Oliver Cromwell

OLIVER CROMWELL wurde am 25.04.1599 als Sohn eines niedrigen Landadligen in Huntingdon geboren (Bild 1). Er erhielt eine strenge calvinistische Erziehung, besuchte das puritanische Sidney Sussex College an der Universität Cambridge und studierte anschließend Rechtswissenschaft in London.

1620 kehrte CROMWELL nach Huntingdon zurück, um die Güter seines Vaters zu bewirtschaften.
Im Alter von 30 Jahren verspürte CROMWELL seine spirituelle Erweckung und sah sich als Auserwählter Gottes.

Bürgerkrieg gegen KARL I.

1628 wurde OLIVER CROMWELL in das Parlament gewählt, wo er bis zur Parlamentsauflösung 1629 Huntingdon im englischen Unterhaus vertrat.
Im Jahr 1640 wurde CROMWELL Mitglied des Langen Parlaments. Er entwickelte sich zu einem der führenden Köpfe der antimonarchischen Opposition, die gegen König KARL I. und dessen absolutistisches Regiment ankämpften.
Spannungen zwischen dem puritanisch dominierten Parlament und dem König führten 1642 zu einem Bürgerkrieg. Der Krieg gegen den König sah CROMWELL als seine religiöse Pflicht an und übernahm die Organisation des Parlamentsheeres. In East Anglia stellte er seine eigene schlagkräftige puritanische Reitertruppe, die „Ironsides“, zusammen. Mit diesen Truppen schlug er am 02.07.1644 die Royalisten bei Marston Moor und wurde 1645 zum Kavalleriekommandanten der New Model Army des Parlaments ernannt.

OLIVER CROMWELL (1599–1658)

In der Schlacht bei Naseby am 14.06.1645 erkämpfte CROMWELL einen Sieg über die königliche Armee.
Mit der Flucht des Königs am 11.11.1647 aus der Gefangenschaft der Parlamentarier und seiner Allianz mit den Schotten brach CROMWELL die Verhandlungen mit KARL I. ab. Der Bürgerkrieg entflammte von Neuem. Im August 1648 besiegte CROMWELL die in England einfallenden Schotten in der Schlacht bei Preston und nahm den König erneut gefangen. Mit diesem Sieg endete der Bürgerkrieg zwischen dem puritanischen Parlament und den Royalisten zugunsten der sittenstrengen Puritaner. Diese gewannen die politische und religiöse Vormachtstellung in England, und OLIVER CROMWELL entfernte alle royalistischen Mitglieder am 06. und 07.12.1648 mit Waffengewalt aus dem Parlament. 1649 schaffte das neue puritanische Rumpfparlament die Monarchie ab. Da sich KARL I. weigerte, einer konstitutionellen Monarchie zuzustimmen, wurde er im Januar 1649 durch einen vom Rumpfparlament gebildeten Gerichtshof wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und am 30.01.1649 hingerichtet.

Errichtung des Commonwealth

Das englische Königreich wurde in „Commonwealth of England“ umgenannt. Dabei handelte es sich um einen republikanischen Staat, den CROMWELL als Vorsitzender des Staatsrates diktatorisch leitete. CROMWELLS erstes Ziel lag in der Unterwerfung von Schottland und Irland. Den irischen Aufstand von 1648 ließ er im Massaker von Drogheda blutig niederschlagen. In der Zwischenzeit hatten die Schotten KARL II. zum Nachfolger seines Vaters proklamiert. 1650 besiegte CROMWELL die Schotten bei Dunbar und verfolgte KARL II., der in England eingefallen war. In der Schlacht bei Worcester am 03.09.1651 vernichtete CROMWELL das royalistische Heer. Irland und Schottland wurden vom Commonwealth annektiert.

Ablösung des Commonwealth durch das Protektorat

Um die politischen und religiösen Konflikte mit dem Parlament zu beenden, löste CROMWELL 1653 das Rumpfparlament auf und berief das „Barebones Parlament“, das jedoch nur vom 04.07 bis 12.12.1653 bestand.
Am 16.12.1653 gab CROMWELL England mit dem „Instrument of Government“ die erste geschriebene Verfassung, und das Commonwealth wurde durch das Protektorat ersetzt. CROMWELL übernahm mit der Position des Lordprotektors eine quasimonarchische Stellung an der Spitze dieses Einkammerparlaments und herrschte teilweise mit diktatorischen Mitteln. Um seine politischen Ziele durchzusetzen, ließ er das Parlament mehrfach auflösen. Im Jahr 1657 lehnte CROMWELL den ihm angebotenen Königstitel ab, beanspruchte jedoch das Recht, seinen Nachfolger zu bestimmen.

Englands Weg zur Handelsmacht

OLIVER CROMWELL bereitete mit seiner Außenpolitik den Weg Englands zur Großmacht vor. Die vorteilhafte geografische Lage, die beste Entfaltungsmöglichkeiten für die Seeschifffahrt bot, gewährleistete die englische Erweiterung als Handelsmacht.
Durch den Ausbau der englischen Seemacht ab 1649 war England zum Antritt gegen die niederländische Handelsrivalität und die See- und Kolonialmacht Spanien gerüstet.
Am 09.10.1651 erließ das englische Parlament zum Schutz der englischen Seefahrt die Navigationsakte. Sie legte fest, das europäische Güter nur auf englischen oder Schiffen den Erzeugerlandes, überseeische Waren ausschließlich auf englischen Schiffen eingeführt werden durften. Daraufhin kam es zum englisch-niederländischer Seekrieg von 1652–1654, der mit einem Sieg Englands endete. Im Vertrag von Westminster 1654 mussten die Niederlande die Vormachtstellung Englands anerkennen.
CROMWELL wandte sich nun gegen die See- und Koloniemacht Spaniens. 1655 besetzte er die spanische Kolonie Jamaika. Mit der Eroberung des spanisch-niederländischen Dünkirchen im Jahr 1658 kam England wieder in den Besitz eines Stützpunktes auf dem europäischen Kontinent.

KARL I. (1600–1649)

OLIVER CROMWELL stirbt in London

OLIVER CROMWELL, Staatsmann und Heerführer, Lordprotektor des Commonwealth of England, Schottland and Irland, starb am 3. September 1658 in London und wurde in der Westminster Abbey begraben. Sein Sohn und Nachfolger RICHARD CROMWELL war nicht in der Lage, als Lordprotektor die Machtposition zu behaupten, die sein Vater errungen hatte.
Es kam rasch zum Zerfall der Republik, sodass die Wiedereinsetzung der Monarchie durch KARL II. 1660 allgemein begrüßt wurde (Bild 2). Nach der Restauration der Westminster Abbey im Jahr 1661 wurde die Leiche OLIVER CROMWELLS auf Anordnung von König KARL II. geschändet.

KARL II. (1630–1685)

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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