Willebrord Snellius

WILLEBRORD SNELLIUS lebte in einer Zeit, in der sich einzelne Naturwissenschaften herauszubilden begannen. Die Niederlande gehörten zu den fortschrittlichen Ländern dieser Zeit und waren ein Zentrum wissenschaftlicher Forschung. Kurz nach 1600 wurden in den Niederlanden die ersten Fernrohre gebaut. Zeitgenossen von SNELLIUS waren u. a. JOHANNES KEPLER (1571–1630), der die Gesetze der Planetenbewegung entdeckte, und GALILEO GALILEI (1564–1642), der wichtige Gesetze der Mechanik fand.

Leben und Wirken

WILLEBRORD SNELL VAN ROYEN, latinisiert auch SNELLIUS genannt, wurde 1580 in der Universitätsstadt Leiden geboren. Der genaue Geburtstag ist unbekannt. Sein Vater war Professor für Mathematik an der Universität. Über das Leben und Wirken von WILLEBRORD SNELLIUS sind nur wenige Einzelheiten bekannt.
Wie in der damaligen Zeit üblich, führten ihn in seiner Jugend Reisen in verschiedene Länder und Orte, u. a. nach Würzburg, Prag, Paris und in die Schweiz.

1608 erwarb er den Grad eines Magisters und bereits ab 1609 hielt er Vorlesungen in Mathematik, Astronomie und Optik an der Universität Leiden. Ab 1610 war SNELLIUS als Professor für Mathematik an dieser Universität tätig. Er nahm damit die Stelle ein, die vorher sein Vater innehatte.
WILLEBRORD SNELLIUS starb am 30. Oktober 1626 in Leiden.

Willebrord Snellius (1580 bis 1626)

Willebrord Snellius (1580 bis 1626)

Wissenschaftliche Leistungen

WILLEBRORD SNELLIUS hat zahlreiche Veröffentlichungen auf mathematischem Gebiet vorzuweisen. So berechnete er u. a. die Zahl Pi auf 36 Stellen genau.
Große Verdienste erwarb er sich auch um 1617 mit einer Vermessung von Meridianen. Er wandte dabei die Triangulation (Dreiecksmethode) an.

Am bekanntesten sind aber seine Untersuchungen zur Brechung des Lichtes, die zu einer Formulierung des Brechungsgesetzes führten. Ihm zu Ehren nennt man das Gesetz auch snelliussches Brechungsgesetz. SNELLIUS hat dieses Gesetz um 1620 formuliert.

Inzwischen ist belegt, dass der englische Mathematiker und Astronom THOMAS HARRIOTT (um 1560–1621) bereits um 1600 eine erste Formulierung des Brechungsgesetzes gefunden, aber nicht veröffentlicht hatte. Um 1626 findet man in der Literatur das Brechungsgesetz in der heutigen Formulierung.

Ob es WILLEBRORD SNELLIUS oder RENE DESCARTES (1596–1650) so formuliert haben, ist ungeklärt. Klar ist nur: Es war eine großartige historische Leistung, aus Messwerten dieses physikalische Gesetz in eine mathematische Formulierung zu bringen. Wesentlichen Anteil daran hatte WILLEBRORD SNELLIUS.

Bekannt geworden ist SNELLIUS ebenfalls als Herausgeber der Beobachtungsdaten des berühmten Kassler Landgrafen WILHELM IV., der keine eigenen Schriften hinterließ, sowie seines Mitarbeiters C. ROTHMANN. Er verwendete in seinem Werk „Coeli et siderum in eo inerrantium observationes Hassiacae illustrissimi principis Wilhelmi Hassiae Landgravii auspiciis quondam institutae etc. Lugduni Batavorum 1612“ den Katalog von 900 Fixsternörtern.

Snelliussches Brechungsgesetz

Snelliussches Brechungsgesetz

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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