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Horaz

* 08.12.65 v. Chr. in Venusia (Apulien, heute Venosa)
† 27.11.08 v. Chr. in Rom (Italien)

HORAZ (QUINTUS HORATIUS FLACCUS) war ein römischer Dichter und ein Klassiker des Goldenen Zeitalters der römischen Literatur. HORAZ war neben VERGIL der bedeutendste Dichter in der Zeit des ersten römischen Kaisers AUGUSTUS (63 v. Chr.–14 n. Chr.). Er schrieb Oden und Epoden in lyrischen Versmaßen und Satiren und Episteln in daktylischen Hexametern. Besonders bekannt und bis in die Neuzeit hinein von Einfluss auf die lyrische Dichtung sind seine poetische Abhandlung „Ars poetica“ sowie die Oden „Carmina“, mit denen er zum Urvater der römischen Lyrik wurde.

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HORAZ wurde insbesondere von der griechischen Lyrik geprägt, so von ARCHILOCHOS, ANAKREON, ALKAIOS, PINDAR und SAPPHO. Seine eigenen Dichtungen, zu denen Oden, Epoden, Satiren und Episteln gehören, beeinflussten nachhaltig die Lyrik nachfolgender Dichter, von der Antike über das Mittelalter bis hin zu den englischen und deutschen Dichtern des 18. und 19. Jahrhunderts.

Lebensgeschichte

Die Lebensgeschichte von HORAZ ist die eines sehr erfolgreichen und angesehenen Dichters. Er wurde am 08.12.65 v. Chr. in Venusia (Apulien, heute Venosa) geboren. Er war der Sohn eines ehemaligen, freigelassenen Sklaven.
HORAZ wurde in Rom und Athen ausgebildet. In Athen studierte er an der Akademie griechische Philosophie und Dichtung.
Nachdem im Jahr 44 v. Chr. JULIUS CAESAR ermordet worden war, wurde HORAZ von MARCUS IUNIUS BRUTUS in das Heer der Republik aufgenommen. Er kämpfte als Militärtribun 42 v. Chr. bei Philippi. Dort wurde die republikanische Armee durch die Truppen von MARCUS ANTONIUS und OCTAVIAN besiegt. Infolge einer Generalamnestie konnte Horaz nach Rom zurückkehren. In der Zwischenzeit aber war sein Vater gestorben und das väterliche Landgut in Venusia konfisziert. So musste HORAZ für seinen Lebensunterhalt sorgen und arbeitete als Schreiber (scriba) der Regierung. Zu dieser Zeit schrieb er seine ersten Gedichte.
Um 38 v. Chr. wurde HORAZ durch VERGIL, den damaligen „Poeta laureatus“ (ein mit dem Lorbeerkranz gekrönter Dichter) Roms, dem Staatsmann und Kunstmäzen GAIUS MAECENAS vorgestellt, der HORAZ den Kontakt zu den literarischen und politischen Persönlichkeiten Roms verschaffte. Damit wurde es HORAZ möglich, sich seine Existenz allein durch seine literarische Tätigkeit zu sichern, was ihm dazu verhalf, sehr bald berühmt zu werden.
Von GAIUS MAECENAS erhielt HORAZ um 33 v. Chr. ein Gut in den Sabinischen Bergen, das für ihn ein Rückzugsort, ein Ort des Schreibens und Nachdenkens wurde.
19 v. Chr. starb sein Freund VERGIL und so wurde der auf dem Höhepunkt seines Ruhmes angelangte HORAZ zum „Poeta laureatus“ ernannt. Er starb am 27. November 8 v. Chr. in Rom.

Literarisches Schaffen

HORAZ' literarisches Schaffen ist vom Gesamtumfang überschaubar, doch sind seine Dichtungen vollständig erhalten und beeinflussten die nachfolgenden Generationen über viele Jahrhunderte. HORAZ schrieb:

  • Oden und Epoden in lyrischen Versmaßen und
  • Satiren und Episteln in daktylischen Hexametern.

Epode = griech.-lat.: Nachgesang, Schlussgesang
Epistel = griech.-lat.: kunstvoll formulierter, längerer Kunstbrief an fiktive oder tatsächliche Adressaten

Frühwerk

HORAZ' Frühwerk umfasst zunächst die zwei Bücher der „Satirae" in Form von Dialogen (nach HORAZ „Sermones“ = Gespräche) ethische Fragen und menschliche Schwächen behandeln, z.B. die kritische Betrachtung von Maßlosigkeit hinsichtlich Ehrgeiz, Lebensgenuss, Reichtum oder gesellschaftlichem Ruhm. HORAZ orientierte sich in den „Satirae“ an dem Satiriker LUCILIUS, schrieb aber mit weniger moralischer Bissigkeit und mit mehr humorvoller Toleranz. Die Satire als literarische Gattung hatte kein griechisches Vorbild und wurde von HORAZ zur Vollendung gebracht.
Ebenfalls zu seinem Frühwerk gehören die von HORAZ als „Iambi“ (Schmähgedichte) bezeichneten „Epoden liber“, 17 kurze Gedichte in Jambenpaaren im lyrischen Stil des griechischen Dichters ARCHILOCHOS, die die gesellschaftlichen Missstände anprangern oder missliebige Zeitgenossen auf's Korn nehmen.

Mittlere Schaffensphase

Die mittlere Schaffensphase brachte vor allem die formal nach den Vorbildern der griechischen Dichter ANAKREON, ALKAIOS (alkäische Strophe), PINDAR und SAPPHO (sapphische Strophe) verfassten Oden „Carmina“ hervor, die er vor allem der Lobpreisung von Frieden, Patriotismus, Liebe, Freundschaft und Wein sowie der Freuden eines einfachen, ländlichen Lebens widmete. Auch Motive der griechischen und römischen Mythologie wurden von HORAZ verarbeitet. Insgesamt stellen die Oden mehr eine Verstandes- als eine Gefühlsdichtung dar. Mit den Oden „Carmina“ wurde HORAZ zum Urvater der römischen Lyrik. Der für das Ohr angenehme Rhythmus und eine dezente Ironie verleiteten die Dichter des 18. und 19 Jahrhunderts zur Imitation, insbesondere die englischen Dichter ALEXANDER POPE und JOHN MILTON und die deutschen Dichter FRIEDRICH GOTTLIEB KLOPSTOCK und FRIEDRICH HÖLDERLIN.

Spätwerk

Zum Spätwerk von HORAZ gehören:

  • das erste Buch seiner „Epistulae“, 20 in Briefform verfasste poetische Plaudereien (von HORAZ ebenfalls „Sermones“ genannt, Auseinandersetzung mit populären philosophischen Fragen und Problemen der zeitgenössischen Literatur),
  • die Hymne „Carmen saeculare“ (geschrieben im Auftrag von AUGUSTUS, dem früheren OCTAVIAN, für die „ludi saeculares“, die Spiele zur Jahrhundertfeier, die den Beginn der neuen Friedensperiode kennzeichnen sollte),
  • das vierte Buch der Oden „Carmina“,
  • das zweite Buch der „Epistulae“ mit ursprünglich drei Lehrbriefen zu Literatur und Dichtkunst. Der dritte Brief wurde später von Philologen herausgelöst und gesondert unter dem Titel:
  • „Ars poetica“ (Die Dichtkunst) veröffentlicht (ein an die Gebrüder PISO gerichteter Brief, eine poetologische Abhandlung aus 476 Versen mit dem Ziel, die Traditionsstränge der antiken Ästhetik zu ordnen und neu zu definieren.).

Neben den Oden „Carmina“ hatte besonders die „Ars poetica“ nachhaltige Wirkung auf nachfolgende Dichter, von der Antike über das Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert. Es gibt inzwischen HORAZ-Nachdichtungen in vielen Sprachen; deutsche Nachdichtungen schufen u.a CHRISTOPH MARTIN WIELAND und JOHANN GOTTFRIED VON HERDER.
HORAZ verstand es, Sprache treffsicher einzusetzen sowie Formulierungen vollendet abzurunden und dabei stilistische Möglichkeiten vom anmutigen Plauderton bis hin zum feierlichen Gesang zu nutzen. EDUARD MÖRIKE, der HORAZ übersetzte, pries „feierlichen Ernst, überraschende Kühnheit des Ausdrucks und sinnschwere Kürze, sowie ... einen höchst kunstreichen Organismus des Verses“.

Werke

Die Werke von HORAZ wurden in zeitlicher Folge wie folgt veröffentlicht:

  • Satiren („Satirae“), Buch I (35 v. Chr., 10 Satiren)
  • Epoden, Satiren („Satirae“), Buch II (30 v. Chr., 8 Satiren, 17 Epoden)
  • Oden „Carmina“, Buch I–III (23 v. Chr.; 38/20/30 Oden, Buch III beginnend mit den berühmten „ Römeroden “)
  • Episteln („Epistulae“), Buch I (20 v. Chr., 20 poetische Briefe)
  • Hymne „Carmen saeculare“ (17 v. Chr.)
  • Oden „Carmina“, Buch IV (17 v. Chr.)
  • Episteln („Epistulae“), Buch II, u. a. mit der „Ars poetica“ (um 13 v. Chr.)
  • BWS-DEU2-0154-01.pdf (184.01 KB)
Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Horaz." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/index.php/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/horaz (Abgerufen: 10. January 2026, 07:47 UTC)

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REINER KUNZE arbeitet seit 1962 als freier Schriftsteller. Er lebt seit 1977 – nach seiner Ausreise aus der DDR – in der Bundesrepublik.
KUNZEs literarisches Werkzeug ist die reimlose Lyrik. Er veröffentlichte diverse Gedichtsammlungen. In seinen Werken setzte er sich vor allem mit der Gefahr der ideologischen Vereinnahmung von Kunst und mit der Gesellschaft der DDR auseinander. Sein 1979 verfilmter Prosaband „Die wunderbaren Jahre“ führte zu seinem Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR.
KUNZE wurde für seine literarischen Arbeiten mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet.

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