Republik Kasachstan

Der Landesname leitet sich von dem Wort „Kasach“ ab, das in der Turksprache „Steppenreiter“ oder „Unabhängiger“ bedeutet. Die Hauptstadt des Landes ist Astana.

Wichtige Daten zum Land

Fläche:2 717 300 km²
Einwohner:15,4 Mio.
Bevölkerungsdichte:6 Einw./km²
Bevölkerungswachstum:–0,4 %/Jahr
Lebenserwartung:61 Jahre
Staatsform:Republik
Landeshauptstadt:Astana
Sprachen:Kasachisch, Russisch, Sprachen der Minderheiten
Religionen:Muslime 50 %, Christen 50 %
Klima:Kontinentalklima
Bodennutzung:Ackerland 7 %, Wald 2 %, Weideland 30 % (Rest: nicht nutzbare Halbwüsten und Wüsten)
Wirtschaftssektoren:
(Anteil der Beschäftigten)
Landwirtschaft 8 %, Industrie 38 %,
Dienstleistungen 54 %
Exportgüter:Brennstoffe und Ölprodukte, Eisenmetalle, Kupfer- und Kupferprodukte, Chemikalien
Bruttoinlandsprodukt:
(Anteil der Wirtschaftszweige)
29 749 Mio. US-$ (2003)
Bruttosozialprodukt:1 780 US-$ / Einw. (2003)

 

Lage Kasachstans in Mittelasien

Lage Kasachstans in Mittelasien

Naturraum

Oberflächengestalt

Die West-Ost-Erstreckung Kasachstans reicht vom Tiefland der unteren Wolga und dem Kaspischen Meer im Westen über 3000 km bis zum Altaigebirge im Osten. Vom Westsibirischen Tiefland im Norden erstreckt es sich über 1700 km bis zum Aralsee, zur Kysylkum und zum Tienschangebirge im Süden. Kasachstan besteht vorwiegend aus Ebenen und niedrigen Plateaus.
Größere Höhen erreichen die Mugodscharberge im Nordwesten des Landes mit 675 m, Erhebungen im zentralen Teil der Kasachischen Schwelle (1566 m) und in der Nördlichen Hungersteppe.
Im Osten und Südosten Kasachstans erstreckt sich im Grenzgebiet zu China, Kirgisistan und Usbekistan die Hochgebirgskette des Tienschan mit Höhen bis zu 7439 m.

Gewässer

Große Seen liegen im Süden und Osten des Landes. Durch den von Austrocknung bedrohten, nur noch 30900 km² großen abflusslosen Aralsee verläuft die Grenze zu Usbekistan (Bild 2). Im Tienschan entspringende Flüsse speisen den im Südosten liegenden Balchaschsee. Seine Ausdehnung schwankt je nach Wasserzufuhr zwischen 17000 und 22000 km².
Etwa halb so groß ist der Saissonsee, der durch die Aufstauung des schwarzen Irtysch entstanden ist. Wichtigstes der Binnengewässer an dem Kasachstan Anteil hat, ist das Kaspische Meer, mit heute etwa 400000 km² größter See der Erde. Der Ural durchfließt den Westen des Landes.
 

Der austrocknende Aralsee

Der austrocknende Aralsee

Klima und Vegetation

Extrem kontinentales, trockenes Klima prägt Kasachstan. Die Winter sind kalt und schneearm. Nach einem kurzen Frühjahr folgen lange, heiße und trockene Sommer. Die Januarmittel betragen im Norden etwa –18 °C, im Süden –3 °C. Die Julimittel liegen im Norden bei 19 °C, im Süden erreichen sie Werte bis zu 30 °C. Die jährlichen Niederschlagsmengen nehmen von Norden nach Süden ab. Der feuchte äußerste Norden verzeichnet rund 400 mm im Jahresdurchschnitt, im Süden sinken die Werte auf weniger als 100 mm pro Jahr. In den Hochgebirgen steigen die jährlichen Niederschlagsmengen zum Teil bis über 1000 mm (Bild 3).
Die Vegetation wird von Norden nach Süden spärlicher. Im äußersten Norden hat Kasachstan Anteil am Waldsteppengürtel Russlands. Nach Süden schließt sich die echte Grassteppenzone an, die etwa ein Drittel der Landesfläche bedeckt. Sie geht über in Halbwüste und schließlich in die vegetationslose Vollwüste, die die größte Fläche von Kasachstan einnimmt.
Starke Winde in den Steppen und Wüsten führen zu erheblicher Bodenerosion.

Bevölkerungszusammensetzung

Die Bevölkerung setzt sich zu 48 % aus Kasachen und zu 35 % aus Russen zusammen. Einen geringen Anteil bilden die Ukrainer, die Deutschen, Usbeken und Tataren. Durch Abwanderung der russischsprachigen Bewohner nahm die Bevölkerung Kasachstans zwischen 1989 und 1999 um 1,25 Mio. ab. Die Zahl der Deutschen verringerte sich nach 1989 durch die Auswanderung vieler Spätaussiedler nach Deutschland stark.

Bevölkerungsverteilung

Die Bevölkerungsverteilung im Land ist sehr unterschiedlich. Am dichtesten besiedelt sind die landwirtschaftlich genutzten Steppengebiete im Norden sowie die industriell geprägten Gebiete und die Bewässerungsgebiete in der südlichen Vorgebirgszone. Weite Teile des Landes sind kaum oder gar nicht bewohnt. Die Verstädterung ist fortgeschritten. Rund zwei Drittel der Bevölkerung leben in Städten.

Religion

Die Kasachen, Tataren, Uiguren und andere turksprachige Völker bekennen sich zum Islam. Die Russen gehören der russisch-orthodoxen Kirche an. Die Deutschen gehören mehrheitlich der katholischen und der evangelisch-lutherischen Kirche an.

Sprachen

Die Amtssprache ist Kasachisch. Sie gehört zu den Turksprachen. Sie wird allerdings nur von 40 % der Bevölkerung beherrscht. Wichtigste Verkehrssprache im Land ist daher Russisch.

Wirtschaft

Zwischen 1990 und 1995 ging das Bruttoinlandsprodukt jährlich um 11 % zurück. Erst 1996 verzeichnete die Wirtschaft seit der Unabhängigkeit 1990 zum ersten Mal ein leichtes Anwachsen. Die Aussichten für Kasachstans Wirtschaft sind gut. Kasachstan ist ein bergbaulich-industriell geprägtes Entwicklungsland. Das Land ist reich an Bodenschätzen. Die Erdölvorkommen am Kaspischen Meer werden seit 1960 ausgebeutet. Neu entdeckte Erdöl- und Erdgasvorräte an der Nordküste werden intensiv gefördert. Durch Steinkohle- und Braunkohlelager ist Kasachstan reich an Brennstoffen. Nach Australien besitzt Kasachstan die größten Uranerzreserven der Welt.
Daneben werden Kupfer-, Zinn-, Blei- und Eisenerze sowie Bauxit, Gold, Silber und Phosphorite abgebaut.
Die Industrialisierung wurde schon in sowjetischer Zeit vorangetrieben. Eine umfangreiche Schwerindustrie umfasst Eisen- und Buntmetallverhüttung, ein Aluminiumwerk, Land- und Schwermaschinenbau, Rüstungsindustrie, Erdöl verarbeitende sowie chemische Industrie.
Das Raumfahrtzentrum Baikonur wird seit 1991 als Gemeinschaftsprojekt der GUS weitergeführt.
Traditionelle Industriezweige sind Nahrungsmittel-, Textil- und Lederindustrie. Wichtigste Handelspartner sind Russland und die mittelasiatischen Republiken.

Landwirtschaft

Durch die ungünstigen klimatischen Bedingungen ist nur ein kleiner Teil der Landesfläche landwirtschaftlich nutzbar. Knapp 25 % der Beschäftigten sind in der Landwirtschaft tätig. Der Norden von Kasachstan gehört zum Schwarzerdegürtel und ist sehr fruchtbar. Allerdings ist in vielen Regionen nur Bewässerungsfeldbau möglich.
Schwerpunkt des Ackerbaus ist der Weizenanbau Daneben werden Futterpflanzen, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Baumwolle, Tabak, Gemüse und Flachs angebaut.
Im Bereich der Wüstensteppen werden Schaf-, Kamel- und Ziegenzucht betrieben.

Verkehr

Das Verkehrsnetz des Landes ist durch Straßen- und Schienenverkehr relativ gut ausgebaut, der Süden des Landes ist allerdings schlecht erschlossen. Bedeutend sind dagegen die Schifffahrtsverbindungen über das Kaspische Meer, den Balchaschsee und auf den Flüssen Ural und Irtysch. Almaty hat einen internationalen Flughafen.

Aus der Geschichte

1. Jh. v. Chr.: Ostiranische Nomadenstämme wandern in die Steppengebiete Kasachstans ein.

10. Jh.: Das mächtige Kasachanidenreich entsteht. Es umfasst weite Teile des heutigen Kasachstan.

1219–1221: Der Mongolenherrscher DSCHINGIS-KHAN erobert Kasachstan.

bis Ende des 18. Jh.: Mongolenreich

1758: Das chinesische Kaiserreich vernichtet die Westmongolische Föderation.

1822: Russland annektiert das Land als Siedlungskolonie.

1920: Nach dem Ersten Weltkrieg gründen die Sowjets die Kirgisische Autonome Sowjetrepublik, die später in Kasachische Autonome Sowjetrepublik umbenannt wurde.

1936: Sie wird Unionsrepublik.

seit etwa 1930: Ansiedlung russischer Bauern. Industrialisierung des Landes. Bewässerungsprojekte, Neulandgewinnung, Atomversuche

25.10.1990: Kasachstan erklärt seine Souveränität innerhalb der UdSSR.

16.12.1991: Unabhängigkeitserklärung

21.12.1991: Anschluss an die GUS

Klimadiagramm von Almaty

Klimadiagramm von Almaty

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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