Farbstudien und Farbmischungen

Farben und Kontraste

Die Verwendung nachbarschaftlicher Farben (Magentarot, Rotviolett, Violett, Blauviolett, Blau) erzeugt bei hohem Einsatz dunklerer Farbtöne eine geheimnisvolle Nachtstimmung.

Nachbarschaftliche Farben

Der abgewandelte Komplementärkontrast Rot-Grün: Das verwendete Magentarot erzeugt eine eher frische Wirkung.

Komplementärkontrast Rot-Grün

Der Komplementärkontrast Gelb-Violett wird zu höchster Farbkraft gesteigert. Während die Farbe Gelb fröhlich wirkt, soll Violett Würde ausstrahlen. Kombiniert können beide bis zur Aggressivität gesteigert werden.

Komplementärkontrast Gelb-Violett

Unterschiedliche Verwendung des Rot-Grün-Kontrastes erzeugt unterschiedliche Wirkungen.

Rot-Grün-Kontrast
Rot-Grün-Kontrast

Unterschiedliche Verwendung des Blau-Orange-Kontrastes erzeugt unterschiedliche Wirkungen.

Blau-Orange-Kontrast
Blau-Orange-Kontrast

Menge-Helligkeit

Jede Farbe besitzt eine eigene Helligkeit (ohne Mischen mit Weiß). So besitzt Gelb die größte Helligkeit und Violett die geringste. Um gleichwertig zu erscheinen, müssen also die dunkleren Farbtöne mengenmäßig stärker vertreten sein, als die helleren Farben, was je nach angestrebter Farbwirkung zu differenzieren ist.

Menge-Helligkeit

Farben blau-gelb

Durch Mischen der beiden Grundfarben Blau und Gelb entsteht die Mischfarbe ersten Grades.

Mischen der beiden Grundfarben Blau und Gelb

Farbkugel von PHILIP OTTO RUNGE

Besonders bekannt wurde PHILIPP OTTO RUNGE (1777–1810), der vielseitige Künstler der Frühromantik, durch seine symbolträchtigen Landschaften und Porträts. Zentrales Thema seiner Werke ist der Mensch in der gottgegebenen Natur. Eine große Rolle spielten für ihn das Licht und die Farbe als Zeichen des Göttlichen und der Schöpfung. Mit seiner Farbkugel versuchte er, ein räumliches System für die Ordnung der Farben zu schaffen.

Durch die Anordnung der Farben auf der Kugel leitet RUNGE drei verschiedene Wirkungen ab.

Harmonische
Farbzusam-
menstellungen
Disharmonische
Farbzusam-
menstellungen
Monotone
Farbzusam-
menstellungen
ergeben sich aus dem direkten Kontrast der reinen Grundfarben
weiterhin aus allen sich diametral gegen überliegenden hellen und dunklen Farbtönen auf der Oberfläche der Kugel
entstehen durch
das Zusammenwirken der Grundfarben
sie fordern vom Auge höhere Aufmerksamkeit durch das Fehlen einer Grundfarbe
ergeben sich aus dem „eintönigen“ Wirken nebeneinander liegender Farben
Gelb-Violett
Rot-Grün
Blau-Orange
Rot-Blau
Gelb-Rot
Blau-Gelb
z. B. Gelb-Orange-Rot
Material zum Thema
  • Farbkugel von PHILIP OTTO RUNGE
    Format: HTM

Helligkeit nach RUNGE:
Ausmischung der Grundfarben von Pol zu Pol
Ausmischung der senkrechten Mittelachse von Weiß zu Schwarz.

Helligkeit nach RUNGE

Durchmischung nach RUNGE:
Mischen an der Kugeloberfläche von Pol zu Pol am Beispiel der Farbe Grün.

Durchmischung nach RUNGE

JOHANNES ITTEN

In seinem Werk vereint JOHANNES ITTEN seine gesammelten Erfahrungen als Maler und Kunsterzieher. Er verweist insbesondere auf den Zusammenhang zwischen den theoretischen Regeln und Kenntnissen und der künstlerischen Inspiration des Einzelnen. Seiner ästhetischen Farbenlehre liegen umfangreiche Studien der Farbenlehre von GOETHE, RUNGE, BEZOLD und CHEVREUL zugrunde, ebenso wie seine praktischen Erfahrungen aus seiner Lehrtätigkeit. Er verstand seine Farblehre als Hilfsmittel für die Förderung der unterschiedlichen Begabungen und versuchte das subjektive Farbempfinden des Einzelnen zu objektivieren.

Kontraste nach ITTEN:

Komplementär-
kontrast Rot-Grün, Hell-Dunkel-Kontrast als Nebenkontrast
Kalt-Warm-KontrastKomplementär-
kontrast
Gelb-Violett
BildBildBild
Ausmischung des Komplementär-
kontrastes Blau-Orange bis zum Grau, Hellen der Farben
Qualitätskontrast (zwischen leuchtenden/ gesättigten und getrübten/ ungesättigten Farben) 
BildBild 

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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