südlich der Inneren Stadt schließt sich die ebenfalls rechteckige Äußere oder Chinesenstadt an. Sie war und ist bis heute Zentrum von Handel und Kleingewerbe. Im Süden der Äußeren Stadt steht der Himmelstempel, ein hölzerner Rundbau mit einer 38 m hohen Halle. Er wurde ohne Verwendung von Nägeln im Jahre 1420 erbaut und inzwischen mehrfach erneuert.

Die neue Stadt

Von der ehemaligen Kaiserstadt im Norden durch das Tor des Himmlischen Friedens getrennt, liegt der Platz des Himmlischen Friedens, der Tiananmen-Platz. Er wird im Westen von der Großen Halle des Volkes begrenzt. Die kommunistische Regierung schuf diesen größten Platz der Erde, der Raum für eine Million Menschen bietet.
Dieser riesige Aufmarsch- und Paradeplatz war im Juni 1989 Schauplatz einer der größten Massendemonstrationen für die Demokratisierung Chinas.

Ausgelöst durch einen Besuch des russischen Präsidenten GORBATSCHOW in Peking, versammelten sich hier Studenten und Angehörige aller Bevölkerungsschichten, um ihren Forderungen nach Demokratie Ausdruck zu verleihen. Landesweit beteiligten sich bis zu 1 Mio. Demonstranten. Die chinesische Regierung ließ am 4. Juni 1989 den Platz des Himmlischen Friedens von der Armee räumen. 400 Zivilisten fielen dem Massaker zum Opfer, Tausende beteiligte Gegner des Regimes wurden noch in den Jahren danach hingerichtet.

Die westliche Welt hat dieses Vorgehen der chinesischen Regierung scharf verurteilt und antwortete mit wirtschaftlichen Sanktionen. China konnte mit vorsichtigen Demokratisierungsmaßnahmen die Beziehungen zu den Industrienationen jedoch wieder entspannen, steht aber wegen Menschenrechtsverletzungen weiter in der Kritik.

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