Angepasstheit

Angepasstheit als Ergebnis der Evolution

Die Angepasstheit ist die Auswirkung der Evolution auf Lebewesen. Aufgrund von sich ändernden Umweltbedingungen können Tier- oder Pflanzenarten ihre Merkmale und Eigenschaften, wie zum Beispiel das Aussehen oder auch die Verhaltensweisen, verändern.
Diese Anpassung (Adaptation) erfolgt durch die natürliche Auslese (Selektion), dass heißt, Individuen, die zufällig mit den vorherrschenden Umweltbedingungen besser als ihre Artgenossen zurechtkommen, haben diesen gegenüber einen Vorteil. Dieser zeigt sich darin, dass das Individuum einen größeren Fortpflanzungserfolg hat, da es durch die bessere Anpassung zum Beispiel mehr und schneller Nahrung findet oder seltener Fressfeinden zum Opfer fällt.
So kann das Tier mehr Nachkommen zeugen und denen seine genetischen Anlagen, d. h. den Anpassungsvorteil, vererben, während die Lebewesen der Art, die nicht so gut angepasst ist, in ihrer Anzahl immer abnehmen, bis diese Merkmalsträger aussterben. In der folgenden Generation können sich diese leichten Veränderungen (Varietäten), von denen sich einige als vorteilhaft erweisen, immer besser ausprägen und damit die Anpassung weiterentwickeln. Dieser Prozess läuft über Generationen ab, was zur Folge hat, dass Pflanzen- und Tierarten über große Zeiträume ihre Merkmale zum Teil stark verändern können.

Beispiele für Anpassungen

Einige Tierarten sind an ihre Umwelt durch entsprechende Schutzeinrichtungen optimal angepasst. Man unterscheidet bei dieser Art der Anpassung Warntracht und Schrecktracht, Scheinwarntracht, Nachahmungstracht und Umgebungstracht.

Warntrachten signalisieren anderen Tieren, dass die auffällig gefärbte Art giftig, wehrhaft oder auf andere Weise gefährlich ist. Das zeigt sich gut an den kräftig gefärbten tropischen Pfeilgiftfröschen (Dendrobatidae) oder der markanten Zeichnung der heimischen Hornisse.

Das Tagpfauenauge weist dagegen mit seiner deutlichen Augenzeichnung eine Schrecktracht auf. Durch das plötzliche Vorzeigen der Augenflecke soll der Feind abgeschreckt werden.
Die Scheinwarntracht („Mimikry“) schützt Tiere wie den Hornissenschwärmer , indem der Schmetterling der Hornisse täuschend ähnlich sieht und sogar deren Fluggeräusch imitiert. Durch diese Nachahmung wehrhafter Tiere schreckt die harmlose Art potenzielle Fressfeinde ab, denen beim Anblick des vermeintlich „gefährlichen“ Hornissenschwärmers der Appetit vergeht.

Hornissenschwärmer (Scheinwarntracht)

Hornissenschwärmer (Scheinwarntracht)

Bei der Nachahmungstracht („Mimese“) wird ein lebloser Gegenstand oder eine Pflanze aus dem Lebensraum des Tieres kopiert. Bekannte Beispiele für dieses Phänomen sind die Heuschreckenarten das Wandelnde Blatt und die Stabheuschrecke, die in ihrem Körperbau wie ein Blatt beziehungsweise ein vertrockneter Stängel aussehen. Diese Anpassung wird durch die langsame und vorsichtige Bewegungsweise der Tiere noch verstärkt. Dadurch entsteht der Anschein, als ob sich ein Pflanzenteil im Wind bewegt.

Stabheuschrecke (Nachahmungstracht)

Stabheuschrecke (Nachahmungstracht)

Eine weitere Art der Tarnung ist die Umgebungstracht, bei der die Tierart sich der Farbe der Umgebung anpasst. So ist das Haar- oder Federkleid von Arten in arktischen Regionen, wie Schneehuhn, Polarfuchs oder Schneehase, weiß gefärbt. Auf diese Weise sind ihre Umrisse aus der Entfernungen für Feinde nicht auszumachen. Im arktischen Sommer hingegen verändern die Tiere durch Mauser oder Fellwechsel ihre Körperfärbung. Es überwiegen zu dieser Jahreszeit bräunliche Farbtöne, um in der schneefreien Tundra getarnt zu sein.

Schneehase (Umgebungstracht)

Schneehase (Umgebungstracht)

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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