Konspektieren

Das Wort Konspekt stammt von lateinisch „conspectus“ und bedeutet Blick, Anblick, Betrachtung, schriftliche Übersicht. 

Ein Konspekt ist eine knappe Inhaltswiedergabe eines Textes in eigenen Worten.

Der Konspektkopf enthält die allgemeinen Daten des zu konspektierenden Werkes: Das Konspekt sollte deshalb zunächst mit der Nennung des Werkes und seines Autors beginnen. Wird das Konspekt nicht unter einer bestimmten Frage- bzw. Aufgabenstellung erstellt, bildet die Nennung von Autor und Werk meist die Überschrift. Eine Jahreszahl in Klammern verdeutlicht den Zeitpunkt der Veröffentlichung bzw. der Niederschrift, die Angabe der Textsorte erleichtert den späteren Zugriff auf das Konspekt:
Hier ein Beispiel:

Überschrift:

Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn (1873), Essay

Wichtig ist die anschließende genaue Quellenangabe, aus welcher Ausgabe des Werkes konspektiert wurde:

Quelle:

Nietzsche, Friedrich: Werke in drei Bänden. Band 3, Herausgegeben von Karl Schlechta. München: Hanser, 1954.

oder

Nietzsche, Friedrich: Werke. Kritische Gesamtausgabe, Bd. III.2: Nachgelassene Schriften 1870-1873, Berlin, New York: de Gruyter 1973, 365-384.

Falls Sie das Buch nicht der heimischen Bibliothek entnommen haben, sondern auf öffentliche Bibliotheken zurückgreifen mussten, empfiehlt es sich, den Namen der Bibliothek sowie die Signatur des Buches zu notieren, damit Sie später auf genau diese Ausgabe wieder zugreifen können.

Das Datum des Texterfassens vervollständigt die allgemeinen Daten des Konspekts. Ihren eigenen Namen setzen Sie auf den rechten oberen Rand.

Möglicher Konspektkopf:

 

22.04.2010Thomas Mustermann
Konspekt zu:
Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn (1873), Essay

Textgrundlage: Nietzsche, Friedrich: Werke. Kritische Gesamtausgabe, Bd. III.2: Nachgelassene Schriften 1870-1873, Berlin, New York: de Gruyter 1973, 365-384.

Staatsbibliothek Weserbergland, Signatur: Ph/Ni 2010

 

Übersichtliche Form

Beim Anlegen eines Konspektes sollte man eine übersichtliche Form wählen, die eine logische Gliederung zur Grundlage hat. Dabei ist es durchaus üblich, statt der stichpunktartigen Erfassung die Textaussagen auch mittels grafischer Übersichten wiederzugeben. Es sollte möglichst der gesamte Text berücksichtigt werden.

Zur Stützung der eigenen Gedankengänge können aus den zu konspektierenden Texten

  • Tabellen
  • Diagramme (Verlaufsdiagramm, Strukturdiagramm)

entworfen werden.

Erfolgt das Konspekt unter einer bestimmten Aufgaben- bzw. Fragestellung, muss der inhaltliche Schwerpunkt auch genauso gesetzt werden, wie es die Aufgabe verlangt.

Zitate können in ein Konspekt eingebettet werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass hier

  • sowohl die Quellen genau angegeben
  • als auch die Zitate wortwörtlich aus der Quelle herausgezogen

werden müssen. Dies ist umso wichtiger, da das Konspekt sonst zu späterer Zeit nicht mehr verwendet werden kann, denn kaum jemand erinnert sich nach einiger Zeit noch detailliert an den genauen Ablauf des Konspektierens.

Auch sonstige Verweise auf den Originaltext gehören zu einem guten Konspekt.

Das folgende Beispiel für ein Konspekt (Auszug) zeigt einige der möglichen Elemente:

Erde Bild„... Gestirn, auf dem kluge Thiere das Erkennen erfanden“ (S. 365): Bild Menschen
N. empfindet Zeitspanne, in der Menschen auf der Erde existierten, als „hochmüthigste und verlogenste Minute der 'Weltgeschichte'“ (S. 365) Bild Nihilismus?

Mensch ist nur temporär ein Teil der Erde, auch als Gattung,
nimmt sich selbst die Lebensgrundlage,
bereitet seinen Untergang als Gattung selbst vor („wie schattenhaft und flüchtig, wie zwecklos und beliebig“, S. 365)

Mensch hat keine „Mission“

Bild

Mensch täuscht sich selbst über seine Daseinsberechtigung
Intellekt Bild Verstellung vor sich und vor der Gesellschaft/ BildGattung („Schmeicheln, Lügen, Trügen“ [BildS. 365] etc.) ....

::::::::::::::::::::

_________________________________________

Waffen: Kultur, Herrschaft der Kunst über das Leben / „Unmittelbarkeit der Täuschung“
(vgl. S. 384)

Bild

vernünftiger Mensch Bild intuitiver Mensch
(vgl. S. 384)

Bild

Stoik, „durch Begriffe sich beherrschende(r) Mensch“
=
Herrschaft der Vernunft über das Leben
Gleichmut, Stoik
„Meisterstück der Verstellung“ (S. 384)
„Maske mit würdigem Gleichmaße der Züge“ (S. 384)

::::

5/7

Da die Quelle bereits ausführlich im Quellenkopf genannt wurde, ist im Konspekt lediglich die genaue Seitenangabe erforderlich.

Beim freien Konspektieren muss der Fremdtext stets durch eigene Worte wiedergegeben werden.

Eine Durchnummerierung des Konspekts [1/7; 5/7] erleichtert es, auch später noch auf die logische Abfolge der Inhalte zurückgreifen zu können.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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