Salsa

Salsa – eine pan-lateinamerikanische Tanzbewegung

Salsa wurde aus einer Begegnung von kubanischer und puertoricanischer Musik mit dem Big Band-Jazz in den lateinamerikanischen Barrios von New York geboren. Heute ist sie eine globale Musik, die sich in der gesamten Karibik, Latein- und Nordamerika riesiger Popularität erfreut und auch in Europa und Japan gefeiert wird. Salsa ist für die Latinos, d.h. die Lateinamerikaner in New York und Puerto Rico, das geworden, was für die Schwarzen der Soul bedeutet.

Von der kubanischen conjunto-Unterhaltungsmusik zum New Yorker Salsa-Sound

Salsa ist die Weiterentwicklung der „Latin Music“ aus der kubanischen conjunto-Unterhaltungsmusik der 1940er- und 1950er-Jahre und mit Mitteln der Modernisierung überlieferter Tänze wie Son, Rumba, Mambo, Merengue, Charanga, Cha-Cha-Cha und anderen mehr.

Das Wort „salsa“ bedeutet „Sauce“ und spielt auf eine scharfe, würzige Chili-Sauce in der Mischung von „heißen“ Rhythmen, Tänzen und Klangfarben an. New York war der besondere Nährboden und Schmelztiegel dieser pan-lateinamerikanischen Musik. Sie gab den Latinos und den spanischsprechenden „Hispanics“, die mit über drei Millionen in New York die größte ethnische Gruppe darstellt, ein neues Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Salsa wird oft von „Latin Music“ abgegrenzt durch den New Yorker Sound, der in den späten 1960er-Jahren sich hervortat durch die neuen Techniken der Tonaufnahmestudios, wie etwa der Fania Records, gegründet 1964 in Manhattan.
Die klassischen kubanischen Big-Band-Arrangements des kubanischen Repertoires wurde hierbei mit Unterstützung von Schallplattenproduzenten um die puertoricanischen Rhythmen und Klassiker wie TITO PUENTE erweitert und zugleich dynamischer, straffer und schwungvoller in größeren Formationen arrangiert. Der rhythmische Puls (clave) der 1940er-Jahre hatte sich in der Geschwindigkeit bis 1980 fast verdoppelt.

Der Allerweltsbegriff Salsa bezeichnet für die Latinos in der Diaspora auf der ganzen Welt inzwischen nicht nur die populärsten lateinamerikanischen Tanzrhythmen, sondern bedeutet für sie zugleich auch eine Brücke zwischen Tradition und Moderne. 1962 erschien ein Album „Salsa nova“ von PUPI LEGARRETA. Angeblich soll im Radio ein venezuelanischer DJ den Begriff geprägt haben, doch bewirkte die Kommerzialisierung lateinamerikanischer Tanzmusik durch den Gründer von Fania Records, der die bedeutendsten Sänger, Texter und Bandleader unter Vertrag nahm, sowie das in Mode geratene Vertriebssystem der Musikboxen einen weltweiten Auftrieb.

In den 1960er- anfangs 1970er-Jahre gab es einen ersten Boom in den Medien: Die New Salsa Music eroberte das Fernsehen mit den besten Latin Stars in einer TV Show. Im Hinblick auf die eher anspruchslosen Texte, die über Liebe, Tanz, Serenade, Freude, Heimat und dergleichen handeln, wurde oft beklagt, dass die Musik die Latinos damit eher einlulle, anstatt sie auf ihre soziale Wirklichkeit in den Armenvierteln aufmerksam zu machen.

Das Salsa-Ochester und die clave-Rhythmusformel

Das Salsa-Orchester ist eine Weiterentwicklung des kubanischen son-conjunto, einem Ensemble, das sich noch vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelte und aus zwei bis drei Trompeten, Bongos, einer einzelnen Conga-Trommel, Bass, Piano und einem Gitarreninstrument und einem Sänger bestand. Im Allgemeinen ist aus einem modernen Salsa-Orchester eine bis zu zwanzig Musiker umfassende Big Band geworden. Es weist ein bis zwei führende Vokalstimmen (soneros) auf, zwei bis fünf Blechblasinstrumente, Piano, Kontrabass, ein Paar Conga-Trommeln, ein weiteres Trommel-Set (timbales), Bongos, eine Kuhglocke und verschiedene kleinere in der Hand gehaltene Perkussionsinstrumente wie Gefäßrasseln (Maracas) oder Schraper (Guiro) und die obligaten Holzschlagstöcke (Claves).

Im Wechsel von Ruf- und Antwort wechseln sich Vorsänger (sonero) und Chor (coro) ab. Der Chor wird von Mitgliedern der Band ausgeführt. Der Vorsänger markiert in der Regel auf den beiden Holzstöcken (claves) das Rhythmus-Muster im 4/4-, seltener in einem 6/8-Takt.

Die einzelne rhythmische Formel wird clave genannt. Der Rhythmusformel des 4/4-Taktes heißt son clave. Sie wird präzise durch das ganze Stück durchgehalten und gilt als Referenzpunkt für alle Musiker.

Man unterscheidet unter den bekanntesten Rhythmusmustern den son clave mit 3+2 Schlägen vom son clave mit 2+3 Schlägen.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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