Delfin, Entwicklungsgeschichte

Der heutige Delfin (aus der Gattung der Waltiere „Cetacea“) entwickelte sich vor 60 bis 55 Millionen Jahren aus den sogenannten „Urhunden“ (Mesonychiden).

Es waren landlebende Huftiere, die sich im Laufe der Evolution immer mehr dem Element Wasser anpassten. Zunächst im flachen Wasser des Tethys-Meers, später dann an den offenen Ozeanen. Sicher haben sie auch noch viele Millionen Jahre, nachdem sie das Wasser erobert hatten, ihre Jungen an Land zur Welt gebracht.

Die Vorderfüße bildeten sich in Flossen (Flipper) um, die Hinterfüße verschwanden ganz. Der ursprüngliche Schwanz bildete sich ebenfalls zurück. An seine Stelle trat der Unterwasserantrieb der Wale, die Fluke.

Die Urhunde besaßen noch ein Fell, welches sich jedoch zurückbildete. Aber auch heute noch kann man bei neugeborenen Delfinbabys Ansätze von Stoppeln (Schnurrhaaren) an der Schnauze erkennen.

Die sieben Halswirbel sind bei den meisten Walarten zusammengewachsen. Dadurch können sie den Kopf nicht mehr separat bewegen. Die Brustknochen sind nur noch lose mit der Wirbelsäule verwachsen, da sie keinerlei stützende Funktion mehr haben.

Der sich zunächst entwickelnde Wal Archaeoceti dürfte etwa vor
25 Millionen Jahren ausgestorben sein. Inzwischen hatten sich aber andere Arten gebildet, die den heutigen schon sehr ähnlich waren. Ob aber die Bartenwale und die Zahnwale die gleichen Vorfahren hatten, darüber sind sich die Walforscher bis heute nicht einig.

Bereits vor 5 Millionen Jahren war die Entwicklung der heutigen Walfamilien abgeschlossen.

Sie besitzen kein Haarkleid mehr, sind Lungenatmer und bringen lebende Junge zur Welt, die von der Mutter gesäugt werden. Zum Luftholen müssen die Wale an die Wasseroberfläche und atmen durch Nasenöffnungen, die sich oben auf dem Kopf befinden. Auch der stromlinienförmige Körper ist dem Element Wasser hervorragend angepasst. Der muskulöse Schwanz endet in einer breiten, horizontalen Fluke, dem eigentlichen Fortbewegungsorgan, und die ursprünglichen Vorderbeine sind zu Flossen geworden, die den Körper steuern und insgesamt stabilisieren. Ohren, Fortpflanzungsorgane und Milchdrüsen liegen im Körperinneren.

(Für die Entstehung dieses Artikels bedankt sich die Redaktion bei Andrea und Wilfried Steffen sowie bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.).

Schnurrbarthaaransätze bei einem jungen großen Tümmler (Tursiops truncatus) Andrea Steffen (http://www.wale-delphine.de)
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