Impressionismus

Impressionismus

Der Impressionismus in der Malerei
„Impressionismus“ ist ursprünglich die Bezeichnung einer um 1870 entstandenen Stilrichtung der Malerei. Sie beeinflusste die Kunst Europas und Nordamerikas nachhaltig. Ihren zunächst abwertend gemeinten Namen gab ihr der Journalist LOUIS LEROY in Anlehnung an CLAUDE MONETS Landschaftsbild Impression, soleil levant (1872). Die Impressionisten, die meist als Freilichtmaler tätig waren, konzentrierten sich auf das sinnliche Erscheinen ihrer Objekte, wobei Licht, Reflexe und Bewegung zugunsten der Konturen hervorgehoben wurden. Ihre Gemälde missachteten die gängigen akademischen Regeln der perspektivischen und gegenständlichen Darstellung. Zu den Hauptmotiven impressionistischer Malerei gehören Landschaften und Stadtszenen, die aufgrund des Malstils beim konservativen Publikum auf Ablehnung stießen. Als wichtigste Vertreter der impressionistischen Malerei sind CLAUDE MONET, AUGUSTE RENOIR, CAMILLE PISSARO und ALFRED SISLEY zu nennen.

Impressionistische Stadtszene (Tanz im 'Moulin de la Galette') von AUGUSTE RENOIR

Impressionistische Stadtszene (Tanz im 'Moulin de la Galette') von AUGUSTE RENOIR

Impressionismus - Impressionistische Stadtszene

Der Impressionismus in der Musik


Um die Jahrhundertwende wurde der Begriff des Impressionismus mit Blick auf CLAUDE DEBUSSY (Prélude à l'après-midi d'un faune, 1894) und MAURICE RAVEL auf die französische Musik übertragen. Sie lösten die strengen Formen der Tonalität auf und setzten zerfließende Klangfarben an die Stelle geschlossener Melodien und thematischer Entwicklung. Durch die Aufnahme außereuropäischer Elemente (Ganztonleiter, Pentatonik) erzielte der Impressionismus Klangwirkungen von exotischem Reiz, die beim Hörer stimmungshafte Bildvisionen evozieren sollten. Wegen ihrer freischwebenden Akkorde, Klangverschiebungen und der leittonlosen Harmonik leitete die impressionistische Musik die Wende zur freitonalen Komposition ein.

Der Impressionismus in der Literatur


Auch in die Literatur fand der Begriff „Impressionismus“ Eingang, um die Abkehr vom Naturalismus zugunsten der Darstellung von Stimmungen zu kennzeichnen. Vorläufer dieses Wandels sind CHARLES BAUDELAIRE, PAUL VERLAINE, ARTHUR RIMBAUD und die Gebrüder GONCOURT. Unter den deutschen Literaten hinterließ der Ästhetizismus OSCAR WILDES (The Picture of Dorian Gray, 1891) nachhaltigen Eindruck.

Charakteristisch für diese literarische Strömung ist die Betonung des Subjektiven und der Empfindung durch die Verwendung

  • lautmalerischer Sprache,
  • erlebter Rede,
  • freier Rhythmen,
  • Parataxe
  • und Synästhesie.

Dagegen tritt die äußere Handlung in den Hintergrund. Statt eines kohärenten Handlungsstrangs dominiert die detaillierte Beschreibung von Seelenzuständen mit Hilfe neu geschaffener Erzähltechniken (innerer Monolog, Sekundenstil, stream of consciousness). Die Hinwendung zum sinnlich Wahrgenommen hat dem Impressionismus den Vorwurf der Oberflächlichkeit eingetragen.
Neben den literarischen Kurzformen der Lyrik, Skizze, Novelle und des Einakters entstanden auch großangelegte Werke im impressionistischen Stil. Seine bekanntesten literarischen Vertreter außerhalb Englands hatte der Impressionismus in MARCEL PROUST (Frankreich), ANTON TSCHECHOW (Russland) und DETLEV VON LILIENCRON, RICHARD DEHMEL und ARTHUR SCHNITZLER (Deutschland).

In England beeinflusste OSCAR WILDES Roman The Picture of Dorian Gray die deutschen Autoren nachhaltig. Ein weiterer englischer Vertreter des Impressionismus ist RUDYARD KIPLING, dessen Roman The Jungle Book 1894 erschien. Zur impressionistischen Literatur zählen außerdem die Werke des amerikanischen Schriftstellers JOSEPH CONRAD und der Engländerin VIRGINIA WOOLF, in denen die Erzähltechnik des stream of consciousness zum Einsatz kommt.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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