Entwicklungsschritte der Malerei

Ursprünge der Malerei

Die dem Totenkult dienende ägyptische Malerei ist flächenbetont; die Vielfalt der Erscheinungswelt ist durch strenge Regeln in eine feste Ordnung gebannt.

Ägyptische Grabmalerei: Isis breitet ihre Flügel aus.

Hingegen wurde von der griechischen Malerei selbst im linearen Körperumriss noch die raumgreifende Qualität des Plastischen mitgestaltet; erhaltene Zeugnisse liefert vor allem die Vasenmalerei.

Wirklichkeitsnähe erreichte die römische Malerei durch körperhaftes Modellieren und perspektivische Verkürzungen. Beim frühchristlichen Mosaik und bei der mittelalterlichen Buch-, Wand- und Glasmalerei war hingegen die körperlich-räumliche Realität von der Fläche und der Darstellung des Übersinnlichen bestimmt.

Entwicklung plastischer und räumlicher Werte

Erst mit GIOTTO suchte die Malerei am Anfang des 14. Jahrhunderts die Vermittlung plastischer und räumlicher Werte.

GIOTTO DI BONDONE: Freskenzyklus in der Arenakapelle in Padua (Scrovegni-Kapelle),Szene: „Maria Geburt“;1304–1306, Fresko;Padua, Cappella degli Scrovegni all'Arena.

Die Renaissance verstärkte diese durch die geradezu tastbare Modellierung der Körper, das harmonische Maß der Dinge und die Anwendung der neu entdeckten Perspektive zur Darstellung eines kontinuierlichen Raumes. Die Diskrepanz zwischen plastisch-modellierter Nähe und flächig oder in Schichtung hinterlegter Ferne wurde im 16. Jahrhundert überwunden: Die malerische Gestaltungsweise LEONARDO DA VINCIs und der venezianischen Maler verschmolz Figur und Raum durch das Medium der Farbe in ein körperhaft empfundenes, kontinuierlich sich erstreckendes Ganzes, an dem auch die Atmosphäre teilhat.

ANTONELLO DA MESSINA: „Kreuzigung“;1455, Tempera auf Holz, 39 × 23,5 cm;Bukarest, Muzeul de Arta.

Nachdem bereits im 16. Jahrhundert neben religiösen zunehmend profane Themen (Landschaftsmalerei, Porträtmalerei) dargestellt wurden, kristallisierten sich im 17. Jahrhundert einzelne Bildgattungen heraus, so das Architekturbild, die Blumenmalerei, Genremalerei, Marinemalerei, das Gruppenbild, die Historienmalerei, das Interieur, das Stillleben, Tierdarstellungen und Vedute.

JAN BRUEGEL D. Ä.: „Blumenstrauß“;1. Viertel 17.  Jh., Öl auf Holz, 125 × 96 cm;München, Alte Pinakothek.

Im Barock bildete die den architektonischen Rahmen überspielende illusionistische Deckenmalerei mit dem Baukörper, den Säulen und Altären eine Einheit. Neben die Ateliermalerei, für die allenfalls Skizzen in der freien Natur angefertigt wurden, trat seit Beginn des 19. Jahrhunderts in zunehmendem Maße die Freilichtmalerei.

BARTOLOMÉ ESTEBAN PEREZ MURILLO: „Kinder beim Würfelspiel“;1665–1675, Öl auf Leinwand, 140 × 108 cm;München, Alte Pinakothek.

Einen epochalen Einschnitt bedeutete der Verzicht auf Abbildlichkeit in der abstrakten Kunst, die im frühen 20. Jahrhundert neben die Auseinandersetzung mit der Realität trat und die Gestaltungsmittel Farbe, Linie und Fläche ebenso selbstständig handhabte wie das Objekt und den Entwurf.

AUGUST MACKE: „Garten am Thuner See“;1913, Öl auf Leinwand, 49 × 65 cm;Bonn, Kunstmuseum.

Nach dem Zweiten Weltkrieg treten die unterschiedlichsten Formen und Ausdrucksvarianten in der Malerei auf und entwickeln sich bis heute weiter.

Daneben gibt es Künstler, die mit ihrer Auffassung das 20. Jahrhundert stark mitgeprägt haben, wie

  • PABLO PICASSO,
  • PIET MONDRIAN,
  • ANDY WARHOL,
  • GEORG BASELITZ u. a.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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