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Andy Warhol, eigentlich Andrew Warhola


* 6. August 1928 in Pittsburgh
† 22. Februar 1987 in New York

ANDY WARHOL wurde mit seiner Selbstinszenierung zur gefeierten Figur der Pop-Generation und zu einem begehrten Medienstar.
 

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ANDY WARHOL – Kultfigur der Pop-Generation

ANDY WARHOL, eigentlich ANDREW WARHOLA, wurde am 6. August 1928 als Sohn von Einwanderern aus dem Gebiet der heutigen Ostslowakei in Pittsburgh geboren.

Nach einer Ausbildung als Schaufensterdekorateur und einem Grafikdesignstudium am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh ging er 1949 nach New York. Dort arbeitete er zunächst erfolgreich als Werbegrafiker und Illustrator, bevor er in den 1960er-Jahren als führender Vertreter der amerikanischen Pop-Art hervortrat.

Für seine Bilder übernahm er Motive aus der Alltagswelt, aus der Werbung oder Fotografien aus Massenmedien und reproduzierte sie in Variationen. Seit 1962 erarbeitete er die meisten Bilder gemeinsam mit seinen Mitarbeitern in seiner „Factory“ genannten kollektiven Arbeits- und Wohnstätte, die innerhalb New Yorks mehrmals den Standort wechselte: 1963 bis 1968 East 47th Street, 1968 bis 1974 Union Square West, 1974 bis 1981 Broadway, ab 1981 Madison Avenue. Ab 1963 produzierte WARHOL auch Filme.

Konsequenter als alle anderen erhob ANDY WARHOL die Pop-Art zu seinem Lebensstil und wurde mit seinen Werken zum Inbegriff einer kommerziellen Kunst. Er erkannte früh die Mechanismen einer Gesellschaft, in der Stars an die Stelle von Heiligen treten. Ihr Leben wird zur Legende, sie erscheinen in unüberschaubarer Zahl auf Plakaten, in Zeitungen und Zeitschriften oder in der U-Bahn. ELVIS PRESLEY, LIZ TAYLOR oder MARILYN MONROE sind solche Gestalten, die WARHOL wiederholt auch in seine Kunst übernimmt.

Wie kaum ein anderer Künstler inszenierte er sich auch selbst konsequent in der Öffentlichkeit als Kunstwerk: Perücke, Sonnenbrille, Schminke, schwarze Kleidung, wilde Partys. Die von allen Museen begehrten Bilder aus der Welt des amerikanischen Konsums machten ihn zu einem Medienstar.

In die Schlagzeilen geriet er aber auch ungewollt: Am 3. Juni 1968 feuerte VALERIE SOLANAS, eine frühere Mitarbeiterin, mehrere Schüsse auf WARHOL ab. Eine Notoperation rettete sein Leben. Die Rundfunkanstalten unterbrachen ihre Programme und die Morgenzeitungen berichteten auf den Titelseiten über das Attentat. Diese Publicity währte allerdings nur kurz. Denn einen Tag später wurde ROBERT F. KENNEDY, der demokratische Präsidentschaftskandidat und Bruder des ermordeten amerikanischen Präsidenten JOHN F. KENNEDY, Opfer eines Mordanschlags in Los Angeles, an dessen Folgen er zwei Tage später starb.

Von WARHOL gingen in der bildenden Kunst und im Film nachhaltige Impulse aus. Immer wieder scharte er Gleichgesinnte und Gruppen um sich, die in seiner „Factory“ seine Ideen und Konzepte realisierten. WARHOL starb am 22. Februar 1987 in New York.

„Ikonen“ der Alltagswelt

WARHOL entnahm die Vorlagen für seine Bilder der vor allem amerikanischen Alltagswelt : Comic Strips, Konsumartikel (Konservendosen, Coca Cola-Flaschen), Idole (ELVIS PRESLEY, MARILYN MONROE, JACKIE KENNEDY) oder schockierende Ereignisse aus der Tagespresse und den Medien (Autounfälle, Flugzeugabstürze, Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl).

Für seine bildnerische Umsetzung dieser Motive, deren Details er mitunter auch stark vergrößerte, benutzte WARHOL die für ihn zum „Markenzeichen“ gewordene Technik des Siebdrucks. Dieses Produktionsverfahren war für ihn eine bewusst eingesetzte populäre Wiedergabeform, die den plakativen Charakter seiner Arbeiten steigerte und den Stellenwert eines Originals infrage stellte.

Auch für das Bild „Two Elvis“ (1963; Köln, Museum Ludwig) benutzte WARHOL die Technik des Siebdrucks. Gemeinsam mit der Doppelung des Motivs – die Wiederholung oder die geringfügige Variation eines Motivs hat er bisweilen bis auf über zwanzig Mal hochgetrieben, wie in „Fünfundzwanzig farbige Marilyns“ (1962; Fort Worth, Modern Art Museum of Fort Worth) – setzte er hier seine wesentlichen Gestaltungsmittel ein.

Sie unterstreichen, dass es dem Künstler nicht darum geht, einen Menschen aus Fleisch und Blut zu porträtieren, sondern moderne Helden zu inszenieren, auf die Wünsche, Sehnsüchte und Klischees projiziert werden können: ELVIS PRESLEY, das Idol der Teenager, hier gezeigt als Schauspieler im Western „Flammender Stern“ (1960) in heroischer Pose mit gezogenem Revolver und lasziv geöffneten Beinen wie bei dem berühmten Hüftschwung des Rock ’n’ Roll-Sängers.

Man kann in WARHOLs Bildern auch eine Würdigung und kritische Fortführung der Gedanken sehen, die WALTER BENJAMIN in seinem berühmten Essay „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ (1936) geäußert hatte: Indem Lithographie, Druckverfahren, Fotografie und Film die massenhafte und billige Vervielfältigung und Verbreitung von Bildern und Abbildern ermöglichten, hätten sie die Einmaligkeit, die „Aura“ des Originals, des „echten“ Kunstwerks aufgehoben und es zur Massenware degradiert.

WARHOLs Bilder sind letztlich Reproduktionen, die bewusst auf Originalität und persönliche Handschrift des Künstlers verzichten. Um die Produktivität bei der Herstellung dieser Siebdrucke zu erhöhen, beschäftigte der Künstler im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Assistenten, sodass in der „Factory“ beispielsweise von August bis Dezember 1962 etwa 2 000 Bilder fabriziert werden konnten.

Ironische Kritik an der Malerei und filmische Experimente

WARHOLs Kritik an der Malerei und sein Sinn für Ironie wird besonders in den um 1962 entstandenen „Do-it-your-self“-Bildern deutlich. Diese Landschafts- und Blumenbilder sind durch schwarze grafische Linien in Felder eingeteilt, die mit Nummern versehen sind und zum farbigen Ausmalen anleiten sollen. Dieses „Malen nach Zahlen“ wie es auch heute noch für Kleinkinder oder „Sonntagsmaler“ in Heften angeboten wird, brachte WARHOL auf große Leinwände und damit in die Museen.

In den von WARHOL seit 1963 produzierten Experimental- und Undergroundfilmen, wie etwa in dem achtstündigen Film „Sleep“ (1963) oder in „Empire“ (1964) tritt mit den langen Kameraeinstellungen die eigentliche Story in den Hintergrund. Der Akzent liegt auf der Wahrnehmung einer Person und ihres Verhaltens. Später wich das Improvisatorische mehr und mehr einer strengeren Handlungsführung wie in „Flesh“ (1968). Ab 1967 arbeitete WARHOL auch mit der Rockgruppe „Velvet Underground“ zusammen.

Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Andy Warhol, eigentlich Andrew Warhola." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/kunst/artikel/andy-warhol-eigentlich-andrew-warhola (Abgerufen: 19. May 2025, 21:52 UTC)

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