Fallbeschleunigung

Die Beschleunigung, die bei einem frei fallenden Körper auftritt, wenn der Luftwiderstand vernachlässigbar klein ist, wird als Fallbeschleunigung g bezeichnet. Für den mittleren Wert an der Erdoberfläche gilt:

g=9,80665ms29,81ms2

Häufig wird mit dem Näherungswert g10ms2 gerechnet.

Die Fallbeschleunigung ist abhängig von dem Ort, an dem man sich befindet. Sie wird deshalb manchmal auch als Ortsfaktor g bezeichnet und in der Einheit N/kg angegeben. Dabei gilt mittlerer Wert für die Erdoberfläche:

g=9,81ms2=9,81Nkg, denn 1Nkg=1kgms21kg=1ms2

Der Ortsfaktor gibt somit auch an, wie groß die Gewichtskraft eines Körpers je Kilogramm Masse an dem jeweiligen Ort ist. Für die Erdoberfläche bedeutet das: Ein Körper der Masse 1 kg hat eine Gewichtskraft von 9,81 N oder von etwa 10 N. Diese Zusammenhänge ergeben sich aus der Gleichung für die Gewichtskraft, die lautet:

FG=mg

Unterschiedliche Orte - unterschiedliche Werte

Die Fallbeschleunigung hat an verschiedenen Orten unterschiedliche Werte. Nachfolgend sind einige dieser Werte angegeben.

Ort g in ms2
am Äquator an der Erdoberfläche 9,787
an den Polen an der Erdoberfläche 9,832
mittlerer Wert für die Erdoberfläche 9,807 oder 9,81
100 km über der Erdoberfläche 9,52
1 000 km über der Erdoberfläche 7,33
an der Mondoberfläche 1,62
an der Marsoberfläche 3,71
an der Oberfläche der Sonne 274

Bestimmung der Fallbeschleunigung

Die Fallbeschleunigung kann experimentell in unterschiedlicher Weise bestimmt werden. Nachfolgend sind die wichtigsten Möglichkeiten genannt.

1. Möglichkeit: Bestimmung der Fallbeschleunigung unter Nutzung des Weg-Zeit-Gesetzes des freien Falls:Aus s=g2t2ergibt sich durch Umstellung nach g die Gleichung:g=2st2

Misst man den Fallweg s und die Fallzeit t, so kann man daraus die Fallbeschleunigung g berechnen. Eine mögliche Experimentieranordnung zeigt Bild 1.

Experimentieranordnung zur Bestimmung der Fallbeschleunigung

Experimentieranordnung zur Bestimmung der Fallbeschleunigung

2. Möglichkeit: Bestimmung der Fallbeschleunigung unter Nutzung der Gesetze für ein Fadenpendel:
Für ein Fadenpendel (Bild 2) gilt für die Schwingungsdauer T die Gleichung:

T=2πlg

Dabei bedeuten l die Länge des Pendels und g die Fallbeschleunigung. Stellt man diese Gleichung für die Schwingungsdauer nach der Fallbeschleunigung g um, so erhält man:

g=4π2lT2

Die Pendellänge l und die Schwingungsdauer T können gemessen werden. Aus den Messwerten lässt sich die Fallbeschleunigung berechnen.

Mithilfe eines Fadenpendels kann die Fallbeschleunigung bestimmt werden.

Mithilfe eines Fadenpendels kann die Fallbeschleunigung bestimmt werden.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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