Ökoregionen der Erde

Der WWF (World Wide Fund for Nature) hat im Rahmen seiner „Living Planet Campaign“ einzigartige Ökoregionen der Erde zusammengestellt und zu ihrem Schutz das Konzept „Global 200“ entwickelt.
Die Ökosysteme dieser Regionen weisen einen sehr unterschiedlichen Charakter auf. Dieser wird vor allem durch die verschiedenartige Ausprägung der Ökosystemelemente und der zwischen ihnen ablaufenden Wechselwirkungen bestimmt. Die Namib ist eine im südwestafrikanischen Staat Namibia gelegene Wüste. Sie erstreckt sich über 3000 km entlang der Küste des Südatlantiks und ist kaum breiter als 200 km. Für große Teile der Wüste Namib sind Dünen charakteristisch. Sie überragen ihre Umgebung um über 300 Meter und gehören zu den höchsten der Welt. Aufgrund ständig wechselnder Winde verlagern sich die Dünen, allerdings nur unwesentlich. Der Sand der Dünen wurde aus dem ebenfalls trockenen Inneren des südlichen Afrikas angeweht.

Im Durchschnitt fallen in der Namib 20 mm und im Binnenland kaum mehr als 100 mm Niederschläge im Jahr. In vielen Gebieten der Namib ist aber über 10 Jahre hinweg kein einziger Tropfen Regen gefallen.
Sofern es im Landesinneren stärker regnet, fließen teilweise mehrere Meter hohe Wassermassen in die Namib. Die meisten Flüsse und Bäche erreichen aber den Atlantik nicht, ihr Wasser verdunstet und versickert. In Senken können jedoch kurzzeitig Seen entstehen, deren Wasser verdunstet, wodurch sich salzige Böden oder starke Salzkrusten bilden.

Die Verdunstung wird durch das wolkenlose Wetter, das an vielen Tagen herrscht, noch begünstigt. Entlang der periodischen Wasserläufe können Kameldornbäume lange Trockenperioden überstehen. Ihre Wurzeln fußen oft in unterirdischen Rinnsalen. In Trockenperioden werfen sie ihr Laub ab und reduzieren so die Verdunstung. Eine Vielzahl von trockenen und wie abgestorben wirkenden Flechten haften oft jahrelang reglos auf Steinen, doch die seltenen Regentropfen können sie innerhalb von Minuten zum Wachstum und zur Vermehrung anregen.

Im Gegensatz zu der oft über 40 °C heißen Wüste ist der von Süden her entlang der Küste fließende Benguelastrom kaum über 15 °C warm. Dies führt zu häufiger Nebelbildung, weshalb man die Namib auch als Nebelwüste bezeichnet.
Dieser Nebel trägt zu den einzigartigen Bedingungen für das Leben in der Wüste bei. Einige Pflanzen und Tiere haben sich darauf spezialisiert, ihren Wasserbedarf aus dem Nebel zu decken.
So nutzen Käfer den Nebel, um sich mit Wasser zu versorgen. Dazu stellen sie sich in einer nebligen Nacht auf den Kopf, um die Tröpfchen von ihrem Körper abwärts zum Kopf fließen zu lassen.
Andere Tiere, wie Wüstenmäuse, Wüstenhasen und die großen Oryx-Antilopen, können lange Zeit ohne direkte Wasseraufnahme in den trockenen Gebieten leben. Ihnen reicht das Wasser aus, das in ihrer Nahrung vorhanden ist.

Völlig anders sind die Verhältnisse im Donaudelta, einem der größten Feuchtgebiete Europas:
Etwa 100 Kilometer vor der Mündung der Donau in das Schwarze Meer spaltet sich der Fluss in drei Hauptarme auf. Die Donau fließt hier nur noch sehr langsam und lagert die mitgeführten Schwebstoffe ab. Diese Ablagerungen bilden Strombänke, die Grinde, und führen zu häufigen Laufverlagerungen des Flusses. Es entwickelt sich ein weitverzweigtes Netz von Flussarmen. Dieses Netz wird durch viele flache Seen ergänzt zu einem typischen Delta:

Tausende Flussarme, Seen, Tümpel, Sümpfe und aus Pflanzen, vor allem aus Schilf, bestehende schwimmende Inseln breiten sich über ein riesiges Gebiet aus. Dieses Gebiet liegt nur an wenigen Stellen höher als 3 m über dem Meeresniveau und wird deshalb häufig überschwemmt. Die natürlichen Besonderheiten der Region bieten bestimmten Pflanzen und Tieren hervorragende Lebensbedingungen. Weitverbreitet im Delta ist das bis zu 4 m hohe Schilf. Aber es wachsen auch andere Wasser liebende Pflanzen. 300 Vogelarten (u. a. Pelikane und Reiher) sowie ca. 100 Fischarten, aber auch Fischotter, Nerze und Wildschweine leben hier.

Der tropische Regenwald Amazoniens, des größten Regenwaldgebietes der Erde, war über viele Jahrhunderte ein intaktes Ökosystem. Bei dem hier herrschenden immerfeuchten tropischen Klima mit Temperaturen zwischen 25 und 30 °C entwickelte sich eine immergrüne Vegetation mit hoher Produktion an Biomasse.
Unter diesen Bedingungen wachsen und vergehen die Pflanzen auf einem bis zu 20 m tiefen Boden ohne Pause. Der Boden bietet zwar den Wurzeln guten Halt. Er besitzt aber oft eine nur wenige Zentimeter starke, also sehr geringe Humusschicht. Herabfallende Pflanzenteile verrotten sehr schnell. Die entstehenden Nährstoffe werden von den Pflanzen über die Wurzeln sofort wieder aufgenommen, da der Boden eine sehr geringe Nährstoffspeicherkapazität besitzt (Bild 6).

Dieser kurzgeschlossene Kreislauf wurde von den Ureinwohnern nicht entscheidend unterbrochen. Sie brannten nur kleine Flächen des Waldes ab, ließen die Baumwurzeln im Boden und bauten Feldfrüchte, wie Maniok, an. Nach höchstens drei Jahren wurde die Fläche der Natur überlassen, da die Nährstoffe des Bodens nicht mehr für den Anbau ausreichten. Schon bald stellte sich der naturbedingte Kreislauf wieder ein.
Anders wurde bei dem ehrgeizigen Projekt der Erschließung des Regenwaldes durch die brasilianische Regierung verfahren. Entlang von in den Wald geschlagenen Straßen, beispielsweise der Transamazonica, siedelte man Bauern an, die zur Gewinnung von Anbauflächen den Regenwald großflächig niederbrannten und so den natürlichen Kreislauf unterbrachen. Als Folge entstand schon nach wenigen Jahren das Problem des Nährstoffmangels im Boden, das viele der „Neubauern“ in den Ruin trieb.
Die Vernichtung der Regenwälder im Amazonasgebiet, die für den Sauerstoffhaushalt der Lufthülle der Erde die Funktion einer „grünen Lunge“ besitzen, hat zunehmend globale Auswirkungen auf das irdische Klima.

Das Ökosystem tropischer Regenwald

Das Ökosystem tropischer Regenwald

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