Direkt zum Inhalt

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Englisch
  3. 5 Umgang mit Texten und Medien
  4. 5.3 Literarische Texte
  5. 5.3.1 Erzähltexte
  6. Joseph Conrad

Joseph Conrad

* 03.12.1857 in Berditschew (Ukraine)
† 03.08.1924 in Bishopsbourne (England)

Der englische Schriftsteller JOSEPH CONRAD wurde als TEODOR JÓZEF KONRAD KORZENIOWSK geboren. Er wuchs als Kind polnischer Eltern in der Ukraine auf und träumte davon, zur See zu fahren. An eine Karriere als Schriftsteller dachte er zunächst wohl kaum. Sein Traum von der Seefahrt wurde schließlich wahr: Er diente auf französischen und britischen Handelsschiffen und erwarb das Kapitänspatent.
Er bereiste die Meere Südamerikas und des Fernen Ostens. Erst mit Ende 30 ließ er sich in England nieder und begann, Romane und Erzählungen zu schreiben, die von den Erfahrungen seiner Seereisen berichten. Allerdings zeichnen sich CONRADs Romane durch eine ganz besondere Handlungsführung aus: Durch den Wechsel der Erzählperspektiven bringen sie eine Vielzahl von Sichtweisen hervor. Deshalb gilt CONRAD heute als Wegbereiter des modernen englischen Romans.

Schule wird easy mit KI-Tutor Kim und Duden Learnattack

  • Kim hat in Deutsch, Mathe, Englisch und 6 weiteren Schulfächern immer eine von Lehrkräften geprüfte Erklärung, Video oder Übung parat.
  • 24/7 auf Learnattack.de und WhatsApp mit Bildupload und Sprachnachrichten verfügbar. Ideal, um bei den Hausaufgaben und beim Lernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
  • Viel günstiger als andere Nachhilfe und schützt deine Daten.
Jetzt 30 Tage risikofrei testen
Your browser does not support the video tag.

Lebensgeschichte

JOSEPH CONRAD wurde als Kind polnischer Eltern in der Ukraine geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wuchs er unter der Obhut seines Onkels in Polen auf. Schon immer träumte CONRAD davon, zur See zu fahren. Mit 17 Jahren ging er in Marseille auf die Marineschule und diente erst auf französischen, dann auf britischen Handelsschiffen. 1884 wurde er britischer Staatsbürger. Er erwarb 1886 das Kapitänspatent und befuhr die Meere Südamerikas und des Fernen Ostens.
1894 ließ CONRAD sich in England nieder. Er gründete eine Familie und begann zu schreiben. Seinen ersten Roman Almayer's Folly (1895, dt. Almayers Wahn) veröffentlichte er 1895 im Alter von 38 Jahren. CONRAD schrieb in englischer Sprache, die er erst mit 19 Jahren erlernt hatte, aber meisterhaft beherrschte. Er verfasste in den folgenden Jahren Romane und Kurzgeschichten. Doch erst der 1912 publizierte Roman Chance (dt. Spiel des Zufalls) verhalf ihm zu größerer öffentlicher Anerkennung. CONRAD starb 1924 in England als angesehener Schriftsteller.

Literarisches Schaffen

Viele Romane und Kurzgeschichten JOSEPH CONRADs handeln von Seefahrten und verarbeiten dabei seine eigenen Erfahrungen. Im Mittelpunkt seiner abenteuerlichen und auch exotischen Romane und Erzählungen steht der Einzelne, der sich aufgrund seines Schicksals in bestimmten Situationen entscheiden muss. Teils sind diese Situationen (wie in seinem ersten Roman Almayer's Folly) in die farbig geschilderte Umwelt fremder Kulturen eingebettet; teils entstehen sie in Auseinandersetzung mit der Naturgewalt des Meeres - wie in CONRADs Roman Lord Jim (1900): Der Protagonist, ein Seeoffizier, versagt bei einer Bewährungsprobe, weil er im Augenblick der Gefahr heimlich sein Schiff verlässt. Als Ausgestoßener sucht er nach einer neuen Gelegenheit, sich zu bewähren und seine Selbstachtung wiederzufinden.

Das Geschehen und die Motive werden in CONRADs Werken mehr angedeutet als durchgängig erzählt. Beeinflusst ist diese Art des Erzählens von der Erzähltechnik des amerikanischen Schriftstellers HENRY JAMES. Ähnlich wie JAMES verwendet CONRAD Vor- und Rückblenden und unterbricht so eine durchgehende Handlungsführung. Häufig wird die Erzählperspektive (point of view) gewechselt. So entstehen Texte, die dem Leser statt eines Panoramas eine kaleidoskopische Vielzahl von Sichtweisen präsentieren, sodass er sich mit keiner einzelnen Figur zu identifizieren vermag.

Der Technik des Perspektivwechsels dient auch die Erzählerfigur Marlow, die bei CONRAD u. a. in den Romanen Lord Jim, Chance und in der Erzählung Heart of Darkness (1902, dt. Das Herz der Finsternis) auftritt.

Auch in CONRADs vielschichtigem Roman Nostromo (1904) wechselt die Erzählperspektive. Inhaltlich wendet er sich politischen Fragen zu: Am Beispiel der Auseinandersetzungen um ein südamerikanisches Silberbergwerk schildert CONRAD, wie verführbar der Menschen durch seine materielle Interessen ist.
Der Roman Chance, CONRADs erster großer Erfolg, verbindet die romantische Liebe mit dem Motiv des Meeres.

Heute gilt CONRAD aufgrund seiner kunstvollen Erzählweise als wichtiger Wegbereiter der modernen englischen Literatur.

Werke
(Auszug)

Romane
An Outcast of the Islands (1896, dt. Der Verdammte der Inseln)
The Secret Agent (1907, dt. Der Geheimagent)
Under Western Eyes (1911, dt. Mit den Augen des Westens)
The Arrow of Gold (1919, dt. Der goldene Pfeil)
The Rescue (1920, dt. Die Rettung)

Erzählungen und Kurzgeschichten
Youth (1902, dt. Jugend)
Typhoon (1903, dt. Taifun)
Tales of Hearsay (hg. 1925, dt. Geschichten vom Hörensagen)

Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Joseph Conrad." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/englisch/artikel/joseph-conrad (Abgerufen: 06. February 2026, 10:17 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Biographie
  • Heart of Darkness
  • Erzählperspektive
  • Lord Jim
  • Romane
  • Biografie
  • Chance
  • Kurzgeschichten
Jetzt durchstarten

Lernblockade und Hausaufgabenstress?

Entspannt durch die Schule mit KI-Tutor Kim und Duden Learnattack.

  • Kim hat in Deutsch, Mathe, Englisch und 6 weiteren Schulfächern immer eine von Lehrkräften geprüfte Erklärung, Video oder Übung parat.
  • 24/7 auf Learnattack.de und WhatsApp mit Bildupload und Sprachnachrichten verfügbar. Ideal, um bei den Hausaufgaben und beim Lernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
  • Viel günstiger als andere Nachhilfe und schützt deine Daten.

Verwandte Artikel

Truman Capote

* 30. September 1924 in New Orleans
† 25. August 1984 in Los Angeles

Der amerikanische Schriftsteller TRUMAN CAPOTE schrieb mehrere Erzählungen und Romane, von denen Breakfast at Tiffany's (1958) mit Abstand der Bekannteste ist. Insbesondere die Verfilmung durch BILLY WILDER im Jahr 1960 (mit AUDREY HEPBURN) trug zur Bekanntheit CAPOTES bei. Weniger geläufig ist, dass CAPOTE auch ein sehr umstrittener Autor war: In seinem Roman In Cold Blood (1966), in dem formell Fiktion und Tatsachenbericht ineinander greifen, berichtet er von der Ermordung einer ganzen Familie in Kansas. Diesen Fall recherchierte CAPOTE so ausgiebig, dass er sogar die überführten Täter über einen längeren Zeitraum hinweg im Gefängnis besuchte. Aus diesen Materialien entstand sein Buch, dessen neue Form hochgelobt wurde. Jedoch wurde CAPOTE auch vorgeworfen, dass er nicht versucht hatte, die Hinrichtung der Täter zu verhindern.

James Joyce

* 02. Februar in 1882 in Rathgar bei Dublin
† 13. Januar 1941 in Zürich

Die Werke des irischen Schriftstellers JAMES JOYCE, allen voran der Roman Ulysses, gehören zu den wichtigsten literarischen Arbeiten des 20. Jahrhunderts. Durch die Weiterentwicklung der Technik des inneren Monologs und sprachliche Experimente erneuerten sie die Erzählweise des Romans.
JOYCE hatte sein Heimatland Irland früh verlassen und lebte lange Zeit in Triest, Zürich und Paris, wo er unter finanziellen und gesundheitlichen Problemen litt. Im Laufe seines Lebens nahm seine Sehkraft ständig ab, bis er schließlich annähernd erblindete.
Auch die Veröffentlichung seiner Romane erwies sich als höchst problematisch, da seine Werke in Konflikt mit der Zensur gerieten. MARGARET ANDERSON und JANE HEAP, die es als erste wagten, Auszüge des Ulysses in ihrer Zeitschrift The Little Review zu veröffentlichen, wurden in New York wegen Verbreitung obszöner Schriften verurteilt. Das Manuskript wurde beschlagnahmt. Während der Roman 1922 in Frankreich erschien, blieb er in Großbritannien und den USA noch lange Zeit verboten. Heute zählt Ulysses zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur.

Joseph Conrad

* 03. Dezember 1857 in Berditschew (Ukraine)
† 03. August 1924 in Bishopsbourne (England)

Geboren wurde der englische Schriftsteller JOSEPH CONRAD als TEODOR JÓZEF KONRAD KORZENIOWSK. Er wuchs als Kind polnischer Eltern in der Ukraine auf. An eine Karriere als Schriftsteller dachte er zunächst wohl kaum: Er träumte davon, zur See zu fahren und diente erst auf französischen, dann auf britischen Handelsschiffen. Schließlich erwarb er das Kapitänspatent und befuhr die Meere Südamerikas und des Fernen Ostens. Erst mit Ende 30 ließ er sich in England nieder und begann, Romane und Erzählungen zu schreiben, die stark von seinen Erfahrungen auf See geprägt sind. Aufgrund seiner besonderen Handlungsführung, die durch den Wechsel der Erzählperspektiven eine Vielzahl von Sichtweisen hervorbringt, gilt CONRAD heute als Wegbereiter des modernen englischen Romans.

Sinclair Lewis

* 07. Februar 1885 in Sauk Centre (Minnesota)
† 10. Januar 1951 in Rom

Der Schriftsteller SINCLAIR LEWIS erhielt für sein literarisches Werk 1930 als erster Amerikaner den Nobelpreis für Literatur. In seinen Romanen übt LEWIS auf satirische und sarkastische Weise Kritik an der amerikanischen Mittelklasse, deren Ideale er verspottet. Seine Stärke liegt vor allem in der realistischen Abbildung des amerikanischen Alltags. Seine Reisen quer durch die USA und seine genaue Beobachtungsgabe haben ihn, wie folgende Aussage dokumentiert, zu seinem literarischen Schaffen inspiriert:


“My real travelling has been sitting in Pullman smoking cars, in a Minnesota village, on a Vermont farm, in a hotel in Kansas City or Savannah, listening to the normal daily drone of what are to me the most fascinating and exotic people in the world – the Average Citizens of the United States, with their friendliness to strangers and their rough teasing, their passion for material advancement and their shy idealism, their interest in all the world and their boastful provincialism – the intricate complexities which an American novelist is privileged to portray.”

William Faulkner

* 25. September 1897 in New Albany (Mississippi)
† 06. Juli 1962 in Oxford (Mississippi)

WILLIAM FAULKNER gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er experimentierte in seinen von der Geschichte der amerikanischen Südstaaten geprägten Romanen mit neuen Erzähltechniken. Nach dem Sezessionskrieg 1861–1865 verloren die Werte der alten Südstaatenaristokratie an Geltung, und die weiße Unterschicht stieg zur führenden Klasse des neuen Südens auf. Vor diesem Hintergrund erzählt FAULKNER in seinen Romanen verschlungene Familiengeschichten. Von großer Bedeutung ist dabei sein Erzählstil: Der ständige Wechsel von Erzählperspektiven fordert den Leser dazu auf, eigenständig aus der Vielzahl von Ansichten den Sinn herauszufiltern.
Außer Romanen und Kurzgeschichten verfasste FAULKNER auch Drehbücher zu bedeutenden Filmen, so zum Beispiel zu The Big Sleep (1946) mit HUMPHREY BOGART und LAUREN BACALL.

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2026