Wissenswertes über Wale und Delfine

dass es eine enge Verwandtschaft zwischen den Walen und den Flusspferden gibt? Cetaceen (Wale) und Ungulaten (Huftiere) haben viele Gemeinsamkeiten. Beispielsweise besitzen beide einen gekammerten Magen, und die Schädelknochen und Zähne der ersten Cetaceen sind denen der ersten Ungulaten ähnlich.
  • dass die Tragzeit bei Walen und Delfinen im Durchschnitt 12 Monate beträgt, bei Pottwalen jedoch 15 Monate? Die Babys werden immer mit dem Schwanz voraus geboren, damit bei einer längeren Geburt das Neugeborene nicht ertrinkt.
  • dass die Nasenöffnung (Blasloch) erst im Laufe der Entwicklung nach oben auf den Kopf gewandert ist? Heute noch kann man bei Walembryos erkennen, dass die Nase vorne im Gesicht sitzt.
  • dass Wale und Delfine zwar Säugetiere sind, aber nicht richtig säugen können? Sie verfügen nicht über bewegliche Lippen, sondern die Muttermilch wird ihnen in das Maul gespritzt.
  • dass Pottwalbabies bis zu 5 Jahre lang gesäugt werden können, obwohl sie schon nach einem Jahr feste Nahrung zu sich nehmen? Bei Delfinen beträgt die Zeit 3 Jahre.
  • dass der Penis ca. ein Zehntel der Körperlänge beträgt? Bei großen Walen kann er bis zu 3 Meter betragen und hat an der Basis einen Durchmesser von 30 Zentimeter.
  • dass die Spermien der Wale kürzer als die des Menschen sind? Beispielsweise beim Pottwal sind sie 40,6 µm und beim Menschen 55 µm (1 µm = 1/1000 mm). Die Eizelle einer Walkuh ist aber genauso groß wie die einer Frau.
  • dass man das Geschlecht der frei schwimmenden Wale schwer erkennen kann, da die Geschlechtsteile in einer Hautfalte verborgen sind, um die Turbulenzen beim Schwimmen möglichst gering zu halten. Außer bei den Orcas, die leicht an ihrer Rückenfinne zu erkennen sind. Die Männchen haben eine hohe, dreieckige und die Weibchen eine niedrige und sichelförmige Rückenfinne.
  • dass die Orcas die größten Delfine sind, mit bis zu 9,70 Metern, und der Hector-Delfin der kleinste Delfin mit bis zu 1,20 Metern Länge ist?
  • wie ein Delfin schläft? Er schwimmt an der Wasseroberfläche oder knapp darunter. Dabei schaltet er jeweils eine Hälfte seines Gehirns ab. Während die eine Seite schläft bleibt die andere wach, um die Atmung zu kontrollieren. Sie verfallen niemals in einen Tiefschlaf wie wir Menschen, sondern machen nur kurze Schlafpausen. Da ihre Atmung einer bewussten Kontrolle unterliegt, würden sie bei einem Tiefschlaf ertrinken. Anders als bei uns Menschen, die reflexartig atmen.
  • dass Delfine nur bis zu 5 x in der Minute atmen müssen? Wir Menschen atmen bis zu 15 x in der Minute.
  • dass Delfine bis zu 500 Meter tief tauchen können? Beim Pottwal schätzt man eine maximale Tiefe von ca. 3 000 Metern. Der Pottwal kann wahrscheinlich tiefer als jede andere Walart tauchen. Man weiß sicher, dass sie mindestens 2 300 Meter in die Tiefe tauchen können.
  • dass frühe Walfänger von Tauchzeiten von mehr als zwei Stunden für Nördliche Entenwale berichteten?
  • dass Wale und Delfine niemals die gefürchtete Taucherkrankheit bekommen können? Der Grund: Wale und Delfine halten beim Tauchen den Atem an und atmen nicht kontinuierlich weiter wie wir Taucher mit Pressluftflaschen, und so kann sich nur wenig Stickstoff im Blut lösen.
  • dass der Delfin nicht riechen kann, weil die Nase (Blasloch) unter Wasser geschlossen werden muss?
  • dass Delfine sehr wohl süß, sauer, bitter und salzig auseinanderhalten können?
  • ob ein Delfin weinen kann? Der Delfin besitzt eine Tränenflüssigkeit die als dicke geleeartige Masse auf den Augen liegt. Das ist z. B. auch der Grund, warum Delfine im Chlorwasser (Delfinarien) niemals rote Augen bekommen. Streicht man den Delfinen über die Augen, kann man die geleeartige Masse an den Händen spüren. Es ist bisher jedoch noch nicht erwiesen, dass Delfine aus Gefühlsregung weinen. So etwas hat man noch nie beobachtet.
  • dass Delfine nicht trinken? Sie nehmen ihre Flüssigkeit über die Nahrung auf.
  • dass Delfine Nieren besitzen, die aus ganz vielen Einheiten bestehen. Im Grunde genommen sind es ganz viele kleine Nieren, die die Aufgabe haben, das Wasser zurückzuhalten und das überschüssige Salz auszustoßen.
  • dass der Pottwal das größte Gehirn der Welt besitzt? Es wiegt bis zu 9,2 kg. Das Gehirn eines erwachsenen Menschen wiegt dagegen im Durchschnitt nur 1,4 kg.
  • dass der Blauwal das bisher größte lebende Tier auf Erden ist und war, größer noch als die Dinosaurier? Der Blauwal ist das schwerste und das längste Tier, das auf der Erde lebt. Die durchschnittliche Länge ausgewachsener Männchen beträgt 25 m und bei Weibchen 26,2 m. Dabei wiegen die Tiere 90 bis 120 Tonnen.
  • dass das Herz eines Blauwals so groß ist wie ein VW Käfer?
  • dass die Schwanzflosse eines Blauwals bis zu 7 Meter breit werden kann?
  • dass Wissenschaftler in einem Blauwal 1 Tonne Nahrung im Magen gefunden haben? Das entspricht ca. dem Fleisch von 8 000 Hamburgern.
  • dass das Herz eines Blauwals bei Anstrengung nur 18- bis 20-mal in der Minute schlägt, verglichen mit 120 bei uns Menschen oder 800 bis 1 200 Schlägen bei einer Spitzmaus?
  • dass ein Blauwalkalb in den ersten Tagen 120 kg pro Tag zunimmt? Ein Wachstum, das man fast sehen kann.
  • dass die Blauwalmutter ca. 400 Liter Milch am Tag produziert und diese mehr Fett enthält als handelsübliche Creme?
  • dass der Blas (die Wasserdampfwolke, die das Tier beim Atmen an der Oberfläche produziert) des Blauwals mit bis zu 12 Metern den höchsten Blas aller Wale darstellt?
  • dass ein Blauwal bis zu einem Jahr fasten kann?
  • dass ein Blauwal bis zu 4 Tonnen Krill an einem Tag fressen kann? Würde man täglich einen ausgewachsenen afrikanischen Elefanten verspeisen, entspräche dies der gleichen Menge.
  • dass Hector-Delfine die kleinsten Waltiere sind? Im ausgewachsenen Stadium sind sie nicht länger als 1,20 m. Trotz größerer durchschnittlicher Körperlänge wiegen die Indischen Schweinswale mit nur 30-45 kg am wenigsten. Etwa 3 000 Indische Schweinswale würden in etwa so viel wiegen wie ein Blauwal.
  • dass es vor langer Zeit auch Grauwale vor der Haustür Europas, nämlich im Atlantik gab? Er ist jedoch ausgestorben durch den Walfang und durch Industrialisierung seiner Brutgebiete.
  • dass es heute noch Wale vor unserer Haustür in der Nordsee und Ostsee gibt, nämlich den Schweinswal?
  • dass der am meisten vom Aussterben bedrohte Wal der Grönlandwal oder Nordkaper ist? Es gibt noch ca. 200 Exemplare, die aufgrund ihrer niedrigen Reproduktionsrate nicht überlebensfähig sind. Es gibt Indizien, dass ein Grönlandwal ein Alter von 130 Jahren erreicht haben soll.
  • dass Define und Wale keinen Penisknochen besitzen? Der Penis besteht völlig aus fibrösem Bindegewebe und ist deshalb dauernd erigiert. Die richtige Erektion erfolgt durch das Erschlaffen eines Muskels, der sonst den Penis im Genitalschlitz zurückhält.
  • dass Wale sich akustisch über eine Strecke von mehreren Hundert Kilometern verständigen können? Dies kann zur Partnersuche, zu Hilferufen oder zum Austausch über das Nahrungsangebot eingesetzt werden.
  • dass Walfamilien fasst immer in einem Matriarchat (d. h. das Familienoberhaupt ist ein weibliches Tier) zusammenleben? Diese Familien bestehen i. d. R. aus mehreren weiblichen Tieren mit ihren Jungen und aus noch nicht geschlechtsreifen Bullen, die sich aber später zu sogenannten Junggesellengruppen zusammenschließen bis sie paarungsreif sind. Die geschlechtsreifen Männchen stoßen oftmals nur zur Paarungszeit zu diesen Familien.
  • dass die meisten Wale in den arktischen und antarktischen Ozeanen leben? Nur zur Paarungszeit wandern die meisten von ihnen in wärmere Gewässer.
  • dass der Grauwal die längste Wanderung aller Säugetiere unternimmt? Entlang der nordamerikanischen Küste schwimmt er von den winterlichen Fortpflanzungsgebieten in der Baja California, Mexiko, zu seinen sommerlichen Nahrungsgebieten in den Gewässern der Beringsee in der Arktis und wieder zurück. Diese Entfernung beträgt 12 000 bis 20 000 km. Im etwa 40-jährigen Leben eines Grauwals entsprächen diese Wanderungen einer Hin- und Rücktour zum Mond!
  • dass der Vaquita, pazifischer Hafenschweinswal, im Golf von Kalifornien lebt? Auch von ihm glaubt man, existieren nur noch einige Hundert Individuen.
  • dass der Walfang vor allen Dingen die Großwalarten dezimierte? Heute leben nur noch etwa 300 nördliche Glattwale vor der Ostküste Nordamerikas.
  • dass männliche Buckelwale die längsten und komplexesten Lieder des gesamten Tierreichs singen? Jedes Lied dauert eine Stunde oder länger und besteht aus mehreren Komponenten. Wahrscheinlich dienen die Lieder dazu, den Weibchen zu imponieren und Rivalen zu demotivieren. Die Lieder können unter Wasser Hunderte von Meilen entfernt noch gehört werden.
  • dass die geöffneten Augen der Wale unter Wasser durch fettige Tränen vor dem schädlichen Salz geschützt werden?
  • dass die Schwarz-Weiß-Färbung auf der Unterseite der Schwanzflosse von Buckelwalen einzigartig für jedes Individuum ist? So können Wissenschaftler anhand dieser Markierungen die Tiere mittels Fotos, die beim Abtauchen der Tiere gemacht werden, unterscheiden. Schwertwale und Große Tümmler werden durch verschiedene Markierungen in ihren Rückenfinnen und deren unterschiedliche Formen individuell unterschieden.
  • dass Wale ohne Zähne Filtrierer sind? Sie haben lange Barten, die wie riesige Kämme vom Munddach der Tiere herunterhängen. Sie funktionieren wie ein gigantisches Sieb. Ein Bartenwal frisst, indem er große Mengen Wasser aufnimmt und dann Fische und Krill mittels der Barten herausfiltriert, um diese dann abzuschlucken. Auf diese Weise frisst er Tausende oder sogar Hunderttausende Tiere mit einem Schluck.
  • dass der Grönlandwal die längsten aller Barten hat? Sie werden bis zu 4,5 Meter lang!

(Für die Entstehung dieses Artikels bedankt sich die Redaktion bei Andrea und Wilfried Steffen sowie bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.).

Delfin mit Taucher unter Wasser

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

Lexikon Share
Beliebte Artikel
alle anzeigen

Einloggen