Direkt zum Inhalt

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Deutsch Abitur
  3. 4 Literaturgeschichte
  4. 4.2 Vorbilder für die deutsche Literatur
  5. 4.2.2 Die Antike als Quelle europäischer Literatur
  6. Kallimachos

Kallimachos

* um 300 v. Chr. in Kyrene (heutiges Libyen)
† um 240 v. Chr. in Alexandria

KALLIMACHOS ist der bekannteste Vertreter der alexandrinischen Dichtung. Er lebte und wirkte als griechischer Dichter und Gelehrter in der hellenistischen Ära. Seine Lyrik griff das Erlesene, die kunstvoll ausgefeilte Kleinform auf und wurde damit zum Vorbild vieler antiker Lyriker, insbesondere der Neoteriker.

KALLIMACHOS schrieb u. a. Götterhymnen, Epigramme und Jamben. Besonders bekannt wurde er durch seine „Pinakes“, den ersten schriftlichen Katalog der Bibliotheksgeschichte, der ein getreues Abbild der bibliothekarischen Systematik der Alexandrinischen Bibliothek enthält und zur Grundlage der griechischen Literaturgeschichte wurde.

Schule wird easy mit KI-Tutor Kim und Duden Learnattack

  • Kim hat in Deutsch, Mathe, Englisch und 6 weiteren Schulfächern immer eine von Lehrkräften geprüfte Erklärung, Video oder Übung parat.
  • 24/7 auf Learnattack.de und WhatsApp mit Bildupload und Sprachnachrichten verfügbar. Ideal, um bei den Hausaufgaben und beim Lernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
  • Viel günstiger als andere Nachhilfe und schützt deine Daten.
Jetzt 30 Tage risikofrei testen
Your browser does not support the video tag.

Lebensgeschichte

Überlieferungen zur Lebensgeschichte von KALLIMACHOS sind spärlich. Er wurde um 300 v. Chr. in Kyrene im heutigen Libyen geboren. Er war adliger Abstammung und erhielt seine Ausbildung in Athen. Er arbeitete zunächst als Lehrer in Eleusis nahe Athen, wurde dann jedoch von PTOLEMÄUS II. zum Vorsteher der Alexandrinischen Bibliothek bestellt. Kallimachos leitete die Bibliothek etwa 20 Jahre lang. Er starb ca. 240 v. Chr. in Alexandria.

Literarisches Schaffen

KALLIMACHOS' literarisches Schaffen hatte weitreichende Auswirkungen. Aus literarisch-ästhetischer Sicht war für KALLIMACHOS das Erlesene, noch nicht Abgegriffene ideal, die kleine, ausgefeilte Form. Diese von KALLIMACHOS propagierte lyrische Kurzform konkurrierte erfolgreich mit dem – z. B. von seinem ehemaligen Schüler und literarischen Rivalen APOLLONIOS VON RHODOS bevorzugten – klassischen Großepos. Nach ihrem Zentrum, der berühmten Bibliotheksstadt Alexandria, wird die lyrische Ausdrucksweise von KALLIMACHOS mit ihrer Gelehrsamkeit und Liebe zum Detail als alexandrinische Dichtung bezeichnet, eine damals neue literarische Strömung, die von vielen konservativen Dichtern wie CICERO abgelehnt wurde.
Von den Lehren und Schriften KALLIMACHOS' wurden jedoch zahlreiche andere antike Gelehrte und Dichter beeinflusst, so die römischen Dichter OVID, PROPERZ, ERATOSTHENES und CATULL. Letzterer begann, da er nach dem Titel „poeta doctus“ strebte, mit der Erschließung griechischer Lyrik für die lateinische Sprache und übersetzte u. a. die „Alexandriner“ des KALLIMACHOS. CATULL gehörte einem Kreis von Lyrikern an, die sich Neoteriker nannten und die, statt sich an die klassische römische literarische Tradition zu halten, die Lyrik von KALLIMACHOS zu ihrem Vorbild erhoben. Unter der Führung von VALERIUS CATO entwickelte dieser Kreis dieneoterische Dichtung. Diese Dichtung spielte mit den durch Tradition festgelegten Gattungen, lehnte staatstragende und in der poetischen Großform des Epos gearbeitete Dichtungen ab und bevorzugte die literarische, kunstvoll ausgefeilte Kleinform des Epyllion (Kurzepos). Thematischer Schwerpunkt waren alte Mythen und unglückliche Liebesbeziehung.

Anm.: Der Begriff Neoteriker stammt von „Neoteroi“, dem griechischen Begriff für „Neuling“. So, also als Neulinge, wurden die Vertreter der neoterischen Dichtung von CICERO bezeichnet.

Werke

KALLIMACHOS' dichterisches Werk soll angeblich mehr als 800 Bücher umfasst haben, erhalten sind davon jedoch nur:

  • 6 Götterhymnen (im Erstdruck erschienen in Florenz um 1496),
  • 58 teils erotische Epigramme und
  • verschiedene satirische und literaturtheoretische Jamben.

Bekannt ist vor allem sein wissenschaftliches Werk „Pinakes“. Die „Pinakes“ sind praktisch der erste schriftliche Katalog der Bibliotheksgeschichte. Der Katalog war noch nicht, wie heutige moderne Kataloge, für den Nutzer bestimmt, doch er enthält ein getreues Abbild der bibliothekarischen Systematik der Alexandrinischen Bibliothek, wobei sich KALLIMACHOS auf eine Auswahl der griechischen Schriftsteller konzentrierte. In den 120 Schriftrollen sind schätzungsweise 400 000 bis 700 000 Buchrollen samt den Namen der Autoren und ihrer Kurzbiografien vermerkt. Die einzelnen Titel wurden von KALLIMACHOS nach wissenschaftlichen und literarischen Kategorien gemäss aristotelischem Vorbild sortiert. Innerhalb dieser Kategorien sind die Autoren in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt, dahinter die jeweiligen Werke mit Titel, Anfangsworten sowie der Gesamtzeilenzahl. Da es sich somit bei den „Pinakes“ um eine Mischung von Katalog und Bibliografie handelt, wurden sie zu einem wichtigen Arbeitsinstrument für die damalige Wissenschaft und zugleich zur Grundlage der griechischen Literaturgeschichte. Die „Pinakes“ blieben das Vorbild für die gesamte antike Buchverzeichnung und auch heute noch dienen Pinakes zum Aufspüren von gesuchten Informationen.

Von KALLIMACHOS überliefert sind außerdem das Epyllion „Hekale“ sowie Fragmente des Hauptwerkes „Aitia“ einer Sammlung griechischer Sagen in Form elegischer Verse (elegisch: wehmütig, schwermütig).

  • BWS-DEU2-0171-01.pdf (40.65 KB)
Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Kallimachos." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/kallimachos (Abgerufen: 06. February 2026, 22:02 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Schriftrolle
  • Bibliothekskatalog
  • PROPERZ
  • Eratosthenes
  • antike Lyriker
  • Epyllion
  • griechische Sage
  • Bibliografie
  • Buchrolle
  • hellenistisch
  • Epigramm
  • Alexandria
  • APOLLONIOS VON RHODOS
  • alexandrinische Dichtung
  • Jambus
  • CICERO
  • OVID
  • griechischer Dichter
  • Hellenismus
  • Aitia
  • Mythen
  • KALLIMACHOS
  • VALERIUS CATO
  • Alexandriner
  • Hekale
  • PTOLEMÄUS II.
  • Neoteriker
  • Neoteroi
  • CATULL
  • Bibliographie
  • Literaturgeschichte
  • Pinakes
  • neoterische Dichtung
  • elegischer Vers
  • Götterhymne
  • Alexandrinische Bibliothek
Jetzt durchstarten

Lernblockade und Hausaufgabenstress?

Entspannt durch die Schule mit KI-Tutor Kim und Duden Learnattack.

  • Kim hat in Deutsch, Mathe, Englisch und 6 weiteren Schulfächern immer eine von Lehrkräften geprüfte Erklärung, Video oder Übung parat.
  • 24/7 auf Learnattack.de und WhatsApp mit Bildupload und Sprachnachrichten verfügbar. Ideal, um bei den Hausaufgaben und beim Lernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
  • Viel günstiger als andere Nachhilfe und schützt deine Daten.

Verwandte Artikel

Homer

* wahrscheinl. im 8. Jh. v. Chr. in Kleinasien
† wahrscheinl. im 8. Jh. v. Chr. in Kleinasien

Nach heutigen Erkenntnissen lebte der griechische Dichter HOMER im 8. Jahrhundert v. Chr. und war der Begründer der ältesten literarischen Gattung – des Heldenepos. HOMER stand damit am Beginn der antiken griechischen Literatur. Er gilt als der Verfasser der beiden wichtigsten altgriechischen Epen, der „Ilias“ und der „Odyssee“.

Da HOMERs historische Existenz nicht belegt ist, wurde er lange Zeit als fiktive Persönlichkeit angesehen. Die Frage, ob tatsächlich beide Epen von ihm bzw. überhaupt in allen Teilen von ein und demselben Verfasser oder doch eher von zwei verschiedenen Verfassern stammen, ist bis heute nicht sicher geklärt und wird nach wie vor als sogenannte „homerische Frage“ diskutiert. Unabhängig davon steht vollkommen außer Zweifel, dass die „Ilias“ und die „Odyssee“ die gesamte nachfolgende griechische Literatur maßgeblich beeinflussten.

Andreas Gryphius

* 02.10.1616 in Glogau, Schlesien (heute Glogow, Polen)
† 16.07.1664 in Glogau

ANDREAS GRYPHIUS (ANDREAS GREIF) war einer der bedeutendsten deutschen Barockdichter. Er übersetzte Dramen, verfasste Lyrik, Trauer- und Lustspiele und gilt er als der sprachgewaltigste Autor deutscher Literatur im Zeitalter des Barock. Seine unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges und der konfessionellen Auseinandersetzungen geschriebenen Werke sind von einem tiefen Pessimismus durchdrungen („Poetik der Klage“) und beschäftigen sich in erster Linie mit der Vergänglichkeit des irdischen Seins. Als Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ hatte GRYPHIUS großen Anteil daran, der deutschen Sprache zum Ansehen einer akzeptierten eigenen Literatursprache zu verhelfen.

Friedrich Hölderlin

* 20.03.1770 in Lauffen am Neckar
† 07.06.1843 in Tübingen

FRIEDRICH HÖLDERLIN war ein deutscher Dichter zu Zeiten der Weimarer Klassik. Er pflegte u.a. Umgang mit JOHANN WOLFGANG VON GOETHE und FRIEDRICH VON SCHILLER.
HÖLDERLIN schrieb Lyrik, klassische Oden, Elegien, Hymnen und philosophische Aufsätze. Bekannt wurde er besonders durch seinen Bildungsroman „Hyperion“ und durch seine SOPHOKLES-Übertragungen „Antigone“ und „Ödipus“. In HÖLDERLINs Oden erreichte die antikisierende Dichtung einen ihrer Höhepunkte.

Literaturpreise

Der wohl bedeutendste internationale Literaturpreis ist der Literatur-Nobel-Preis, der seit 1901 verliehen wird. Es gibt über 1 000 deutschsprachige Literaturpreise. Nur wenige sind jedoch so bedeutend, dass sie in aller Munde sind.

Ilias

Die Ilias schildert in 24 Büchern innerhalb von 49 Tagen das Ende der 10 Jahre währenden Belagerung Trojas.

Auf beiden Seiten nehmen Götter am Kampf teil. Zentrales Thema ist der Zorn des Achilleus. Dieser, von Agamemnon seiner Sklavin Brisëis beraubt, bleibt grollend dem Kampfe fern. Nachdem sein Freund Patroklos gefallen ist, greift Achilleus wieder in den Kampf ein, um Rache zu nehmen. Er war durch seine Mutter Thetis bis auf die Ferse unverwundbar gemacht worden (daher Achillesferse; empfindliche Stelle) und erhält nun von ihr die von Hephaistos geschmiedete Rüstung. Er tötet Hektor im Kampf. Mit den Leichenspielen zu Ehren des Patroklos endet das Epos.

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2026