Republik Kolumbien

Kolumbien verdankt seinen Namen CHRISTOPH KOLUMBUS, der das Land aber auf keiner seiner Reisen je betrat.

Die kurze Landesgrenze zu Panama im Nordwesten Kolumbiens trennt die Pazifikküste im Westen des Landes von der Karibikküste im Norden. Weitere Nachbarländer Kolumbiens sind Ecuador und Peru im Süden, Brasilien im Südwesten und Venezuela im Westen (Bild 1).
Kolumbien besitzt gut die dreifache Flächengröße Deutschlands und gehört nach Brasilien und Argentinien zu den bevölkerungsreichsten Ländern des Kontinents.
Die Landeshauptstadt Bogotá wurde bereits 1538 von spanischen Eroberern gegründet.

Die Lage Kolumbiens in Südamerika

Die Lage Kolumbiens in Südamerika

Naturraum

Oberflächengestalt

Das Land beiderseits des Äquators wird von den Anden geprägt, obwohl zwei Drittel seiner Fläche von Tiefländern eingenommen werden.
Die Anden spalten sich im Süden, nahe der Grenze zu Ecuador, wie die Zinken einer Gabel in drei hohe Gebirgsketten auf: in die West-, die Zentral- und die Ostkordillere. Die im Norden hochflächenartig verbreiterte Westkordillere erreicht Höhen von über 4000 m. Die Zentralkordillere wird von über 5000 m hohen, z. T. noch tätigen Vulkanen gekrönt. So hatte der Ausbruch des Nevado del Ruiz (5400 m) im Jahre 1985 katastrophale Folgen. Meterhohe Schlammfluten verwüsteten die nahe liegenden Städte völlig.
Der Gebirgszug läuft im Norden mit einem unmittelbar an der Karibikküste isoliert stehenden Gebirgsmassiv aus, der Sierra Nevada de Santa Marta.
Mit ihrem höchsten Berg, dem Pico Cristóbal Colón (5800 m), der auch der höchste Berg Kolumbiens ist, gilt sie als das höchste Küstengebirge der Erde. Die Ostkordillere gabelt sich vor der Karibküste in zwei weitere Gebirgszüge, die nach Venezuela hinein reichen und das Becken von Maracaibo umschließen. Der Gebirgszug schließt außerdem viele Hochbecken um 2700 m ein, darunter auch das von Bogotá, in dem mehr als 7 Mio. Menschen leben. Zwischen den drei Gebirgssträngen liegen zwei weite Talsenken, die vom Rio Cauca und Rio Magdalene zum Karibischen Meer hin entwässert werden. Beide als Grabenbrüche entstandene Talzüge tragen fruchtbare vulkanische Böden und sind ebenfalls dicht besiedelt. Den größten Teil der Landesfläche nehmen aber die Tiefländer im Osten ein. Hier hat Kolumbien Anteil an den vorwiegend in Venezuela liegenden Ebenen des Orinoco, den Llanos, und am Amazonastiefland Brasiliens. Teilweise versumpfte Ebenen gibt es auch noch an der Karibik- und Pazifikküste.

Klima/Vegetation

Kolumbien hat seiner Äquatorlage entsprechend tropisches Klima. Mehr als zwei Drittel des Landes, die Tiefländer im Osten und an der Pazifikküste sowie die Talsenken der Andenregion, haben feuchtheißes Klima. Die Durchschnittstemperaturen liegen hier zwischen
25 und 30 °C und die jährlichen Niederschläge, die vor allem in den beiden Regenzeiten im Frühjahr und Herbst fallen, erreichen bis 2500 mm. Am Pazifik, im Amazonastiefland und an den vom Passat beeinflussten Westflanken der Anden wuchern deshalb auch tropische Regenwälder. Die Andenregion ist klimatisch von Höhenstufen des Klimas und der Vegetation geprägt.
Am Gebirgsfuß liegt das meist mit Regenwald bedeckte heiße Land („Tierra caliente“).
In etwa 800 bis 2000 m Höhe folgt das gemäßigte Land („Tierra templada“). Hier wird inmitten von Restbeständen der ursprünglichen Bergwälder mit tropischen Hölzern, aber auch Eichen und Kiefern, der berühmte kolumbianische Kaffee angebaut.
Das sich anschließende kühle Land („Tierra fria“) hat angenehme jährliche Durchschnittstemperaturen um 15 °C. Es ist deshalb die am dichtesten besiedelte Region Kolumbiens mit der Landeshauptstadt und den Metropolen Medellin und Cali.
Über 3400 m schließt sich das kalte Land („Tierra helada“) mit kargen Hochweiden an, über das schließlich die Schnee bedeckten Gipfel der Hochanden aufragen.

Wichtige Daten zum Land

Fläche:1 141 748 km²
Einwohner:44,9 Mio.
Bevölkerungsdichte:39 Einw./km²
Bevölkerungswachstum:mit 1,6 %/Jahr rückläufig (Ende der 90er Jahre)
Lebenserwartung:
72 Jahre
Staatsform:Präsidiale Republik
Bevölkerungsgruppen:Mestizen über 50 %, Mulatten 14 %, Weiße 20 %, Schwarze 5 % und weniger als 2 % Indianer
Sprachen:Spanisch als Amtssprache und viele Indianersprachen
Religionen:Katholiken mit mehr als 90 %
Klima:tropisch wechselfeucht mit zwei Regenzeiten, in den Anden Gebirgsklima mit thermischen Höhenstufen
Bodennutzung:Wald 48 %, Weideland 29 %, Ackerland 6 %
Hauptexportgüter:Kaffee, Bergbauprodukte (Gold, Silber, Eisenerz, Kohle), Mineralölprodukte, Bananen, Baumwolle, Schnittblumen
Bruttoinlandsprodukt:7 865 Mio. US-$ (2003)
Wirtschaftssektoren:
(Anteil am BIP 2003)
Industrie 29 %, Landwirtschaft 12 %, Dienstleistungen 58 %
Bruttosozialprodukt:1 810 US-$/Einw. (2003)

Kolumbien gehört zu den politisch instabilsten Ländern der Welt. Die Situation im Land ist durch massenhafte Armut, Arbeitslosigkeit, häufige Terroranschläge und Gewaltakte gekennzeichnet. Ende der 90er Jahre lebten 50 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.

Eine wesentliche Ursache dafür ist die extrem ungleiche Besitzverteilung. So befindet sich das meiste Land in den Händen weniger, zumeist weißer Großgrundbesitzer, die auf ihren Plantagen vor allem die Exportkulturen Kaffee, Zuckerrohr, Baumwolle und Bananen produzieren. Kolumbien ist nach Brasilien der weltweit größte Kaffee-Exporteur.

Die Masse der Bauern verfügt dagegen nicht über den zur Ernährung notwendigen Boden. Häufig ist Landflucht der einzige Ausweg. Die Städte, in denen mittlerweile drei Viertel der Kolumbianer leben, platzen förmlich aus den Nähten. Das hat zu unvorstellbarer Wohnungsnot und hohen Kriminalitätsraten in den ausgedehnten Armutsvierteln geführt. In diesen sogenannten Tugurios lebt häufig die Hälfte der Bevölkerung einer Stadt.

In den schwer zugänglichen Regionen sind deshalb Guerillaorganisationen entstanden, die u. a. um gerechtere Landverteilung und soziale Reformen kämpfen. Denen stehen, unterstützt von Militär und Großgrundbesitzern, militärähnliche Gruppierungen gegenüber, die ungefähr ein Drittel des Landes kontrollieren.

Regelmäßig in die Schlagzeilen bringen das Land auch Gewalttaten der Drogenmafia, die Begleiterscheinungen des Drogenhandels sind.
Etwa 75 % der in den USA gehandelten Rauschmittel stammen aus Kolumbien. Man schätzt, dass Drogen wertmäßig die Hauptexportgüter des Landes sind. Die Milliardengewinne tauchen allerdings in keiner Statistik auf.

Durch den Preisverfall für Kaffee auf dem Weltmarkt ist der illegale Anbau von Hanf und des Kokastrauchs, aus denen Marihuana und Heroin gewonnen werden, für die armen Bauern lukrativ und häufig ihre einzige Erwerbsmöglichkeit. Daher ist auch die Rohstoffbasis für die Drogenherstellung in Kolumbien noch relativ sicher.

Die Drogenkartelle haben großen Einfluss auf die Politik, den Staat und die Wirtschaft Kolumbiens gewonnen. Ihre wirksame Bekämpfung wird deshalb durch Korruption sehr erschwert.
In den 90er Jahren konnten zwar die beiden mächtigsten, in Medellin und Cali ansässigen Kokainkartelle zerschlagen werden, Produktion und Handel gehen aber weiter.

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