Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V.

In der Entwicklungspolitik ergänzen sich staatliche und private Entwicklungszusammenarbeit. Die Zusammenarbeit des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit den deutschen Nichtregierungsorganisatione (NGOs) spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Vorzug der NGOs besteht vor allem

  • in ihrer Nähe zu armen, unterprivilegierten Bevölkerungsschichten,
  • im ehrenamtlichen Engagement vieler Bürgerinnen und Bürgern sowie
  • in der Mobilisierung von Selbsthilfe und Eigeninitiative.


VENRO als Dachverband der NGOs

Am 19.12.1995 wurde der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. (VENRO) als Dachverband der NGOs gegründet. Er ist ein freiwilliger Zusammenschluss von mehr als 100 deutschen NGOs, von denen die meisten bundesweit tätig sind. Lokale Initiativen werden durch NGO-Landesnetzwerke repräsentiert, die ebenfalls Mitglieder des VENRO sind. Der Verband vertritt damit etwa 2 000 große, mittlere und kleine NGOs. Die VENRO-Mitglieder tragen mit ihren spezifischen Aufgabenfeldern zur Vielfalt des Profils des Verbandes bei. Grundlage der Zusammenarbeit ist die Achtung der Autonomie der einzelnen Mitgliedsorganisationen.

Ziele und Aufgaben

VENRO wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit der vielen verschiedenartigen NGOs untereinander und mit den Trägern der öffentlichen Entwicklungspolitik zu fördern sowie die entwicklungspolitischen Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene zu koordinieren und zu intensivieren. Hauptaufgabe des Verbandes ist, eine einheitliche, abgestimmte Entwicklungspolitik anzustreben und diese tiefer in der Gesellschaft zu verankern. Nach den Vorstellungen von VENRO wird eine zukünftige Entwicklungspolitik im Sinne der auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro verabschiedeten Agenda 21 angestrebt, die auf den Ausgleich zwischen den Reichen und den Armen der Welt, zwischen den Geschlechtern und den Generationen zielt. Auf dieser Grundlage setzt sich VENRO für eine globale Strukturpolitik ein, die die Förderung von Projekten und Programmen in den Entwicklungsländern ergänzt.

Wichtige Aufgaben sind:

  • die Kräfte und Erfahrungen der NOGs zu bündeln;
  • den Dialog und Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern zu intensivieren;
  • die gemeinsam definierten Interessen und Positionen der Verbandsmitglieder gegenüber der Öffentlichkeit sowie staatlichen Stellen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene, der EU sowie den internationalen Organisationen zu vertreten;
  • Positions- und Arbeitspapiere zu wichtigen Fragen der Entwicklungspolitik und humanitären Hilfe zu erstellen;
  • den Austausch mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zu fördern, z. B. Gewerkschaften oder Wirtschaftsverbänden;
  • Studientage und Fortbildungsveranstaltungen zu organisieren.

Hinzu kommen die Förderung internationaler Kontakte und die Vertretung der deutschen entwicklungspolitischen NGOs im europäischen NGO-Liaison-Comité und bei der Europäischen Kommission.

Mitgliedsorganisationen

Mitglieder des VENRO sind private und kirchliche Träger der Entwicklungszusammenarbeit, der Nothilfe und der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Mitgliedsorganisationen sind beispielsweise:

  • Ärzte für die Dritte Welt,
  • Ärzte ohne Grenzen,
  • Brot für die Welt,
  • Care Deutschland,
  • Deutsche Welthungerhilfe,
  • Kindernothilfe e. V.,
  • Malteser-Hilfsdienst,
  • Misereor,
  • terre des hommes Bundesrepublik Deutschland,
  • Transfair,
  • Weltfriedensdienst,
  • action medeor e. V.,
  • Deutsches Medikamenten-Hilfswerk,
  • Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V.,
  • Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.,
  • Johanniter-Unfallhilfe e. V.,
  • Johanniter International.
Lexikon Share
Beliebte Artikel
alle anzeigen

Einloggen