Der Gewöhnliche Grindwal

 Steckbrief des Gewöhnlichen Grindwals

Deutscher Name: Gewöhnlicher Grindwal

Lateinischer Name: Globicephala melas

Andere Namen: Schwarzwal, Langflossen-Grindwal, Kurzflossen-Grindwal*

*Der Kurzflossen-Grindwal (Globicephala macrorhynchus) unterscheidet sich vom Gewöhnlichen Grindwal vor allem im Verbreitungsgebiet. Der Kurzflossen-Grindwal lebt bevorzugt in tropischen und wärmeren gemäßigten Weltmeeren, während sich der Gewöhnliche Grindwal eher in kühleren Gewässern der gemäßigten Zonen der Weltmeere aufhält.

Englische Namen: Longfinned Pilot Whale, Pothead Whale, Caaing Whale, Atlantic Pilot Whale, Blackfish, Shortfinned Pilot Whale

Unterordnung: Odontoceti (Zahnwale)

Familie: Delphinidae

Beschreibung: Wie auch die Schwertwale gehören die Grindwale in die Familie der Delfine. Sie sind pechschwarz oder dunkelgrau mit einem grauen oder weißen diagonalen Streifen hinter jedem Auge. Die Stirnregion (Melone) der Tiere ist rundlich. Ihre Kopfform erinnerte frühere Walfänger an schwarze Kochtöpfe, daher der englische Name: „Pothead (= Kochtopfkopf) Whale“!

Äußere Merkmale und typische Verhaltensweisen: Massiger Körper; knolliger Kopf; einzelnes Blasloch; sehr lange, schwarze Brustflossen; schwarze oder graue Körperfärbung; Rückenfinne nach hinten gebogen; Rückenfinne weit vorn am Körper; häufiges Schlagen mit der Fluke und Umschauen; bevorzugt tiefe Gewässer.

Länge: Neugeborene messen zwischen 1,8 und 2 Meter. Ausgewachsene Weibchen erreichen eine Körperlänge von 3 bis 5,6 Metern, Männchen werden sogar bis 7,6 Meter lang.

Gewicht: Das Geburtsgewicht beträgt 75 kg, erwachsene Tiere wiegen 1,8 bis 3,5 Tonnen.

Nahrung: Tintenfisch, gelegentlich Fisch

Verbreitung: Es werden zwei getrennte Populationen des Gewöhnlichen Grindwals anerkannt – eine in der nördlichen Hemisphäre und eine in der südlichen Hemisphäre. Beide Populationen bevorzugen tiefere Gewässer. Einige leben ständig im offenen Meer, andere folgen den Wanderungen der Kalmare von der Hochsee in Küstengebiete und zurück. Sie werden auch vor den Färöerinseln gefunden, wo sie alljährlich Opfer von Treibjagden werden – Schulen dieser Wale werden in flachen Küstengewässern zusammengetrieben und mit Haken und Messern getötet.

Populationsgröße: unbekannt

Verhalten: Gewöhnliche Grindwale sind sehr sozial. Sie wandern in Gruppen von bis zu 100 Individuen, die von einem Tier geführt werden. Oft sind diese Wale in Massenstrandungen verwickelt – da die Familienbande zwischen den Tieren sehr stark sind, tendiert die gesamte Schule dazu, einem gestrandeten Tier zu folgen. Grindwale sind sehr aktiv und und schlagen oft mit den Schwanzflossen aufs Wasser oder schauen sich um. Jüngere Tiere springen auch, was bei Erwachsenen jedoch selten beobachtet wird. Sie atmen mehrmals, bevor sie für mehrere Minuten tauchen. Suchen sie unter Wasser nach Nahrung, bleiben sie z. T. bis zu 10 Minuten oder gar länger unter Wasser. Sie können 600 Meter tief tauchen, die meisten Tauchgänge beschränken sich aber auf 30 bis 60 Meter.

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Bedrohungen: Walfang,; Fischernetze, Strandungen

Besonderheiten:

  • Es existieren Geschichten von Gewöhnlichen Grindwalen, die mithalfen, in U-Booten gefangene Seeleute zu retten.
     
  • Männliche Grindwale können 46 und Weibchen sogar bis 60 Jahre alt werden.

(siehe auch Audio 2: Hörbeispiel von Grindwal-Lauten)

(Für die Entstehung dieses Artikels bedankt sich die Redaktion bei Andrea und Wilfried Steffen sowie bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V.).

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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