Direkt zum Inhalt
Ein Angebot von
Registrieren

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Deutsch Abitur
  3. 4 Literaturgeschichte
  4. 4.7 Literatur des 18. Jahrhunderts
  5. 4.7.3 Klassik
  6. Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar
† 07.06.1843 in Tübingen

FRIEDRICH HÖLDERLIN war ein deutscher Dichter zu Zeiten der Weimarer Klassik. Er pflegte u.a. Umgang mit JOHANN WOLFGANG VON GOETHE und FRIEDRICH VON SCHILLER.
HÖLDERLIN schrieb Lyrik, klassische Oden, Elegien, Hymnen und philosophische Aufsätze. Bekannt wurde er besonders durch seinen Bildungsroman „Hyperion“ und durch seine SOPHOKLES-Übertragungen „Antigone“ und „Ödipus“. In HÖLDERLINs Oden erreichte die antikisierende Dichtung einen ihrer Höhepunkte.

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich

  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Jetzt kostenlos mit Kim üben

Friedrich Hölderlin nicht verstanden?

Jetzt kostenlos mit Kim üben

FRIEDRICH HÖLDERLINs Lebensgeschichte begann in Lauffen am Neckar. Hier wurde er am 20.03.1770 als Sohn des Klosterpflegers HEINRICH FRIEDRICH und der Pastorentochter JOHANNA CHRISTINA, geb. HEYN, geboren. Der Vater starb bereits 1772. Die Mutter heiratete 1774 erneut, den Bürgermeister von Nürtingen, JOHANN CHRISTOPH GOK. Die Familie zog nach Nürtingen um, doch 1779 starb auch GOK. So wurde HÖLDERLIN vor allem von Mutter, Großmutter und Tante im pietistischen Sinne erzogen.

HÖLDERLIN besuchte zunächst Schulen in Nürtingen und Denkendorf. In Denkendorf bei Nürtingen trat er 1784 in die niedere Klosterschule ein. Seine Mutter wünschte sich für ihn eine theologische Laufbahn und so besuchte er 1786–1788 das Seminar der höheren Klosterschule in Maulbronn, um dann von 1788–1793 ein Theologiestudium im Tübinger Stift aufzunehmen. Dort lernte er die Philosophen GEORG WILHELM FRIEDRICH HEGEL und FRIEDRICH WILHELM JOSEPH SCHELLING kennen und schloss einen Dichterbund mit CHRISTIAN LUDWIG NEUFFER und RUDOLF FRIEDRICH HEINRICH VON MAGENAU. 1789 schloss er Bekanntschaft mit den Dichtern GOTTHOLD FRIEDRICH STÄUDLIN und CHRISTIAN FRIEDRICH DANIEL SCHUBART.
1790 legte er seine Magisterarbeiten vor: die „Geschichte der schönen Künste unter den Griechen bis zu Ende des Perikleischen Zeitalters“ und „Parallele zwischen Salomons Sprüchwörtern und Hesiods Werken und Tagen“. 1791 wurden seine ersten vier Gedichte in STÄUDLINs „Musenalmanach fürs Jahr 1792“ publiziert.
1793 legte HÖLDERLIN sein Abschlussexamen ab und lernte den Jura-Studenten ISAAK VON SINCLAIR kennen. Er erhielt eine Hauslehreranstellung bei CHARLOTTE VON KALB in Waltershausen (Thüringen) und konnte so dem von ihm verabscheuten Pfarrerberuf entfliehen.
1795 besuchte HÖLDERLIN Vorlesungen JOHANN GOTTLIEB FICHTEs an der Jenaer Universität. In Jena pflegte er u. a. Umgang mit FRIEDRICH VON SCHILLER und er begann eine Freundschaft mit ISAAK VON SINCLAIR, die Jahre anhalten sollte. In diesem Jahr erschien das „Fragment von Hyperion“ in der „Thalia“. Im Dezember folgte HÖLDERLIN CHARLOTTE und FRITZ VON KALB nach Weimar, wo er u. a. JOHANN GOTTFRIED HERDER einen Besuch abstattete.
1796 nahm HÖLDERLIN eine neue Stelle als Hauslehrer bei dem Frankfurter Bankier JAKOB FRIEDRICH GONTARD an. HÖLDERLIN traf u. a. mit SCHELLING zusammen, der sich einige Tage in Frankfurt aufhielt und er verliebte sich innig in die Frau des Bankiers, SUSETTE, die die „Diotima“ in seinem Roman „Hyperion“ wurde. Seine Liebe wurde erwidert, woraufhin GONTARD HÖLDERLIN zwang, sein Haus zu verlassen.
1797 übernahm HÖLDERLIN eine Hofmeisterstelle im Haus des Weinhändlers GOGEL. Dieses Jahr wurde für ihn auch dadurch bedeutsam, dass er JOHANN WOLFGANG VON GOETHE persönlich kennen lernte und dass der erste Band seines „Hyperion“ erschien.
1798 hielt sich HÖLDERLIN in Homburg auf. Er arbeitete an seinem Trauerspiel „Empedokles“ und an verschiedenen philosophischen Aufsätzen. Bei einem Aufenthalt in Frankfurt traf er mit HEGEL zusammen. Im November nahm er auf Einladung SINCLAIRs am Rastatter Kongress teil. Im Folgejahr setzte er in Homburg seine Arbeit am „Empedokles“ und an den philosophischen Aufsätzen fort und veröffentlicht den zweiten Band des „Hyperion“.

1800 hielt sich HÖLDERLIN zeitweilig in Heidelberg auf. Hier entstand seine berühmte Ode.

Heidelberg

Lange lieb' ich dich schon, möchte dich, mir zur Lust,
Mutter nennen, und dir schenken ein kunstlos Lied,
Du, der Vaterlandsstädte
Ländlichschönste, soviel ich sah.

Wie der Vogel des Walds über die Gipfel fliegt,
Schwingt sich über den Strom, wo er vorbei dir glänzt,
Leicht und kräftig die Brüke,
Die von Wagen und Menschen tönt.

Wie von Göttern gesandt, fesselt' ein Zauber einst
Auf die Brüke mich an, da ich vorüber gieng,
Und herein in die Berge
Mir die reizende Ferne schien,

Und der Jüngling, der Strom fort in die Ebene zog,
Traurigfroh, wie das Herz, wenn es, sich selbst zu schön,
Liebend unterzugehen,
In die Fluthen der Zeit sich wirft.

Quellen hattest du ihm, hattest dem Flüchtigen
Kühle Schatten geschenkt, und die Gestade sahn
All' ihm nach, und es bebte
Aus den Wellen ihr lieblich Bild.

Aber schwer in das Thal hieng die gigantische,
Schiksaalskundige Burg nieder bis auf den Grund,
Von Wettern zerissen;
Doch die ewige Sonne goß

Ihr verjüngendes Licht über das alternde
Riesenbild, und umher grünte lebendiger
Epheu; freundliche Wälder
Rauschten über die Burg herab.

Sträuche blühten herab, bis wo im heitern Thal,
An den Hügel gelehnt, oder dem Ufer hold,
Deine fröhlichen Gassen
Unter duftenden Gärten ruhn.

  (Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke. 6 Bände, Band 2, Stuttgart: Cotta, 1953, S. 13-15.)

Nachdem er sich 1800 in Nürtingen bei seiner Mutter und in Stuttgart bei seinem Freund, dem Kaufmann LANDAUER, aufgehalten hatte, arbeitete HÖLDERLIN 1801–1802 als Hauslehrer in der Schweiz und in Frankreich. In Frankreich war er kurze Zeit als Hofmeister für die Familie des Konsuls MEYER tätig. Schon im Juni 1802 sah er sich gezwungen, aufgrund nervlicher Erschöpfungs- und Erregungszustände, die durch die Nachricht vom Tode seiner Liebe SUSETTE GONTARD ausgelöst wurden, nach Deutschland zu seiner Mutter zurückzukehren, bei der er bis 1804 wohnte.
1804 wurden im Frankfurter Verlag FRIEDRICH WILMANs die „Sophokles“-Übertragungen publiziert. HÖLDERLIN übersiedelte nach Homburg, um dort eine Stelle als Hofbibliothekar anzunehmen, die ihm auf Vermittlung seines langjährigen Freundes ISAAK VON SINCLAIR angeboten worden war. SINCLAIR wurde im Folgejahr vom württembergischem Militär festgenommen, da er einen Anschlag auf den Kurfürsten von Württemberg geplant haben sollte. Dem folgenden Hochverratsprozess gegen SINCLAIR und andere entging HÖLDERLIN, da ihm ein medizinisches Gutachten eine Erkrankung an Wahnsinn attestierte. SINCLAIR selbst wurde noch im Juni 1805 aus der Haft entlassen.
1806 musste HÖLDERLIN aufgrund seiner fortgeschrittenen Erkrankung trotz seiner eigenen heftigen Gegenwehr in das Tübinger Autenriethsche Klinikum eingewiesen werden. Alle Therapieversuche scheiterten jedoch.
1807 wurde er als unheilbar geisteskrank aus der Klinik entlassen. Er verbrachte den Rest seines Lebens in Pflege bei dem Tischlerehepaar ZIMMER im Tübinger Stadtturm am Neckar (heute „Hölderlinturm“). Er lebte noch 36 Jahre, jedoch ab 1808 in vollkommener geistiger Umnachtung. 1822 wurde eine weitere Auflage des „Hyperion“ herausgegeben; 1826 publizierten GUSTAV SCHWAB und LUDWIG UHLAND 69 Gedichte HÖLDERLINs sowie Teile seines unvollendet gebliebenen Trauerspiels „Der Tod des Empedokles“. HÖLDERLIN starb am 07.06.1843 in Tübingen.

Literarisches Schaffen

HÖLDERLINs literarisches Schaffen ist aufgrund seiner frühen, schweren nervlichen Erkrankung überschaubar. Er schrieb Lyrik, klassische Oden, Elegien, Hymnen. Er gehörte zu den Schriftstellern der sogenannten Weimarer Klassik. Diese Literatur fiel in die Epoche der Empfindsamkeit und war insbesondere von den Leitideen der Harmonie und der Humanität geprägt. Sie richtete sich am Ideal der griechisch-römischen Antike aus (Harmonie von Mensch und Natur, Individuum und Gesellschaft) und brachte neben der Bekenntnislyrik (GOETHE) die Gedankenlyrik hervor, wie sie beispielsweise von SCHILLER und HÖLDERLIN überliefert ist. In den Hymnen seiner Jugendlyrik, die zumeist nicht im klassischen Versmaß gehalten waren, pries HÖLDERLIN die griechischen Humanitätsideale (Schönheit, Liebe, Freiheit, Freundschaft). Bekannt ist HÖLDERLINs Gedicht „Hälfte des Lebens" (Audio 1) , das erstmals im „Taschenbuch für das Jahr 1805“ veröffentlicht wurde und in dem der Verfasser Themen wie Vergänglichkeit, Seelenangst, Trauer, Schwermut und Sehnsüchte in hymnischer Form anspricht.

  • titel29.mp3

    Audiodatei
  • titel29.ogg

    Audiodatei

Hälfte des Lebens

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm' ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

(ebenda, S.121)

Die Höhepunkte in der Dichtung HÖLDERLINs waren seine Elegien. Die Hymne, die ursprünglich nur ein feierlicher Preis-, Lob- und Festgesang und deren Rahmen schon durch KLOPSTOCK über religiöse Anlässe hinaus gespannt worden war, erweiterte er noch einmal, indem er die romantische Todessehnsucht mit einbezog.

An die Parzen

Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
Dass williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättigt, dann mir sterbe
Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
Doch ist mir einst das Heilige, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,
Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinab geleitet; Einmal
lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.

(a.a.O., Bd. 1, S. 247, Audio 2)

(Dichtung nach dem Versmaß der „alkäischen Strophe“, wie sie von ALKAIOS entwickelt wurde)

Die Werke, durch die HÖLDERLIN bekannt wurde, sind vor allem sein „Hyperion“ (1797–1799) und der „Empedokles“ (1798–1799).
Der „Hyperion" steht in der Tradition des zeitgenössisch populären Briefromans und Bildungsromans. Allerdings gelang es HÖLDERLIN nicht mehr, die enorme Wirkung zu erzielen, wie sie GOETHEs „Die Leiden des jungen Werther“ hervorbrachte.
Wie bereits viele Literaten vor ihm (u. a. BOCCACCIO, MARTIN OPITZ), hatte sich auch HÖLDERLIN mit Übersetzungen aus dem Griechischen beschäftigt. Zu seinen Werken gehören Übertragungen des „Ödipus“ (1804) und der „Antigone“ (1804) von SOPHOKLES.

Werke (Auswahl)

  • Hyperion oder der Eremit in Griechenland (1797–1799, Briefroman)
  • Der Tod des Empedokles (1798–1799, Trauerspiel, unvollendet)
  • Ödipus (1804, SOPHOKLES-Übertragung)
  • Antigone (1804, SOPHOKLES-Übertragung)
  • titel28.mp3

    Audiodatei
  • titel28.ogg

    Audiodatei
Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Friedrich Hölderlin." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/friedrich-hoelderlin (Abgerufen: 21. August 2026, 18:43 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Antike
Jetzt mit Kim üben

Friedrich Hölderlin nicht verstanden?

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich
  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Verwandte Artikel

Architektur

Klassik (lat. classicus „die höchsten Vermögensklassen betreffend“; übertragen: „erstklassig, mustergültig“) war ursprünglich die Bezeichnung für eine geistesgeschichtliche Epoche der griechischen Kultur (5. und 4. Jh. v. Chr.). Als Vorbild und Norm für verschiedene nachfolgende Kunstepochen galt im erweiterten Begriffsverständnis die Kunst der griechisch-römischen Antike.

Hamlet

Prinz Hamlet kommt von seinem Studium in Wittenberg nach Haus zurück und findet seinen Vater, den König von Dänemark ermordet vor. Sein Onkel Claudius heiratet die Mutter und wird neuer König. Hamlet will des Vaters Ehre wahren, bleibt jedoch unentschlossen. Mutter und Onkel sollen des Komplotts überführt werden. Versehentlich ersticht Hamlet seinen zukünftigen Schwiegervater, den Vater Ophelias. Ihr Bruder Laertes muss Rache üben, als Ophelia Selbstmord begeht. Während eines Duells verletzen sich Laertes und Hamlet mit vergifteten Waffen. Hamlet ersticht den Onkel. Seine Mutter trinkt vom vergifteten Wein. Die Tragödie ist vollendet.

„Es ist was faul im Staate Dänemark“

oder, wie es der Übersetzer WIELAND sagte:

„Es muß ein verborgnes Uebel im Staat von Dännemark liegen.“

Das ist einer der berühmtesten Sätze des Stückes. Ein zweiter fragt nach „Sein oder Nichtsein“ und ist wohl am meisten kolportiert worden.

Johann Joachim Winckelmann

JOHANN JOACHIM WINCKELMANN, der

„eigentliche Schöpfer der Kunstwissenschaft, war der erste, der ganz unabhängig und mit wissenschaftlich gebildetem Auge die klassischen Kunstschöpfungen betrachtete und von der Erhabenheit, der Harmonie, dem lebendigen Hauch derselben so durchdrungen war, daß sich dieser antike Geist bei ihm in der körnigen, einfachen Sprache, in den Grundsätzen seiner Lehre und in der Idee vollendeter Schönheit wieder ausgeprägt und gleichsam verkörpert hat.“
(Meyers Konversationslexikon. Leipzig und Wien: Verlag des Bibliographischen Instituts, Vierte Auflage, 1885-1892)

Iphigenie auf Tauris


Iphigenie ist die Tochter Agamemnons. Sie wird von der Göttin Diana dem Opfertod entrissen und nach Tauris gebracht. Dort ist sie seitdem Dianas oberste Priesterin, sehnt sich nach ihrer griechischen Heimat zurück. Doch Thoas, der König der Taurier, wirbt um sie und will sie nicht ziehen lassen. Um ihretwillen hat er sogar die blutigen Menschenopfer der Skythen eingestellt. Widerwillig verspricht Thoas, sie gehen zu lassen, wenn es dafür eine Gelegenheit gäbe.Thoas lässt zwei Fremde gefangennehmen, die an Tauris Strand erscheinen. Iphigenie erkennt in einem der Gefangenen ihren Bruder Orest wieder. Um seinen Vater Agamemnon zu rächen, war er zum Mörder seiner eigenen Mutter geworden und ist seitdem, gehetzt von Rachegöttinnen, dem Wahnsinn nah. Zur Entsühnung soll er die Schwester heimholen. Orest glaubte, für Apoll das Standbild Dianas rauben zu sollen, doch nun findet er hier seine totgeglaubte Schwester. Gemeinsam mit Pylades bereitet Orest die Flucht vor. Das Schiff ist in einer Bucht verborgen. Iphigenie soll den Skythenkönig hinhalten, der auf das Opfer drängt. Doch Iphigenie, das Ideal der schönen Seele, kann den König nicht belügen. Sie gesteht den Fluchtplan und macht ihm zugleich deutlich, daß er kein Recht habe, sie und die anderen festzuhalten. Er hatte ihr sein Wort gegeben – jetzt sei die Zeit, sie ziehen lassen. Thoas gewährt es, doch nicht im Groll will Iphigenie von dem Mann scheiden, den sie wie einen zweiten Vater verehrt. Sie bezwingt das harte Herz des rohen Skythen, und in wahrhafter Freundschaft dürfen die Gefährten von Tauris scheiden.

Wilhelm von Humboldt zur Sprache

WILHELM VON HUMBOLDT war der Meinung, dass die Sprache die „äußerliche Erscheinung des Geistes der Völker“ sei.

„Ihre Sprache ist ihr Geist und ihr Geist ihre Sprache, man kann sich beide nie identisch genug denken“.

Ihre „Verschiedenheit ist nicht eine von Schällen und Zeichen, sondern eine Verschiedenheit der Weltansichten selbst“.

Er bemühte für seine Theorie zwei zentrale Begriffe, die zugleich das Denkgerüst HUMBOLDTs kennzeichnen:
Ergon (= Werk): Das Zeichensystem des Menschen, mittels dessen er sich verständigt (Sprache an sich)
Energeia (= die wirkende Kraft): die geistig produktive Tätigkeit des Menschen (Geist an sich)

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2026