Quena

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Quena - Quenas
  • Die Quena gehört zu den Kerbflöten. Es gibt dabei Kerben mit v- oder u-förmigem Aufschnitt.
     
  • Die Quena ist oft melodieführendes Instrument der Andenfolklore, insbesondere in Peru. Auf ihr wurde schon vor Inka-Zeiten gespielt.

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Im Hörbeispiel 1 ist ein Tanz bolivianischer Indios zu hören, der von Chokelas (einer Quena-Art) begleitet wird.

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Die Quena wird oft mit der Andenmusik gleichgesetzt, insbesondere seit PAUL SIMON und ART GARFUNKEL den Yaravi-Tanz „El Condor Pasa“ („Der Condor zieht ab“) zum Welthit machten, indem Quenas zu hören sind.

„Yaravi“ ist abgeleitet von dem Quechua-Wort „harawi“, was „trauriges Lied“ bedeutet: Im ursprünglichen Lied wird von den Aufständen der Tupac-Amaru-Indianer gegen die spanischen Conquistadoren erzählt; der Inka muss in Gestalt des Condors den spanischen Eroberern weichen.

Liedformen in den Anden

Die lateinamerikanische Volksmusik ist von farbenprächtiger Vielfalt. Außer indianischen, spanischen und afrikanischen Klängen sind es auch portugiesische, französische, englische, italienische, deutsche, slawische und indische Elemente, die ihr ihren exotischen Reiz verleihen. In den Anden prägen allerdings die Instrumente der Indios, allen voran die Quena die Musik sowie die Vermengung von Pentatonik und Diatonik den Melodieverlauf.

Diejenigen Andengebiete, die heute Peru, Kolumbien, Bolivien und Ekuador bilden, gehörten zum Inkareich (ca. 1200 bis 1533). Inkas und Aimaras beteten Wiraqocha, den Schöpfer der Welt, und die Sonne, Quell allen Lebens, an. Die religiösen Kultzeremonien der Inkas waren von Musik begleitet. Hierzu gab es eigens beauftragten Künstler (Harave, Amauta), um die heiligen Hymnen (Hayllis) zu komponieren.

Als die Inkakultur nach der Eroberung des Inkareiches durch FRANCISCO PIZARRO (1478 – 1541) durch die katholische Kirche verfolgt wurde, wurden die Kultformen der Musik zerstört. Nur die Musikformen, die mit dem Familienleben und der Arbeit zu tun hatten, überdauerten die Zeiten.

Die heute verbreitetsten Lied- und Tanzformen indianischen Ursprungs sind der Huayñu und der Yaravi.

  • Der Huayñu (Wayno) steht im 2/8-, 2/4- oder 6/8-Takt. Die Melodie ist pentatonisch und durch Synkopen gekennzeichnet. Quenas, Trommeln und Charangos sind die Begleitinstrumente, sowie Violinen und Harfen (als spanische Einflüsse).
     
  • Der Yaravi steht im Allgemeinen im 3/4-Takt, kann aber auch im 4/4-Takt geschrieben sein. Die Melodie ist melancholisch und einfach. Die „Küsten- und Stadtform“ des Yaravi ist der Triste. Als Instrumente kommen hier primitive Schlaginstrumente (Löffel, Quijada, Cajon) hinzu.

Weitere Instrumente der Andenfolklore

Die Siku ist eine aus zahlreichen Schilfrohren verschiedener Länge zusammengesetzte Panflöte, bei der sich pentatonische und diatonnische Tonleitern überlagern. Sie besitzt die Breite einer Hand.

Der Rondador ist die equadoriansiche Variante der Siku. Der Rondador erzeugt einen melancholischen, langsamen und getragenen Klang.

Die Zampoña ist ebenfalls eine Panflöte. Es ist üblich, gleichzeitig simultan zwei Instrumente zu benutzen, die sich gegenseitig im Melodieverlauf ergänzen. es kann sogar vorkommen, dass eine Gruppe bis zu 50 Spielern Zampoñas im Wechsel blasen. Eine Zampoña kann mannshoch sein (Toyo).

Der Charango ist ein Zupfinstrument. Über dem Korpus aus einem Gürteltierpanzer sind 5 Metallsaiten (manchmal auch 10 Plastik-Saiten) gespannt.

Die Tinya ist eine kleine flache Trommel. Sie wird aus einem ausgehöhlten Baumstamm hergestellt und beidseitig mit Ziegen-, Hammel- oder Eselfell bespannt.

Die Bombo ist eine Baumtrommel mittlerer Länge, die mit Schlegeln gespielt wird. Sie wurde in Vorzeiten zur Nachrichtenübermittlung zwischen den Andendörfern benutzt.

Das Cuatro ist eine kleine, kräftig klingende, viersaitige Gitarre.

Maracas sind hohle, mit Körnern gefüllte Kalebassen, die geschüttelt werden. Ursprünglich waren das mit Körnern gefüllte Kokosnüsse. Maracas werden beim Spielen gleichmäßig geschüttelt.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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