Strommesser

Strommesser, auch Stromstärkemesser oder Amperemeter genannt, sind Messgeräte, mit denen man die elektrische Stromstärke in einem Stromkreis messen kann. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Bauformen. Genutzt werden bei Strommessern verschiedener Bauart unterschiedliche Wirkungen des elektrischen Stromes.

Vielfachmessgeräte können auch als Strommesser genutzt werden.

Vielfachmessgeräte können auch als Strommesser genutzt werden.

Strommesser sind immer in Reihe zu dem elektrischen Gerät oder Bauteil zu schalten, bei dem die Stromstärke gemessen werden soll. Das ist notwendig, damit sie von jenem Strom durchflossen werden, dessen Stärke gemessen werden soll (Bild 2).

Als Strommesser verwendet man Drehspulmessgeräte, Dreheisenmessgeräte oder Hitzdrahtmessgeräte. Sie unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in ihrer Wirkungsweise.

Schaltung eines Strommessers

Schaltung eines Strommessers

Drehspulmessgeräte

Bei Drehspulmessgeräten befindet sich eine drehbar gelagerte kleine Spule in dem Magnetfeld eines Permanentmagneten. Mit dieser Spule ist ein Zeiger verbunden. Wird die kleine Spule von einem Strom durchflossen, so wird sie selbst zum Magneten und tritt mit dem Magnetfeld des Permanentmagneten in Wechselwirkung. Je größer die Stromstärke durch die Spule ist, desto stärker ist das entstehende Magnetfeld und desto stärker ist auch die Auslenkung der Spule und damit des Zeigers (Bild 3). Genutzt wird also die magnetische Wirkung des elektrischen Stromes.

Drehspulmesswerk

Drehspulmesswerk

Dreheisenmessgeräte

Bei Dreheisenmessgeräten, auch Weicheisenmessgeräte genannt, befindet sich in einer Spule ein fest stehendes Eisenblättchen und ein mit der Achse und dem Zeiger verbundenes drehbares Eisenblättchen (Bild 4). Fließt Strom durch die Spule, so werden die beiden Eisenblättchen gleichsinnig magnetisiert und stoßen einander ab. Die Abstoßung und damit der Ausschlag des Zeigers ist umso größer, je größer die Stromstärke durch die Spule ist. Genutzt wird also die magnetische Wirkung des elektrischen Stromes.

Dreheisenmesswerk

Dreheisenmesswerk

Hitzdrahtmessgeräte

Bei Hitzdrahtmessgeräten ist ein Zeiger mit einem dünnen Platindraht verbunden, der fest zwischen zwei Anschlüssen gespannt ist (Bild 5). Fließt durch diesen Draht ein Strom, so erwärmt er sich und dehnt sich aus. Diese Ausdehnung wird auf einen Zeiger übertragen. Die Ausdehnung ist umso größer, je stärker der Strom ist, der durch den Draht hindurchfließt. Genutzt wird also die Wärmewirkung des elektrischen Stromes.

Vielfachmessgeräte

Heute verwendet man meist Vielfachmessgeräte, mit denen man Spannung oder Stromstärke messen kann (Bild 1). Vielfachmessgeräte sind häufig Drehspulmessgeräte, bei denen man den Messbereich verändern kann und die sowohl für die Messung von Gleichstrom als auch für die Messung von Wechselstrom geeignet sind.

Verwendet man für die Stromstärkemessung ein Vielfachmessgerät, dann sollte man folgende Schritte einhalten:

  1. Stelle die Stromart (Gleichstrom oder Wechselstrom) am Messgerät ein, die im Stromkreis vorliegt!
  2. Stelle den größten Messbereich für die Stromstärke am Messgerät ein! Das ist insbesondere dann notwendig, wenn man nicht weiß, wie groß die Stromstärke ist.
  3. Schalte das Messgerät in Reihe zu dem elektrischen Gerät in den Stromkreis ein, bei dem die Stromstärke gemessen werden soll! Achte bei Gleichstrom darauf, dass der Minuspol der elektrischen Quelle mit dem Minuspol des Messgerätes und der Pluspol der elektrischen Quelle mit dem Pluspol des Messgerätes verbunden werden.
  4. Schalte nach Schließen des Stromkreises den Messbereich soweit herunter, dass möglichst im letzten Drittel der Skala abgelesen werden kann. Dann ist der Messfehler durch das Messgerät am kleinsten.
  5. Lies die Stromstärke ab! Beachte dabei, dass der eingestellte Messbereich den Höchstwert der Skala angibt!
Hitzdrahtmesswerk

Hitzdrahtmesswerk

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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