Sammeln von Organismen

Definition des Begriffs Sammeln

Das Sammeln oder auch Zusammentragen von Objekten ist Bestandteil des naturwissenschaftlichen Forschens. Man kann Einzelobjekte sammeln oder aber das Sammelgut nach festgelegten Ordnungsprinzipien sortieren. Diese nach bestimmten Kriterien geordneten Sammlungen bezeichnet man als Ausstellungen, wenn sie anderen Menschen zugänglich gemacht werden.

Sinn und Bedeutung des Sammelns

Durch das Suchen und Sammeln von Naturobjekten, das sich daran anschließende Beobachten, Bestimmen, Vergleichen und Ordnen werden sowohl die handwerklichen als auch die geistigen Fähigkeiten gefördert. Die Artenkenntnis wird erweitert und systematische Zusammenhänge werden dadurch besser erkennbar. Man baut zu seinen Sammelfunden ein persönliches Verhältnis auf, ist stolz auf jeden Fang und verbindet oft Erlebnisse damit. Auch allgemeine Fähigkeiten werden mit dieser Tätigkeit gefördert: Ordnungssinn, Aufmerksamkeit, Ausdauer, Urteilsvermögen, Interesse bzw. Motivation an einer Aufgabe.

Das Sammeln und Fangen von Pflanzen oder Tieren kann unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten erfolgen. In der Regel dient das gesammelte Material der unmittelbaren Verwendung im Unterricht. Die Pflanzen und Tiere sollten dann nach Möglichkeit erst wenige Tage oder Stunden vor dem Gebrauch beschafft werden, in der Unterrichtsstunde begutachtet bzw. an die Schüler verteilt werden und danach je nach Objekt weggeworfen, am Fundort freigelassen oder aber vernichtet (z. B. Unkräuter) werden. Es ist wünschenswert, das über den Schuljahresverlauf zahlreiche Pflanzen und Tiere gesammelt bzw. gefangen werden, um sie in der Biologie-Sammlung bzw. im Unterrichtsraum an einer gut sichtbaren Stelle im Schulgebäude über einen längeren Zeitraum auszustellen. So ist gewährleistet, das allen Lernenden ausreichend Gelegenheit geboten wird, sich die Objekte aus der Nähe anzusehen und durch häufigeres Angucken besser einzuprägen (Zweck: Wiederholung und Vertiefung). Der regelmäßige Umgang mit den Ausstellungsobjekten bringt in jedem Fall einen Wissenszuwachs mit sich.

Durch das Suchen von Objekten in der Natur werden auch andere Fähigkeiten gefördert: detailliertes Beobachten, Vergleichen, Bestimmen und Ordnen sind nur einige der sowohl manuellen als auch geistigen Fähigkeiten, die dadurch vertieft werden. Wenn man selbst etwas aus der Natur sammelt, wird der eigene Erfahrungshorizont für die Formenvielfalt in der Natur geschult, wird die eigene Artenkenntnis optimiert und gleichzeitig das Verständnis für systematische Zusammenhänge geschult.

Neben den biologischen Fähigkeiten kann man auf diese Weise also auch eigene allgemeine Fähigkeiten steigern, wie z. B. Aufmerksamkeit, Ordnungssinn, Ausdauer, Gewissenhaftigkeit, Sachlichkeit, Urteilsfähigkeit, Hingabe für eine Aufgabe.

Das Ausstellen der gesammelten Objekte sollten alle Schüler aktiv mitgestalten, nur so können sie sich mit ihrer Ausstellung identifizieren und stolz auf das gemeinsam Erreichte sein. Der Unterricht kann durch Ausstellungen vorbereitet oder ergänzt werden, bzw. Unterrichtsinhalte werden wiederholt.

Regeln für das Sammeln

Für das Sammeln von Objekten sollten folgende Hinweise unbedingt berücksichtigt werden:

  • Der Erfolg meiner Sammeltätigkeit ist abhängig von den entsprechenden Naturräumen und von den Jahreszeiten.
  • Pflanzen sollten nicht ausgerissen sondern vorsichtig abgepflückt oder abgeschnitten werden.
  • Will man eine Dauersammlung anlegen, sollte man nur leicht zu bearbeitende, bzw. einfach zu konservierende und gut aufzubewahrende Objekte sammeln.
  • Geschützte Pflanzen und Tiere müssen den Schülern bekannt sein und dürfen nicht gesammelt werden (Naturschutzbestimmungen)!

Haltbarmachen und Aufbewahren der Organismen

Pflanzen oder Pflanzenteile werden in eine Pflanzenpresse eingelegt und nach dem Trocknen an einem trockenen Ort aufbewahrt bzw. in einem Herbarium gesammelt. Hat man aber Skelett- oder Schädelteile, so müssen diese selbstverständlich von den Fleischresten befreit werden, Gewölle und Vogelnester dagegen müssen von Milben und anderen Insekten befreit werden. Folgende Daten sollten unbedingt von jedem Objekt festgehalten werden:

  • Name des Objekts,
  • ggf. Zugehörigkeit zur taxonomischen Gruppe (Familie, Ordnung, Gattung, Art...),
  • Zugehörigkeit zur entsprechenden Lebensgemeinschaft,
  • Standort,
  • Fundort und
  • Funddatum.

Interessante Sammlungen für Schüler

  • Morphologische und systematische Sammlungen : Blütenpflanzen im Herbarium, Zweige und Knospen, Blattformen, Samen, Früchte und Zapfen, Borkenstückchen, Pilze, Moose, Flechten, auf Papier aufgezogene Algen, Wild- und Schlachtviehschädel, Muschelschalen, Schneckengehäuse.
  • Sammlungen nach ökologischen Schwerpunkten: Pflanzen mit Insekten- und Windbestäubung, Schutt-, Wiesen- und Waldpflanzen, Frühblüher, Ackerwildkräuter, Wasser- , Feuchtland- und Trockenlandpflanzen, Gewölle, Fraßspuren von Insekten und Nagern.
  • Sammlungen nach geologisch-paläontologisch-bodenkundlichen Gesichtspunkten: Gesteinsarten, Fossilien, Bodentypen.

Ausrüstung für das Fangen und Sammeln:

  • Beobachtungsheft: A6-Format, damit es bequem in der Jackentasche mitgenommen werden kann, hier werden die wichtigsten Beobachtungsergebnisse festgehalten und es können Skizzen oder Zeichnungen zu Papier gebracht werden (Datum, Zeit, Beobachtungsergebnis, Wetterverhältnisse, besondere Umstände, Zeichnungen...).
  • Bleistift
  • Einklapplupe: geringe Vergrößerung (6-fach), an Schnur befestigt, damit sie um den Hals hängen kann
  • Sammeltaschen/Kunststoffbeutel: unerlässlich, um Sammelgut und Ausrüstung zu transportieren.
  • Karte des Exkursionsgebietes
  • Kompass für die Orientierung (Ist bei botanischen und zoologischen Kartierungen unbedingt notwendig.)
  • Bestimmungsbücher
  • Lupen (12-fache Vergrößerung)
  • Bandmaß zum Abmessen von Objekten oder kleinen Untersuchungsflächen
  • Taschenmesser zum Zerkleinern oder Abtrennen von Teilen
  • Fotoapparat mit Stativ zum Fotografieren der biologischen Objekte im jeweiligen Biotop bzw. zur Dokumentation der Geländeform (eben, bergig, stehende oder fließende Gewässer...)
  • Belichtungsmesser zur Ermittlung der Lichtverhältnisse
  • Ferngläser
  • Exkursionsmikroskop zur Beobachtung von Frischmaterial
  • Verbandstasche für Hilfeleistung bei Verletzungen
  • Rucksack zum Transport der für die Exkursion benötigten Materialien und Geräte
  • Fanggeräte: u. a. Kescher, Schmetterlingsnetz, Insektenpinzetten, Fangglas, Netzsieb

Die Ausrüstung für das Fangen und Sammeln pflanzlicher und tierischer Objekte ist sehr umfangreich und richtet sich nach dem Exkursionsgebiet, nach den Interessen des Sammlers und natürlich nach dem Lebensraum. Im Folgenden werden einige Beispiele aufgeführt:

Schmetterlingsnetz: etwa 75 cm langer Beutel aus leichtem durchsichtigem Stoff, Öffnung 30 cm, Bügel aus 3 mm bis 5 mm starkem Messing- oder zinnernem Eisendraht (aus 2 Stücken bestehend, ösenartig umgebogen und durch Niete verbunden), unteres Ende des Drahts breitklopfen und durchbohren, durch Bohrung Schraube mit breitem Kopf stecken, passendes Gewinde für Schraube in das Ende des 50 cm bis 80 cm langen Stocks bohren, Schraube bei Verwendung eindrehen, Gerät sollte zerlegbar angefertigt werden. Wird zum Fangen von Schmetterlingen benötigt.

Netzsieb: aus Messingdraht, zur Herausnahme der mit dem Schleppnetz gefangenen Lebewesen

Schabnetz: wird zum Abschaben des festen Gewässerbodens (z. B. Steine, Baumstämme) benötigt

Wurfflasche: verschieden große farblose Weithalsflaschen, Volumen 200 ml gut geeignet, zum Beschweren am Boden kleine Blei- oder Kupferplatten anbringen; Flasche mit Korkstopfen, der in der Mitte an kurzem Faden hängt, verschließen; kurzen Faden außerdem mit zwei längeren Fäden seitlich am Flaschenhals anbringen; Stopfen so in den Flaschenhals drücken, dass er die leere Flasche gerade trägt; Flasche an Wurfleine vorsichtig versenken; in gewünschter Tiefe durch kurzes Reißen an der Leine Flasche öffnen; springen keine Luftbläschen mehr auf, Flasche rasch nach oben ziehen. Die Wurfflasche wird zur Entnahme der Wasserproben aus bestimmten Tiefen benötigt.

Planktonnetz: auch Algennetz genannt, Netzkörper in Form eines spitzen Kegels aus Leinen oder engmaschiger Gaze herstellen, an der unteren Spitze des Kegels Becherapparat zur Aufnahme der Beutetiere und -pflanzen anbringen, Becherapparat besteht aus Metalltube, die z. B. aus zwei fest aneinandersitzenden Tablettenröhrchen besteht, unterstes Röhrchen muss herausgedreht werden können; Bajonettverschluss anbringen; Netz oben am Bügel annähen, der von 3 Leinen gehalten wird; Leinen laufen in einem Ring zusammen; dient zum Fang der Kleinstlebewesen.

Des Weiteren gibt es für das Fangen von Tieren z. B. noch Streifnetze, Regenschirm, Insektenpinzette, Käfersieb, Insektengläser, Topf- oder Klappfallen, Fangrahmen, Schraubdeckelgläser, verschiedene Sammelgefäße und Leinenbeutel.

Um Pflanzen zu sammeln, können zur Ausrüstung verschiedene Schneidewerkzeuge, Taschenspaten, Pflanzenschaufel, Spatel, Blechbüchsen, Sammelmappen und Ähnliches gehören.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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