Insektarium

Halten von Gliedertieren im Insektarium

Wie der Name schon deutlich macht, werden in Insektarien Insekten gehalten. Da man aber auch kleine Krebstiere, Spinnen u. a. Tiere in solchen Käfigen halten kann, müsste der korrekte Name eigentlich Arthropodenkäfig (Gliedertierkäfig) lauten. In diesen Behältern kann man die Lebensgewohnheiten der Tiere und ihre Entwicklung sehr gut beobachten. Die Haltung der Tiere erfordert wenig materiellen und finanziellen Aufwand.

Aus den unterschiedlichen Tieren, die man in Insektarien halten kann, ergibt sich auch der unterschiedliche Bau: Man unterscheidet u. a. Raupenkästen und Ameisenkästen (Formikarien).

Raupeninsektarien und Insektarien für andere Insekten lassen sich relativ leicht anfertigen. Man baut ein Rahmengestell aus Holz (Größe je nach Belieben, mindestens aber eine Grundfläche von 15 cm x 25 cm) und legt einen festen Boden ein. Die Höhe des Insektariums sollte nicht unter 30 cm liegen, denn für die Futterpflanzen der Raupen beispielsweise benötigt man Platz in der Höhe. Dann umspannt man den gesamten Rahmen mit Gaze.

Tipp: Eine ganze Seite des Insektariums sollte als Tür gestaltet werden, um das Insektarium problemlos reinigen zu können. Zur besseren Beobachtung der Tiere kann man eine Seite mit einer Glasscheibe versehen.

Für die Haltung in Insektarien eignen sich u. a. folgende Tiere: Gartenlaufkäfer, Marienkäfer, Küchenschabe, Feldgrille, Wolfsspinne.

Ameiseninsektarien (Formikarien) sind sehr selten an Schulen, obwohl sie eine interessante Beobachtungsmöglichkeit an Staaten bildenden Insekten bieten. Einrichten und Pflege sind mit wenig Aufwand verbunden und auch das Füttern lässt sich leicht organisieren, da Ameisen sich mit leicht zu beschaffenden Süßigkeiten wie Zucker, Honig oder Sirup als Nahrung zufriedengeben. Schabefleisch und tote Insekten vervollkommnen allerdings das Nahrungsangebot. Die Behausung muss völlig dicht sein, die Tiere dürfen keinesfalls entweichen. Um die Ameisen in ihrem Nest gut beobachten zu können, würde sich ein aus Holzleisten bestehender Rahmen anbieten, der im Abstand von 5 bis 10 mm Nuten aufweist, in die zwei Glasscheiben eingepasst werden können.

Für die Gewährleistung einer ausreichenden Lüftung werden in die Holzleisten einige ca. 5 mm große Löcher gebohrt, die mit engmaschiger Drahtgaze abgedeckt werden. Drei bis vier von diesen Glasbehältnissen werden durch sogenannte Biegeglasröhrchen (Durchmesser ca. 5 mm) miteinander verbunden. In dem größeren Kasten befindet sich das Hauptnest der Ameisen, dann gibt es Nebennester und eine separate Futterstelle. In den Nebennestern und im Behältnis der Futterstelle sind die Glasscheiben vollständig in den Rahmen eingelassen, im Hauptnest kann die obere Glasscheibe eingeschoben werden. Dort werden dann die Ameisen eingesetzt, ebenso geeignetes Baumaterial aus einem entsprechenden Ameisenhaufen. Sobald sich die Tiere und das Baumaterial in dem größeren Gefäß befinden, wird die zugeschobene Glasplatte fest verschlossen. Der Zugang zu den Nebennestern wird nun ermöglicht. Die entsprechenden Öffnungen werden mit Gummistopfen verschlossen. Auch die Zugänge zum Futterplatz werden nach dem Füttern immer wieder mit Gummistopfen verschlossen.

Um den Ameisen in ihren Nestern die Dunkelheit zu ermöglichen, werden die Scheiben durch vorgeschobene Pappen an allen Seiten verdunkelt. Nur während der Beobachtung wird die Pappe entfernt. Wichtig für die Ameisen ist das Aufrechterhalten von genügend Feuchtigkeit. Mit einer Pipette wird zu diesem Zweck durch eine entsprechende Öffnung regelmäßig vorsichtig Wasser eingespritzt.

Werden Ameisen in der Natur gesammelt, so hat dies unbedingt unter Beachtung des Naturschutzes und der entsprechenden Gesetze zu geschehen. Auch der für diesen Zweck aufgesuchte Ameisenhaufen soll keinen bzw. den geringstmöglichen Schaden davontragen! Es ist z. B. keinesfalls notwendig, neben den Arbeiterinnen auch eine Königin zu fangen. Es sollten jedoch genügend Puppen mit eingebracht werden. Die Entnahme der Tiere darf auf keinen Fall mit dem Spaten, sondern nur mit den Händen erfolgen. Um sich vor der „Ameisensäure“ zu schützen, sollte man Handschuhe und einen weißen Kittel tragen, bei dem die Ärmel mit Gummiringen an den Handgelenken dicht abgeschlossen sind. Nach dem Fangen wird der Kittel sofort ausgezogen und die daran hängenden Ameisen können auf diese Art und Weise leicht entfernt bzw. abgeschüttelt werden.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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