Objekte dehnen, stauchen, neigen und drehen in Zeichenprogrammen

Objektmanipulationen ohne Veränderung der Grundform

Zeichenprogramme bieten die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Ausrichtung und Gestaltung von Objekten an. Eine besondere Gruppe von Objektmanipulationen sind solche, bei denen die Grundformen unverändert bleiben. Hier lassen sich wiederum zwei Arten von Funktionen herausstellen:

  • Funktionen, die unmittelbar auf die Geometrien der Objekte einwirken. Hierzu zählen beispielsweise das Vergrößern und Verkleinern. Mit dem Dehnen, Stauchen und Neigen sind weitere Varianten dieser Art gegeben.
     
  • Funktionen, die lediglich die Lage der Objekte innerhalb des gesamten Bildes verändern. Ein typischer Vertreter dafür ist neben dem Verschieben und Spiegeln das Drehen.

Änderung der Geometrien von Objekten

Die Objektabmessungen für Veränderungen lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise ändern:

  • In komfortablen Programmen (in CAD-Programmen ist dies geradezu ein notwendiger Standard) kann man genaue Werteinträge für Millimeter, Zoll, Pixel, Zentimeter und andere Maßeinheiten festlegen. Dafür sind dann entsprechende Dialogfenster vorhanden.

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Maßgenaue Größenänderung über Dialogfenster

  • Alternativ können die Längenänderungen oft auch als Prozentwerte eingetragen werden. Die Funktionen hierfür können als Schalter oder ebenfalls in Dialogfenstern (s.o.) zur Verfügung stehen.
     
  • Mit geringerem Anspruch bezüglich der Maßhaltigkeit sind diese Manipulationen ansonsten intuitiv über die Anfasser umsetzbar. Manche Programme stellen hierfür ganz spezielle Anfasser zur Verfügung.

Eine Größenänderung von mehreren Zehnerpotenzen kann

  • proportional oder
  • unproportional

erfolgen. Proportionale Änderungen der Objektgröße bewirken, dass das Verhältnis von Höhe und Breite ensprechend dem Original erhalten bleibt. Unproportionale Änderungen hingegen wirken sich auf die Höhe und Breite unterschiedlich aus und verzerren somit das Abbild.

Veränderungen über die Anfasser können sowohl proportionale Größenänderungen als auch ein Stauchen, ein Dehnen oder auch ein Spiegeln des Objektes bewirken. Die Grenze zwischen der einfachen Verzerrung von Länge, Breite und Größenänderung einerseits und dem Spiegeln andererseits ist fließend.

Solange der Festhalter (mit der Maus festgehaltener Anfasser) nicht die gegenüberliegende Körperkante überschreitet, wird das Objekt in der jeweiligen Richtung bis zu einer Entfernung von Null gestaucht. Erst, wenn mit der Maus der Anfasser über diese Kante hinweg gezogen wird, erscheint das Objekt in seiner Größe stets abhängig von der Zugweite gespiegelt. Wird andererseits der Anfasser vom Objekt geradezu wegbewegt, dehnt sich der Körper in der jeweiligen Angriffsrichtung.

Je nachdem, ob die mittleren Anfasser an den Seiten der Markierung oder die mittleren Anfasser oben und unten bedient werden, ergeben sich horizontale bzw. vertikale Dehnungen oder Stauchungen. Über die Anfasser an den Ecken des imaginären Markierungsvierecks lassen sich stufenlos Verkleinerungen oder Vergrößerungen in proportionaler Weise erzeugen.

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Eine andere Formänderung, die ebenfalls nicht die Grundstruktur von Objekten berührt, ist das Neigen. Das imaginäre Viereck wird dabei in ein Parallelogramm verwandelt, bei dem eine Seite auf einer der imaginären Geraden des Markierungsvierecks verschoben wird. Man unterscheidet je nach Angriffsrichtung zwischen horizontalen und vertikalen Neigungen. Einige Programme bieten darüber hinaus auch noch die Möglichkeit an, beide miteinander zu kombinieren.

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Horizontal und vertikal kombiniertes Neigen

 

Beispiel für das horizontale und vertikale Neigen eines Objektes

Beispiel für das horizontale und vertikale Neigen eines Objektes

Neigungen können über spezielle Anfasser interaktiv mit der Maus verwirklicht werden. Zum präzisen Neigen stehen oft Dialogfenster zur Verfügung, die ein maßgenaues Arbeiten über entsprechende Maß- oder Prozentangaben ermöglichen.

Änderung der Lage von Objekten

Die Lage von Objekten kann nicht nur durch Verschieben oder Spiegeln, sondern auch durch Drehen verändert werden. Von der Aktion betroffen ist nur der jeweils markierte Teil der Grafik.

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Ähnlich wie bei den oben beschriebenen Funktionen kann auch das Drehen über verschiedene Mechanismen erfolgen. In der Regel stehen diverse Schalter und Menüpunkte zur Verfügung. Bei sehr einfachen Programmen erfolgt das Drehen in festgelegten Winkelschritten (45° oder ein Vielfaches davon). Es kann rechtsläufig und linksläufig gedreht werden.

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Besser ausgestattete Programme bieten darüber hinaus die freie Wahl des Drehwinkels an, indem Dialogfenster für eine maßgenaue Werteintragung zur Verfügung gestellt werden. Das Drehen kann ebenfalls über spezielle Anfasser erfolgen. Diese werden in Form von Doppelpfeilen sichtbar, die die Änderungsrichtungen angeben. Das Drehen über Anfasser ist sinnvoll, um den Winkel intuitiv den Wünschen angepasst einzurichten. Der Drehpunkt kann dabei mit der Maus an beliebige Stelle gezogen werden.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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