Direkt zum Inhalt

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Biologie Abitur
  3. 8 Evolution und biologische Vielfalt
  4. 8.6 Gliederung der Vielfalt (Systematik)
  5. 8.6.5 Reich Plantae Festgewachsene Sonnenkraftwerke
  6. Insekten fressende Pflanzen

Insekten fressende Pflanzen

Pflanzen, die Fleisch fressen, sind sonderbare Geschöpfe der Natur. Eigentlich ernähren sie sich autotroph, sie besitzen Chlorophyll und können mithilfe des Sonnenlichts aus anorganischen Stoffen (Kohlenstoffdioxid und Wasser) organische Stoffe bilden.

Trotzdem erbeuten und verdauen sie Tiere, und zwar mithilfe raffiniert ausgeklügelter Fangmechanismen.

Vertreter dieser Pflanzengruppe sind Sonnentau, Kannenpflanze und Venusfliegenfalle.

Thema nicht verstanden?

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich

  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Jetzt kostenlos mit Kim üben
Your browser does not support the video tag.

Fleisch fressende Pflanzen

Fleisch fressende Pflanzen sind Pflanzen, die sich unterschiedlichen Lebensräumen und unterschiedlichen Klimazonen angepasst haben.

Allerdings werden ihre Lebensräume, wie Sümpfe, Moore und tropische Regenwälder, immer schneller vernichtet und damit auch alle Tiere, die an diese extremen Standorte angepasst sind. Daher unterliegen viele dieser Pflanzen dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen oder sind durch gesetzliche Regelungen der Länder geschützt.

Sonnentau

Der Sonnentau ist eine Insekten fressende Pflanze. Sie wurde bereits im Jahr 1544 als eine solche Pflanze erkannt und ist damit die erste Pflanze in der Geschichte, die als Fleisch fressend beschrieben wurde.

Der rundblättrige Sonnentau gehört zu den wenigen Fleisch fressenden Pflanzen, die in Deutschland wachsen. Er ist eine kleine, eher unscheinbare Pflanze, die in unseren Breiten sehr selten geworden ist. Die Pflanze wächst in Mooren und Feuchtgebieten. Da diese heute oft trockengelegt werden, ist der Lebensraum der Pflanze stark gefährdet und sie steht auf der Roten Liste, für vom Aussterben bedrohte Pflanzen. Den rundblättrigen Sonnentau findet man auf Torfmoos. Die Pflanze bevorzugt den typisch sauren Moorboden und die pralle Sonne. Wenn im Winter die Beleuchtungsdauer und Beleuchtungsstärke sinken, sterben die äußeren Blätter ab. Nur der innere Teil bleibt grün. Aus ihm entwickeln sich im Frühjahr wieder neue Blätter.

Der Sonnentau gehört zu den pfiffigsten Fallenstellern. Die Fangarme des Sonnentaus sind mit vielen Drüsen besetzt, die gestielt und ungestielt sind. Die Drüsen produzieren Schleim sowie Enzyme zur Verdauung. Die Fangarme üben dabei viele Funktionen gleichzeitig aus: Sie sind Lockmittel, ersticken die Beute und verzehren das Opfer anschließend. Die Beute des Sonnentaus sind Insekten. Sie werden durch die in der Sonne glänzenden Tröpfchen angelockt und bleiben am zähen Schleim kleben, wenn sie sich auf dem Blatt niederlassen. Das Hin- und Herzappeln bei Befreiungsversuchen veranlasst benachbarte Tentakel der Fangarme, sich in Richtung Beute zu biegen. Bei einigen anderen Sonnentau-Arten klappt das gesamte Blatt ein. So können die Insekten noch schneller verdaut werden.

Venusfliegenfalle

Die Venusfliegenfalle ist wohl die bekannteste Fleisch fressende Pflanze. Sie hat eine ganz faszinierende Fangmethode entwickelt – mit zwei blitzschnell zusammenschlagenden Blatthälften fängt sie die Tiere ein.

Im Jahr 1769 wurde die Venusfliegenfalle von JOHN ELLIS (1710-1776) entdeckt. Man glaubte zunächst nicht, dass diese Pflanze die Tiere zu ihrem eigenen Nutzen verzehrt. Heute steht fest: Sie frisst tatsächlich Fleisch! Denn man findet nach der Verdauung nur noch Hartteile der Insekten in der Pflanze vor, das Fleisch wurde von Enzymen gespalten. Die Venusfliegenfalle resorbiert die Nährstoffe.

Die Venusfliegenfalle wächst ausschließlich in den Feuchtgebieten von North- und South-Carolina in den USA. Sie blüht im Frühjahr, und zwar bringt sie eine weiße Blüte hervor.

Fangen und Verdauen der Beute

Man spricht beim Fangen und Verdauen der Beute zunächst einmal von 4 Stadien der Falle:

  1. Stadium:

    Die Falle ist offen. Die Pflanze „wartet auf Beute“. Mit den Fühlhaaren auf jeder Blatthälfte erfühlt die Pflanze die Beute. Aber sie schnappt nicht sofort zu, wenn die erste Berührung erfolgt. Sie wartet. Erst wenn in den nächsten 20 Sekunden dasselbe Fühlhaar oder ein anderes berührt wird, schnappt die „Falle“ endgültig zu.

  2. Stadium:

    Ist die Falle nach dem Beutefang geschlossen, ist das zweite Stadium erreicht. Jede Blatthälfte besitzt 14 bis 20 Zähne, die ineinandergreifen und so den Fluchtweg der Beute versperren. Beim Zappeln berührt das gefangene Insekt weitere Auslöseborsten. Dadurch wird die Falle immer enger zusammengepresst, das Beutetier wird eingequetscht. Hat die Falle das Insekt oder eine andere Beute eventuell verfehlt, oder das Tier konnte sich aus der Falle befreien, öffnet sich die Falle nach 1-2 Tagen wieder. Nur mechanische und chemische Reize lösen dann den Verdauungsvorgang aus.

  3. Stadium:

    Das ist das Stadium, in dem die Falle verschlossen bleibt und die Nahrung verdaut wird. Der Verdauungsvorgang dauert ca. 1 bis 2, manchmal auch 3 Wochen.

  4. Stadium:

    Ist der Verdauungsvorgang abgeschlossen, dann öffnet sich die Falle. Jetzt kann die Pflanze erneut Beute fangen, oder aber sie stirbt ab. Jede Falle stirbt nach ca. drei Verdauungsvorgängen oder nach etwa sieben Schließvorgängen. Da die Pflanze aus der verdauten Beute neue Nährstoffe gewinnt, ist sie in der Lage neue Fangblätter zu bilden.

Kannenpflanze

Die Kannenpflanze ist in den tropischen Zonen unserer Erde beheimatet. Die exotischen Fangbehälter, die Kannen, gaben Anlass zu den tollsten Vermutungen. Man sagt, dass in den Kannen schon kleine Affen und kleinere Nagetieren gefangen wurden. Der große Schlund der Kanne scheint diese Vermutungen auch zu forcieren.

Die Kannenpflanzen sind Kletterpflanzen. Bis über 15 m klettern sie hoch hinaus. Übrigens war es CARL VON LINNÉ, der 1753 der Kannenpflanze ihren heute wissenschaftlichen Namen (Nepenthes) gegeben hat.
Die Kannenpflanzen locken ihre Opfer durch Nektargeruch, auffällige Farbkontraste, blütenähnliche Farben u. Ä. in das Falleninnere. Ist die Beute erst einmal im Inneren der Kanne, gibt es kein Entrinnen mehr: die Wände sind glatt und auf dem Grund der Kanne befindet sich eine Flüssigkeit, die die Beute verdaut.

Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Insekten fressende Pflanzen." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/biologie-abitur/artikel/insekten-fressende-pflanzen (Abgerufen: 25. February 2026, 12:23 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Sonnentau
  • Fleischfressende Pflanzen
  • Venusfliegenfalle
  • Bundesnaturschutzgesetz
  • Fleisch fressende Pflanzen
  • insektenfressende Pflanzen
  • Insekten fressende Pflanze
  • Karnivoren
  • Kannenpflanze
Jetzt durchstarten

Thema nicht verstanden?

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich
  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Verwandte Artikel

Inselökologie

Die Artenzahl auf Inseln wird von ihrer Größe, ihrer Entfernung zu Festländern bzw. zu anderen Inseln, ihrer geografischen Lage – insbesondere der geografischen Breite – und ihrer Habitatvielfalt bestimmt. Nach dem Gleichgewichtsmodell von ROBERT MACARTHUR und EDWARD OSBORNE WILSON (1967) stellt sich auf Inseln unter Normalverhältnissen ein Gleichgewicht zwischen Einwanderungsrate und Aussterberate ein.

Da die Evolution auf einer Insel anders verläuft als auf benachbarten Festländern oder auf anderen Inseln, beherbergen Inseln je nach ihrer Isolation einen mehr oder weniger großen Prozentsatz endemischer (nur auf dieser Insel vorkommender) Arten. Einmal können dies Reliktendemiten sein, nämlich Lebewesen, die ursprünglich eine viel weitere Verbreitung hatten und die mangels Konkurrenz auf dieser Insel überleben konnten – wie etwa die Brückenechse auf einigen kleinen Inseln nördlich von Neuseeland – zum anderen können sich eingewanderte Arten isoliert von ihrer Stammart zu neuen Arten weiterentwickeln. Durch Anpassung an unterschiedliche Habitate (Einnischung) können so aus einer Stammart durch adaptive Radiation (rasche Folge von Artaufspaltungen, ausgehend von einem gemeinsamen Vorfahren) viele Tochterarten entstehen (Beispiel: die Darwinfinken auf Galapagos, Fruchtfliegenarten auf Hawai).

Nahrungsbeziehungen

In den verschiedenen Ökosystemen haben sich jeweils spezifische Wechselwirkungen herausgebildet. Bei vielen dieser Beziehungen spielt das Erlangen der Nahrung eine Rolle.
Der Faktor Nahrung und die sich daraus ergebenen Nahrungsbeziehungen (trophische Beziehungen) hat einen großen Einfluss auf die Struktur von Ökosystemen. Daher werden sie häufig genauestens untersucht und dargestellt. Die Beziehungen werden durch Nahrungsketten, Nahrungsnetze und Nahrungspyramiden verdeutlich.

Kriechtiere

Die Kriechtiere gehören zu den Wirbeltieren, sind in Kopf, Rumpf und Schwanz gegliedert und besitzen ein knöchernes Skelett mit Wirbelsäule. Die Fortbewegung ist ein schlängelndes Kriechen (Echsen, Krokodile) oder Schlängeln (Schlangen).

Sie besitzen eine trockene Haut mit Hornschuppen oder Hornplatten. Kriechtiere sind Trockenlufttiere.

Kriechtiere atmen mit einer einfach gekammerten Lunge. Die Fortpflanzung erfolgt durch innere Befruchtung.

Saurier sind Kriechtiere, die in vorangegangenen Erdzeitaltern lebten. Sie besiedelten alle Lebensräume.Weltweit gibt es etwa 6550 Kriechtierarten, davon kommen nur ganze 13 Arten in Deutschland vor. Davon sind über 60 % bestandsgefährdet, darunter die Sumpfschildkröte und die Würfelnatter.

Nachhaltigkeitsstrategie in Deutschland

Ökologische Nachhaltigkeit ist grundlegend darauf gerichtet, die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation zu befriedigen, ohne die Lebenschancen künftiger Generationen zu gefährden.
Der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie in Deutschland liegen mehrere Kriterien zugrunde, so darf die Nutzung einer erneuerbaren Ressource nicht größer sein als ihre Regenerationsrate. Auch die Freisetzung von Stoffen darf nicht größer sein als die Aufnahmefähigkeit der Umwelt. Außerdem muss die Nutzung nicht erneuerbarer Ressourcen so beschränkt werden, dass die Schaffung eines gleichwertigen Ersatzes in Form erneuerbarer Ressourcen ermöglicht wird.
Schließlich muss das Zeitmaß der menschlichen Eingriffe in einem ausgewogenen Verhältnis zu dem natürlichen Prozess stehen.

Nationalpark Harz

Der Nationalpark Harz umfasst alle Höhenlagen, Expositionen und die wichtigsten vorkommenden Gesteinsarten und damit zumindest kleinflächig fast alle im Harz vorkommenden Biotoptypen – z.B. unterschiedlich ausgeprägte Wälder, Moore, Felsen und Blockhalden, Fließgewässer und Grünlandflächen. Die Gesamtfläche beträgt etwa 59 Quadratkilometer.
Der Brocken (1142 m) ist wohl das berühmteste Wahrzeichen des Harzes. Viele Sagen, Märchen, Literatur und Schauergeschichten ranken sich um dieses Stück deutschen Landes. Wer kennt sie nicht die Walpurgisnacht oder das Brockengespenst. Außerdem war der Harz mit dem Brocken ein Symbol der deutschen Trennung.

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2026