André Marie Ampère

AMPÈRE war ein Zeitgenosse des italienischen Phsikers ALESSANDRO VOLTA und lebte wie dieser in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umwälzungen, die einen Höhepunkt mit der französischen Revolution 1789 hatten. Sie prägte auch aus persönlichen Gründen seine Jugend, denn sein Vater wurde 1793 während eines Aufstandes hingerichtet.

Kindheit, Jugend und Ausbildung

AMPÈRE war der Sohn eines wohlhabenden Seidenhändlers in Lyon. Seine Kindheit verbrachte er in einem Dorf bei Lyon, wo die Familie ein Landgut besaß. Schon als Kind war er von unbändigem Wissensdrang erfüllt.
Mit 13 Jahren begann er, die im Rahmen der französischen Aufklärung von DIDEROT und D`ALEMBERT herausgegebene „Enzyklopädie der Wissenschaften, Künste und des Handwerks“ gründlich durchzuarbeiten. Vor allem interessierten ihn mathematische und naturwissenschaftliche Probleme. Obwohl er nie eine Schule besucht hatte, war er damit in der Lage, auf vielen Gebieten der Wissenschaft aktiv tätig zu sein.

In den Wirren der französischen Revolution wurde 1793 sein Vater nach dem mißlungenen Aufstand der Stadt Lyon gegen den Konvent hingerichtet. Diesen Verlust hat er lange nicht verwunden. Da die Familie einen großen Teil ihres Vermögens verloren hatte, verdiente er seinen Lebensunterhalt durch Privatunterricht, vor allem in Mathematik. 1802 fand er dann eine feste Anstellung als Mathematiklehrer in Bourg, ab 1803 in Lyon.
1804 ging AMPÈRE nach Paris, wo er später zum Professor an der Polytechnischen Schule ernannt wurde.

Wissenschaftliche Tätigkeit

Erste wissenschaftliche Arbeiten zur Wahrscheinlichkeitstheorie machten ihn schnell bekannt und führten 1805 zur Berufung an die École Polytechnique in Paris, 1814 wurde er zum Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften gewählt. Auch hier beschäftigte er sich erfolgreich mit unterschiedlichen Wissenschaften: Mathematik, Philosophie, Psychologie, Chemie.
Seine Arbeiten über Philosophie und Psychologie brach er im September 1820 jäh ab, als er von der Entdeckung des Elektromagnetismus durch den dänischen Physiker OERSTED erfuhr.

Anfang des 19. Jahrhunderts kam, beeinflusst durch romantische Naturphilosophie, der Gedanke einer Verbindung zwischen verschiedenen Bereichen der Natur auf. So entdeckte man die gegenseitige Umwandelbarkeit von Wärme und mechanischer Arbeit. OERSTED fand die Tatsache, dass eine Magnetnadel in der Nähe eines stromführenden Leiters abgelenkt wird, also einen Zusammenhang zwischen Elektrizität und Magnetismus.

Von dieser Entdeckung erfuhr AMPÈRE auf einer Akademiesitzung am 11. September 1820. Bereits auf den folgenden Sitzungen am 18. und 25. September trug er grundlegende eigene Ergebnisse zur Wirkung elektrischer Ströme aufeinander und auf Magneten vor.

So fand AMPÈRE u.a., dass nicht nur Ströme auf Magnetnadeln wirken, sondern auch Ströme aufeinander. Zwei parallele, stromdurchflossene Drähte ziehen einander an oder stoßen sich ab, je nach Stromrichtung. Kreisförmig gebogene, stromführende Drähte zeigen die gleichen Eigenschaften wie Stabmagnete. Diese und weitere Erkenntnisse, die AMPÈRE auch in Formeln fasste, waren die Grundlage der weiteren Entwicklung der Elektrodynamik, insbesondere durch den Schotten J. C. MAXWELL. Zu Ehren von A. M. AMPÈRE wurde die Einheit der elektrischen Stromstärke - das Ampere - benannt.

AMPÈRE gehört zu den herausragenden Universalgelehrten zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Sprichwörtlich war seine Zerstreutheit, von der zahlreiche Anekdoten berichten. So soll er einmal auf dem Wege zur Vorlesung einen auffälligen Stein gefunden haben, den er aufmerksam untersuchte. Nachdem er dann auf die Uhr gesehen hatte, warf er diese weg und steckte den Stein ein.

André-Marie Ampère (1775 bis 1836)

André-Marie Ampère (1775 bis 1836)

André Marie Ampère - Portrait
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