Druckgrafik: Begriff

Grafische Gestaltungsmittel sind z.B. Linie, Schraffur, Struktur und Hell-Dunkel.

Diese Originalgrafiken sind eigenständig entstandene Kunstwerke und nutzen lediglich die grafischen Drucktechniken und den Vorgang des Druckens zur Erreichung eines bestimmten künstlerischen Ausdrucks.

Drucken

Als Drucken wird der Vorgang bezeichnet, bei dem mittels spezifischer Verfahren des Anpressens oder Drückens von einer Druckform Farbe auf einen Bedruckstoff übertragen wird. Dabei entsteht ein seitenverkehrtes Bild.
Bedruckstoffe i.d.S. sind

  • Papier,
  • Pappe,
  • Karton, aber auch
  • textile Gewebe.

Der Druckprozess, worunter man das

  • Einfärben,
  • Anpressen,
  • Abziehen

versteht, ist aufgrund der Dauerhaftigkeit der Druckform und der immer gleichen Verfahrensweise wiederholbar und dient der Vervielfältigung der entstehenden Grafik. Abzugrenzen ist der Begriff des künstlerisch-handwerklichen Druckens von den Druckverfahren der polygrafischen Industrie. Druckverfahren der polygrafischen Industrie dienen vor allem der Vervielfältigung von Informationen (Bild und Text).

Nach dem unterschiedlichen Aufbau der Druckstöcke mit druckenden und nicht druckenden Teilen ergeben sich die vier Drucktechniken:

  • Hochdruck,
  • Tiefdruck,
  • Flachdruck und
  • Durchdruck.

Jedes im Druckprozess entstehende Blatt wird als Abzug bezeichnet. Der Künstler entscheidet über die Gesamtanzahl der Blätter, die von einer Druckform entstehen (Auflage). Die Materialabnutzung der Druckform kann die Auflagenzahl begrenzen.
Bei Hochdruckgrafiken liegt die Auflagenhöhe etwa zwischen 20 und 100 Abzügen.

Original oder Reproduktion?

Während in der Malerei und in der Plastik die einmalig geschaffenen Kunstwerke als Original bezeichnet werden, stellt sich im Bereich der Grafik die Frage nach dem Original anders. Die Einmaligkeit besteht hier in der Ausarbeitung einer eigenständigen künstlerischen Idee, die nur mithilfe drucktechnischer Verfahren umgesetzt werden kann.

Als Original-Druckgrafiken gelten deshalb alle Werke, deren Druckform vom Künstler selbst geschaffen wurde. Jedes Blatt muss die Signatur des Künstlers tragen. Die Gesamtauflage und Seriennummer sind mit Bleistift notiert. So bedeutet die Kennzeichnung 12/50, dass das vorliegende Blatt der zwölfte Druck von fünfzig ist.

Um ganz sicher zu gehen, dass die Druckplatte nach der festgelegten Auflage nicht weiter benutzt wird, ist es üblich, die Druckplatte mit Durchkreuzungen unbrauchbar zu machen.

Von Reproduktionen spricht man, wenn ein eigenständiges künstlerisches Vorbild, eine Original-Druckgrafik, ein Gemälde und Ähnliches auf fotomechanischem Wege (analog oder digital) kopiert und drucktechnisch vervielfältigt wird.

Auf der Bühne; Zweite Fassung, Entwurf: EDGAR DEGAS, Ausführung: EDGAR DEGAS, 1877,Weichgrundradierung (Vernis mou), 103 x 128 mm, San Francisco (California), Stiftung Achenbach,

Auf der Bühne; Zweite Fassung, Entwurf: EDGAR DEGAS, Ausführung: EDGAR DEGAS, 1877,Weichgrundradierung (Vernis mou), 103 x 128 mm, San Francisco (California), Stiftung Achenbach,

Druckgrafik Begriff - Weichgrundradierung

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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